Fußball | 3. Liga Defensivstarke Erfurter "klauen" Punkte in Osnabrück

8. Spieltag

Rot-Weiß Erfurt hat den Rückenwind des Derbysieges erfolgreich in den nächsten Dreier umgewandelt. Dank eines frühen Tores von Ahmed Razeek und einer danach lange Zeit guten Abwehrleistung gewann RWE mit 1:0 (1:0) beim VfL Osnnabrück. Die hatten jedoch in der Schlussphase die besseren Chancen und auch der Ausgleich wäre verdient gewesen. Zudem verweigerte ihnen der Schiedsrichter einen Elfmeter.

RWE-Coach Stefan Krämer ging mit zwei Veränderungen in das Spiel. Berkay Dabanli und Samir Benamar stehen nicht einmal auf dem Aufstellungsbogen, sie wurden durch Florian Neuhold und Elias Paul Huth ersetzt.

Den Thüringern merkte man den Rückenwind des Heimsieges gegen Carl Zeiss Jena an. Sie gingen mutig zu Werke und belohnten sich bereits nach zwei Minuten. Eine Hereingabe von Carsten Kammlott von der rechten Seite wurde von Merveille Biankadi noch abgelenkt. Am langen Pfosten war Ahmed Waseem Razeek völlig frei und schob aus acht Metern ein.

Ahmed Waseem Razeek (Rot Weiss Erfurt 18) trifft zum 0:1.
Ahmed Waseem Razeek (Rot Weiss Erfurt 18) trifft zum 0:1. Bildrechte: IMAGO

Erfurt bei den Kontern zu fahrlässig

Die Gastgeber brauchten im Anschluss zunächst ein paar Minuten, um den Schock zu überwinden. Erfurt überließ dem VfL das Feld und setzte fortan auf Konter. Den Niedersachsen fiel aber nicht viel ein, es gelang ihnen nicht die tief stehende Abwehr von RWE zu überwinden. VfL-Coach Joe Enochs schickte früh seine Ersatzleute zum Warmmachen und brachte bereits in der 32. Minute Marcos Alvarez für Jules Reimerink. Bis dahin hatte Osnabrück keinen direkten Schuss auf den RWE-Kasten abgegeben.

Erfurt ließ bis zur Halbzeit nichts weiter zu, unterbrach den Rhythmus der Hausherren immer wieder geschickt durch kurze Tempoverschleppungen. Allerdings waren sie in den eigenen Angriffen zu fahrlässig. Razeek (38.) und Huth (40.) hatten sich im gegnerischen Strafraum gut in Position gebracht, dann aber keinen Mitspieler mehr gefunden. Kurz vor dem Pausenpfiff rannte Erfurt einen Konter mit fünf Mann, aber wieder scheiterte der Angriff an einem schlechten Pass von Razeek.

Torjubel nach 0:1 durch Ahmed Waseem Razeek (Rot Weiss Erfurt 18)
Die Erfurter jubeln nach dem Führungstor. Bildrechte: IMAGO

Klewin wird zum Retter

Nach dem Wechsel war zunächst viel Unruhe im Spiel. Viele kleine Nickeligkeiten führten zu zahlreichen Spielunterbrechungen. Erstmalig gefährlich wurde es im zweiten Abschnitt in der 56. Minute. Aber Alexander Ludwig blieb mit einem Freistoß aus aussichtsreicher Position an der Mauer hängen. Kurz darauf hatte Erfurt richtig viel Glück. Ein klares Foul im Strafraum von Christoph Menz an Alvarez übersah Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck und verweigerte dem VfL somit einen fälligen Strafstoß.

Es blieb hitzig auf dem Feld und es schien zunächst so, als würde Erfurt davon profitieren können. Biankadi zog aus 17 Metern ab und hämmerte den Ball an den Pfosten. Osnabrück agierte nun mit richtig viel Druck. Erfurt war nur noch in der Defensive beschäftigt und bettelte zeitweise um den Ausgleich. Aber der VfL vergab beste Chacnen, besonders Alvarez stand immer wieder im Mittelpunkt. In der 73. Minute schoss er völlig frei aus zehn Metern über das Tor. In der 84. Minute scheiterte er an einer Klasseparade von Philipp Klewin.

Philipp Klewin (FC Rot-Weiss Erfurt)
Philipp Klewin hielt in der Schlussphase den Sieg fest. (Archiv) Bildrechte: IMAGO

Nach der regulären Spielzeit gab es noch fünf Minuten obendrauf und die waren noch einmal richtig spannend. Erst vergaben die Thüringer einen Überzahl-Konter und dann retteten Klewin und Menz den Sieg. Zunächst parierte der RWE-Keeper wahnsinnig stark gegen Halil Savran, der den Ball noch einmal bekam, jedoch konnte diesmal Menz auf der Linie klären. Danach war Schluss, die Erfurter fielen sich jubelnd in die Arme.

