Fußball | 3. Liga Erfurt verliert unglücklich

5. Spieltag

Der FC Rot-Weiß Erfurt ist zuhause gegen den SC Paderborn in eine 0:1-Niederlage geschlittert. Die Gäste waren abgezockter und brachten den Sieg mit etwas Glück über die Ziellinie. Unglücklich agierte dagegen der Schiedsrichter, der in der Schlussphase den Thüringern einen klaren Strafstoß verweigerte und den RWE-Kapitän vom Platz schickte.

Bei den Erfurten nahm Carsten Kammlott erst einmal auf der Bank Platz. Daniel Brückner, der von Paderborn zu den Thüringern wechselte, stand nicht im Aufgebot. Genauso wie Christoph Bieber und Morten Rüdiger, die angeschlagen waren.

Ball im Aus - Paderborn geht in Führung

FC Rot-Weiß Erfurt - SC Paderborn 07
Von Dennis Srbeny kam der Pass zur Paderborner Führung. Bildrechte: Karina Heßland-Wissel

Die ersten Akzente setzte Paderborn. Die Erfurter praktizierten dagegen die Hoffenheim-Taktik, machten hinten dicht und ließen die Ostwestfalen kommen. Die fanden aber keine Lücke, weil die Krämer-Schützlinge wirklich gut standen. Den ersten leichteren Aufreger gab es in der 22. Minute, als Erfurts Samir Benamar nach einem Freistoß der Ball an die Hand sprang. Schiedsrichter Markus Wollenweber, der übrigens seine erste Drittliga-Partie pfiff, ließ weiterspielen. Nach seiner Ansicht lag keine Absicht vor - richtig entschieden. Erfurt spielte weiterhin diszipliniert und gestattete den Gästen kaum gefährliche Aktion.

Samir Benamar und Jens Möckel gegen Ben Zolinski
Samir Benamar und Jens Möckel im Duell gegen Ben Zolinski von Paderborn. Bildrechte: Karina Heßland-Wissel

Nach 34 Minuten hatte die Thüringer allerdings Pech, denn Referee Wollenweber entschied auf Tor für die Gäste. Dennis Srbeny hatte eine scharfe Eingabe nach innen gebracht, Sven Michel lauert am langen Pfosten und brauchte nur noch den Fuß hinhalten. Paderborn führte, obwohl der Ball vor der Srbeny-Eingabe im Aus war. Nach dem anerkannten Gegentreffer verloren die Thüringer den Faden und gingen mit einem Rückstand in die Kabine.

Gastgeber werden offensiver

RWE-Trainer Stefan Krämer setzte nach der Pause auf mehr Offensive und brachte Alexander Ludwig und Cartsen Kammlott. Luka Odak und Bastian Kurz blieben in der Kabine. Die Wechsel brachten optisch mehr Schwung ins Erfurter Spiel, Gefahr strahlten die Thüringer aber nicht aus. In der 54. Minute jubelten plötzlich die Gäste aus Paderborn, doch zum Glück für die Krämer-Schützlinge zählte diesmal das Tor nicht, da Ben Zolinski im Abseits stand. Die Gastgeber mühten sich weiter um den Ausgleich, doch das letzte Quäntchen im Abschluss fehlte.

Kammlott kam nicht so richtig zum Zuge, sorgte dann aber in der 76. Minute für einen Aufschrei bei den Erfurtern Zuschauern. Seinen wuchtigen Kopfball kratzte Paderborns Keeper Leopold Zingerle noch aus dem Winkel. War der Ball hinter der Linie? Die Fahne des Schiedsrichterassistenten blieb unten.

Hitzige Schlussphase - Rot für RWE-Kapitän

In der Schlussphase warfen die Erfurter alles nach vorn, um wenigstens einen Punkt zu retten. Und da wurde Schiedsrichter Wollenweber zum Zünglein an der Waage. Zunächst verweigerte er den Thüringern einen klaren Elfmeter nach Foul an Ahmed Waseem Razeek (90.).

Ahmed Waseem Razeek (Erfurt) wird von Robin Krausse (Paderborn) kurz vor dem Tor gefoult.
Erfurts Ahmed Waseem Razeek wird von Lukas Boeder im Gäste-Strafraum gefoult. Bildrechte: Karina Heßland-Wissel

Dann schickte er Jens Möckel mit Rot vom Platz. Der RWE-Kapitän war wegen der Razeek-Szene erbost und hatte den Referee zu Boden geschubst. Letztendlich blieb Paderborn in der Erfolgsspur, während die Gastgeber weiterhin auf den ersten Saisondreier warten.

