Fußball | 3. Liga Erfurt kann das Ruder nicht herumreißen

3. Spieltag

Gekämpft und doch verloren: Der FC Rot-Weiß Erfurt musste gegen Hansa Rostock eine 0:1-Niederlage einstecken. In der Schlussoffensive war für die Thüringer sogar der Ausgleich drin, doch auch die Hanseaten hätten noch zulegen können. Insgesamt fand RWE nicht das richtige Konzept gegen starke Nordlichter und findet sich nun am Tabellenende wieder.

Die Erfurter mussten auf Christoph Menz verzichten, der sich in Magdeburg die Ampelkarte eingefangen hatte. Dafür liefen wieder Kapitän Jens Möckel und Carsten Kammlott auf.

Erfurt in Rückstand

In den ersten zehn Minuten passierte nichts Weltbewegendes. Die erste Torannäherung konnten dann die Erfurter nach einem Eckball verbuchen, doch der Schuss von Merveille Biankadi strich weit am Rostocker Kasten vorbei. Nach einer Viertelstunde wurde es für die Erfurter brandgefährlich. RWE-Schlussmann Philipp Klewin faustete nach einem Wannenwetsch-Freistoß die Kugel nach vorn. Dort lauerte Marcel Ziemer und zog aus Nahdistanz ab. Mit einer Blitzreaktion machte Klewin seinen Fehler wett und klärte.

Mittlerweile hatten sich die Thüringer ein Gleichgewicht erspielt, das in der 27. Minute jedoch in Schieflage geriet. Rostocks Amaury Bischoff schlug einen Freistoß in den Strafraum, dort stieg Oliver Hüsing höher als Erfurts Florian Neuhold und köpfte zur Hansa-Führung ein. Nach dem Rückstand waren die Krämer-Schützlinge bemüht, doch die Nordlichter hielten dagegen. Carsten Kammlott rackerte, Christopher Bieber suchte die Kopfball-Duelle, doch nach vorn klappte wenig. So ging es für die Erfurter mit einem 0:1 in die Kabine.

Torwart Philipp Klewin (Erfurt) machtlos,  Oliver Hüsing (Rostock) erzielt das Tor zum 0:1
RWE-Torwart Philipp Klewin ist machtlos: Rostocks Oliver Hüsing hat gerade das Tor des Tages geköpft. Bildrechte: Karina Heßland-Wissel

Fast noch der Ausgleich

Die erste gute Möglichkeit in Halbzeit zwei hatten die Gastgeber. Nach einer Flanke lauerte Kammlott vor dem Hansa-Gehäuse und köpfte das Leder am Dreiangel vorbei. Hätte der Mittelstürmer besser gezielt, hätte der Treffer allerdings nicht gegolten – die Abseitsfahne ging hoch. Zumindest setzte RWE schnell ein Achtungszeichen. Allerdings lief auch weiterhin im Angriff nicht viel. Höllisch aufpassen mussten die Gastgeber bei den Kontern der Rostocker. Wie in der 78. Minute, als nach einer weiten Nadeau-Flanke Soufian Benyamina bereit stand und den Ball knapp neben das Tor köpfte.

Langsam lief den Erfurtern die Zeit davon. In der Schlussphase warfen sie noch einmal alles nach vorn, selbst Klewin eilte in den Rostocker Strafraum. Und die Chance zum Ausgleich war da. Berkay Tolga Dabanli ließ einen harten Schuss los, den Rostocks Torwart Janis Blaswich mit einer Blitzreaktion entschärfte. Hinten waren die Thüringer nun offen wie ein Scheunentor und hätten sich fast noch das 0:2 eingefangen. Die Hanseaten konterten blitzschnell, Mounir Bouziane traf aber statt ins verwaiste Tor nur den Pfosten. So blieb es bei der knappen Niederlage, was den Erfurten die Rote Laterne einbrachte.

Christopher Bieber gegen Stefan Wannenwetsch
Luftduell zwischen Erfurts Christopher Bieber und dem Rostocker Stefan Wannenwetsch. Bildrechte: Karina Heßland-Wissel

Das sagten die Trainer:

Pavel Dotchev (FC Hansa Rostock): "Uns war bewusst, dass es hier ein schweres Spiel für uns wird und wir nicht viele Torchancen bekommen. Wir sind durch einen Standard in Führung gegangen, was uns gut tat. Aber wir haben nach der Führung zu viel verwaltet. So war das Spiel bis zum Schluss offen, allerdings haben wir auch kaum Torchancen zugelassen. Ich bin natürlich glücklich über den Sieg. Es ist ein sehr schönes Stadion geworden." 

Pavel Dotchev
Früher Erfurt und heute Hansa: Pavel Dotchev. Bildrechte: IMAGO

Stefan Krämer (FC Rot-Weiß Erfurt): "Bis zum Gegentreffer war ich mit der Leistung meiner Mannschaft ganz zufrieden. Wir hatten eine stabile Grundordnung. In der zweiten Halbzeit haben wir es allerdings nicht geschafft, eine richtige Druckphase aufzubauen bzw. ein ordentliches Aufbauspiel abzuliefern. Dennoch haben wir gefightet und sind gerannt, die Grundeinstellung stimmte. Torchancen haben wir uns zu wenige erarbeitet."

jmd

Über dieses Thema berichtet "Sport im Osten" MDR Fernsehen | 05.08.2017 | ab 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. August 2017, 20:59 Uhr

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34 Kommentare

03.08.2017 10:00 BSG Traktor 34

Klasse Kommentar aus Lobeda (den man gar nicht aus dieser Ecke vermuten würde). Ich hoffe auf eine Leistungssteigerung morgen gegen Zwicke und würde mich auch ein wenig über das enttäuschte und unfreundliche Gesicht von Herrn Ziegner nach Spielende freuen. ;) Auf geht's Erfurt - kämpfen und siegen!