Das sagten die Trainer:

Stefan Krämer (Erfurt): "Wir wollten in der Anfangsphase selbst vorne anlaufen, das ist uns mit der Führung gut gelungen. Danach hatte zwar Osnabrück mehr Ballbesitz, aber wir haben das sehr vernünftig verteidigt. Hinten raus hatten wir dann das nötig Glück. Aber meine Mannschaft hat alle reingeschmissen, das nötigt mir großen Respekt ab."

Joe Enochs (Osnabrück): "Ich bin ziemlich angefressen und wahnsinnig enttäuscht von den ersten 20 Minuten. Meine Mannschaft hat danach alles gegeben, wir hatten viele Chancen und ich kann ihr eigentlich keinen Vorwurf machen."

rho/rar

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 16. September 2017 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. September 2017, 18:48 Uhr

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11 Kommentare

18.09.2017 12:20 insider 11

Ganz starkes Auftreten des FC Rot Weiss Erfurt. Man hat mit den Tugenden die einen Mannschaftssport ausmachen nicht nur ein Spiel gewonnen, sondern auch Sympathien und ein weiteres zusammenrücken der Mannschaft. Wäre vor dem Spiel auch mit einem Unentschieden zufrieden gewesen. Hat riesig Spass gemacht. @mdr: Auch wenn es Ihnen offensichtlich schwer fällt über Erfolge des FC Rot Weiss Erfurt zu berichten sollten Sie die countenance bewahren. Da tun sich ja langsam Abgründe auf in Ihrer Redaktion. Werden Sportsgeist und seine Tugenden als "klauen" bezeichnet und wo anders unsportliches Verhalten als Cleverness verharmlost. Hat jetzt das postfaktische bei Ihnen Einzug gehalten.

18.09.2017 11:59 rot-weißer 10

Glück hat nur der Tüchtige...für immer RWE

16.09.2017 13:57 Erfurter 9

Geiler Auswärtssieg unserer Rot Weißen, die Mannschaft findet immer besser zusammen, alle Neuzugänge sind Verstärkungen gegenüber dem letzten Jahr!!!

Jetzt wünsche ich mir einen Heimsieg gegen Haching!

IN THÜRINGEN-NUR DER RWE !!!

16.09.2017 13:05 Rwefanauszwickau 8

Einfach nur geil was mit RWE LOS ist

Erst der mega,derbysieg und jetzt,osnanasen ;)

Forza RWE EIN LEBEN LANG AUCH IN ZWICKAU ;)

Z-EF ;))))))))))))

16.09.2017 12:54 oje 7

Karl, ihre deutsche nix gut. Funfe, setzen.

16.09.2017 12:34 Pappnase 6

Glückwunsch RWE! "Dreckige" Siege braucht jeder mal. Am Ende der Saison fragt keiner mehr danach, woher die Punkte kamen. Und für Razeek freut es mich besonders.

16.09.2017 07:30 Karl rwe 5

man merkt anhand der völlig unpassenden Überschrift und des Artikels wieder einmal ihren ungefallen gegenüber Thüringer Fussballvereine!
Leiber Sachsen MDR

#nurderrwe

16.09.2017 06:37 Bernd 4

Glückwunsch, solche Punkte sind für den Klassenerhalt wichtig.

16.09.2017 05:35 Rot-Weiß-Fan aus Erfurt 3

Glückwunsch an RWE zum Auswärtssieg! Ich war sehr positiv überrascht, dass RWE die ersten 20 min die spielbestimmende Mannschaft war. Aber die Taktik von Krämer, auswärts nicht allein auf Verteidigung zu setzen, ging auf. Das RWE sich dann sehr auf Verteidigung und Konter beschränkt hat, war nach dem Führungstor in Ordnung. Die Defensivarbeit der gesamten Mannschaft war wirklich sehr gut, wenn in den letzten 20 min
auch etwas Glück dabei war. Die gelbe Karte gegen Klewin war m.E. völlig zu Unrecht. Ob Osnabrück ein
Elfmeter verwehrt wurde, war m.E. nicht klar zu erkennen. Foul ja, aber im Strafraum? Falls doch, kann ich nur sagen, dass dies dem RWE diese Saison
auch schon passiert ist. Ich freue mich riesig über die drei Punkte. Am Mittwoch gegen Unterhaching ist sicher auch ein Sieg möglich. Kommt ins Stadion!

15.09.2017 01:10 RWE-ler 2

Wie schon gegen Jena hatten wir beim VfL erneut das Glück des Tüchtigen! Die Truppe scheint sich immer besser zu finden, und das obwohl mit Möckel, Dabanli, Vocaj, Bergmann und Uzan wichtige Leute fehlen. Ich finde, wir sind eher besser besetzt als letzte Saison, weil Leute wie Biancadi, Razeek und Dabanli schon jetzt voll eingeschlagen haben. Nur der RWE!!!