Fußball | 3. Liga : RW Erfurt dreht Spiel in Hälfte zwei
Nachholspiel vom 24. Spieltag
Rot-Weiß Erfurt hat am Dienstag sein Nachholspiel beim VfL Osnabrück mit 3:2 gewonnen. Dabei zeigten die Thüringer große Moral, denn zur Halbzeit hatten sie immerhin schon 0:2 zurückgelegen. Belohnung für die erfolgreiche Aufholjagd im "Hexenkessel" von Osnabrück sind drei Punkte und ein Sprung auf den vierten Tabellenplatz.
Der 0:2-Rückstand zur Pause war eigentlich etwas zu hoch ausgefallen, denn so schlecht hatten die Erfurter gar nicht gespielt. Vor allem die erste Viertelstunde verbreitete bei den etwa 70 mitgereisten Fans Hoffnung, die jedoch bald abstarb. Denn Osnabrück spielte clever, ließ Erfurt kommen, startete schnelle Gegenstöße und nutzte vor allem seine Chancen. Das 1:0 war ein solcher Konter (16.), beim 2:0 mit diversen Ballberührungen (34.) hatte der VfL auch etwas Glück. Ansonsten stand RWE hinten recht gut. Die Offensive allerdings war wirklich mau. Erst in der 41. Minute gab es eine Erfurter Großchance zu sehen. Bei Reichweins Schuss rettete Mauersberger kurz vor der Linie.
Nach der Pause allerdings spielte der FC Rot-Weiß wie aufgedreht. Plötzlich wurden die Gastgeber richtig unter Druck gesetzt. Weidlich und Reichwein (49./54.) setzten erste Achtungszeichen. In der 56. Minute war es dann soweit - Erfurt gelang der Anschlusstreffer. Das Tor war schön anzusehen: Reichwein flankt zum linken langen Pfosten, wo Zedi per Kopf für Morabit auflegte. Zwei Minuten später strich ein Fallrückzieher des Torschützen nur knapp am VfL-Kasten vorbei. Etwas mehr Glück hatte etwas später Caillas, der eine gefühlvolle Flanke von Pfingsten-Reddig direkt zum 2:2 verwandelte (68.). Nach dem Treffer wurde Osnabrück wieder etwas aktiver und kam auch gefährlich vor das Erfurter Tor. Doch RWE war nicht mehr aufzuhalten. Weidlich holte einen Foulelfmeter heraus, Pfingsten-Reddig verwandelte ihn, und alle zusammen bejubelten am Ende den verdienten Sieg.
Trainerstimmen
Stefan Emmerling (Erfurt): "Ich bin froh, dass wir hier einen gut bespielbaren Rasen hatten. In der ersten Halbzeit haben wir spielerisch überzeugt, aber die letzte Entschlossenheit hat uns gefehlt. Beim 0:1 sind wir in einen dummen Konter geraten. Auch nach dem 0:2 haben wir uns nicht aus der Ruhe bringen lassen. In der zweiten Hälfte wollten wir zielstrebiger sein und mehr Druck aufbauen. Nach dem Anschlusstreffer war meine Mannschaft nicht mehr zu halten. Der Sieg war letztlich verdient."
Claus-Dieter Wollitz (Osnabrück): "Natürlich sind wir enttäuscht. Die Niederlage haben wir uns aber selbst zuzuschreiben. Das 1:0 fiel in einer Phase, in der man es nicht erwartet hat. Mit dem 2:0 haben wir nachgelegt. In der zweiten Halbzeit hat dann aber die Organisation gefehlt. Der Elfmeter am Ende war ein Witz."
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