02.08.2017 21:37 Lobeda Ost 33

Nu reicht es aber.. Ich komme aus Jena, ich bin fcc Fan... Aber ich bin auch Thüringer... Erfurt,kommt mal in die Gänge.. Und nicht der Trainer und der Vorstand ist schuld..die Männer auf dem Platz sind es.. Wer hier Trainer raus ruft hat nix gelernt... Guckt euch doch Jena an,ständige Wechsel beim Trainer und im Vorstand... Und, Chaos und nen schlechter ruf. Nebenbei der Abstieg in die rl...seit es bei uns ruhig ist, läuft es auch wieder.... Also unterstützt euren Verein, gebt alles und stellt nicht alles in Frage... Viel Erfolg für die Thüringer 3ligisten.

02.08.2017 20:38 David 32

@28: Sie haben recht , ein Trainerwechsel wäre schon lange überfallig . Aber der Verein hat doch keine Gelder um Trainer Krämer seine ihm noch zustehende Abfindung zu zahlen. Auch sollte Rombach endlich zurücktreten , um so den Verein endlich ein Neuanfang zu ermöglichen.

02.08.2017 20:02 Nur der FCC 31

@Nr.26: Ach stimmt ja, wer Flutlicht hat, ist automatisch die Nr.1 im Land.
Euer jahrzehntelanger Frust muß ja sooooo tief sitzen... aber beim Argumente finden, warum ihr angeblich besser seid, werdet ihr wirklich kreativ, das muß man euch lassen.
Ihr habt zwar keinen belgischen Besitzer (wir auch nicht), dafür habt ihr einen Präsidenten, der alljährlich das Land Thüringen und den DFB anbettelt um die Insolvenz zu vermeiden. Aber gleichzeitig 'ne fette MuFu-Arena - mit Flutlicht - hinbauen lassen, von Geld, daß ihr sportlich nicht mal ansatzweise erwirtschaften könnt und das dann noch als Argument benutzen, warum ihr uns angeblich voraus seid... einfach peinlich. Punkt.

02.08.2017 18:37 G. 30

Und ich finde übrigens 6000 Zuschauer, die genau wissen was auf sie zukommt und trotzdem ins Stadion kommen, aller Ehren wert! Ich glaube nicht das man in MD 17000 Zuschauer ins Stadion lockt, bei Fussball wie wir ihn seit langer Zeit geboten bekommen.

02.08.2017 18:24 G. 29

@22 Mit Absicht will man sicher nicht absteigen. Sonst hätte man schon längst die Reissleine gezogen. Sicher ist ein Wiederaufstieg schwer, aber man könnte wieder nach vorne schauen. Derzeit dem Verein Geld zu spenden ist dümmer als rauchen. Nach einer Insolvenz, von mir aus in Liga 4, komme ich wieder ins Stadion. Den Zuschauerschnitt wird Erfurt halten, denn das sind keine "Edelfans" die jetzt noch kommen. Lieber ein 2:1 gegen Halberstadt bejubeln, als diesen Antifussball.

02.08.2017 18:23 Christoph Hartmann 28

Liebe Verantwortlichen des FC RWE,
bitte entlassen sie schleunigst Trainer Stefan Krämer.Am Freitag muss in Zwickau gewonnen werden. Schmeißen sie bitte den Trainer raus.

02.08.2017 18:01 FCC WEISCHLITZ 27

Wir sind die Nummer 1 Punkt und wenn du es nicht wahr haben willst, dann guck mal auf Euren schönsten Wimpel und verat mir mal, was da ausser Euer Vereinsemblem noch so drauf steht. Aber nix für ungut, zerfleischt Euch nicht allzusehr, kommt in die Puschen, ich, wir wollen doch endlich wieder diese heissersehnten Derbys.

02.08.2017 14:21 RWE-Fan 26

@23: also soweit ich mich richtig erinnern kann habt ihr diesen Pokal in diesen acht Jahren nicht immer gewonnen... wir haben es auch nie hinbekommen bei einem Siebtligisten auszuscheiden... aber nun genug der Pokalgeschichten, ist wirklich kein gutes Thema.

Wir sind Thüringens Nr.1, wir haben bereits ein neues Stadion, funktionierendes Flutlicht und keinen belgischen Besitzer.

Abgerechnet wird immer am Saisonende und da waren wir in den letzten 17 Jahren jetzt 13 mal besser platziert als ihr. Das ist eigentlich eindeutig.
Auch ja und übrigens die letzten Europapokalspiele mit Thüringer Beteiligung haben wir bestritten... Ihr könnt nicht ewig von den "alten Zeiten" als politisch begünstigter Werksclub träumen. Bestimmt zeigst Du mir gleich wieder das ihr das doch könnt :-)

Vielleicht geht Dir jetzt ein (Flut) Licht auf wenn Du diesen Wink verstehst...

02.08.2017 14:04 Weimar Blau Gelb Weiß 25

@24
Ein Investor? Das ist der falsche Weg! Ein Investor will die Kohle zurückhaben, da er schließlich nur Kredit gibt und einem Verein nichts schenkt (siehe Herr Duchatelet). Ein Mäzen wäre besser, der vor lauter Geld nicht weiß wohin damit. Fragt doch mal bei Herrn Born-Senf nach!