 Jens Möckel (Erfurt) sieht die Rote Karte durch  Schiedsrichter Markus Wollenweber
Rot für Erfurts Kapitän Jens Möckel. Bildrechte: Hessland

Das sagten die Trainer:

Steffen Baumgart (SC Paderborn): "Es ist für mich heute schwer, sich über die drei Punkte zu freuen, da einige Entscheidungen gegen Erfurt fielen. Beim Tor für uns war der Ball vorher klar im Aus. Zudem hätte Erfurt in der 90. Minute einen Elfmeter bekommen müssen. Mit dem Ergebnis kann ich aber leben, mit der Leistung meiner Mannschaft nicht."

Stefan Krämer (FC Rot-Weiß Erfurt): "Dank an meinen Trainerkollegen für die ehrlichen Worte. Dem gibt es nichts hinzuzufügen. Der Schiedsrichter hat das Spiel entschieden. In der Kabine herrscht Totenstille. In den ersten 30 Minuten war auf beiden Seiten kaum Torgefahr zu erkennen. Normalerweise geht es mit einem Remis in die Pause. In Halbzeit zwei hat meine Mannschaft alles gegeben und sich gegen die Niederlage gestemmt."  

jmd

Über dieses Thema berichtet "Sport im Osten" MDR Fernsehen | 19.08.2017 | ab 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. August 2017, 15:58 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

38 Kommentare

22.08.2017 09:44 insider 38

Es mutet schon etwas seltsam an, und hat schon nen Geschmäckle wenn man in Zwickau und auch gegen Paderborn jeweils einen klaren Elfmeter verweigert bekommt. Zu Herrn Wollenweber möchte ich mich gar nicht weiter äussern. Hier sollte sich der DFB einmal selber hinterfragen. Jeder der im Stadion war, weiß das der 8min. Bericht des mdr noch harmlos ist im Vergleich was sich da 90min abspielte. Das beweisst auch die Reaktion von Herrn Baumgart die absolut Respekt verdient. Ich kann im Video keine unsportliche Berührung von Herrn Möckel erkennen. Er stolpert vor Schreck über seine eigenen Füsse. Jeder Spieler wäre wegen Schauspielerei mindestens verwarnt worden. Ist er doch bereits in der Regionalliga (Viktoria Köln- BVB II.) negativ aufgefallen so ist Herr Wollenwebers Beförderung mehr als befremdlich. Sein Kartenspiegel zeugt auch von wenig Souveränität. Hier liegen zwischen einer Bibiana Steinhaus und Herrn Wollenweber ganze Galaxien.

21.08.2017 23:07 ihr name 37

Der MDR kann einen leid tun mit manchen sinnlosen Kommentaren die hier geschrieben werden. Er sollte unbenennen in "Mein Dresdener Rundfunk". So ein totaler Schwachsinn. Wenn ihr Scheiße spielt, dann ist es eben so. Was soll da schön geredet werden. Heult doch oder schaut kein Sport im Osten. Auch wenn ich auch nicht mit allem einverstanden bin, bin ich froh dass es diese Sendung gibt. Danke MDR!!!

21.08.2017 13:34 Rot-Weiß-Fan aus Erfurt 36

Da mein Kommentar zum Schiedsrichter nicht veröffentlicht wurde, probiere ich es mal so.
Man sollte auch in der dritten Liga für spielentscheidende Situationen (Elfmeter oder kein Elfmeter, Abseits oder kein Abseits, Ball vor dem Torschuss im Aus oder nicht) den Video-Beweis einführen. Aber das wird wohl reine Utopie bleiben.

RWE sollte vielleicht seine Strategie ändern in
"so schnell wie möglich ein Tor erzielen und dann gut verteidigen". Vielleicht klappt es dann mit dem
ersten Saison-Sieg.

21.08.2017 09:49 Echter Thüringer 35

@33 ExilErfurter, auch ich bin ehemaliger Einwohner unser herrlichen Landeshauptstadt und möchte Ihnen vollkommen recht geben. Was den MDR betrifft, sollte er in "Mein Dresdener Rundfunk" umbenannt werde und der Freistaat sollte den Staatsvertrag betreff des MDR kündigen.

20.08.2017 00:51 ExilErfurter 34

Viele Kommentare spiegeln das im Spiel erlebte vielfältig wieder. Einige Kommentare sind voll von Arroganz, Impertinenz und Überheblichkeit.
Man bedenke das der RWE die einzige Mannschaft ist, die die finanzielle Harakiriliga seit zehn Jahren überlebte, ohne große Investoren b.z.w. Gönner. Häufiger oben dran, als unten.
Faire, sachliche Analysen wären toll. Und ja, der MDR ist irgendwie eine Zweiländeranstalt die Geld aus drei Ländern bezieht, leider nichts Neues. Leider wurde dieses Spiel durch den Schiri entschieden. Das Erfurt Jahr um Jahr de facto eine neue Mannschaft aufbaut sei bitte auch nicht vergessen. Als es mal nicht so war lief es sportlich, aber die Pleite war fast gelungen. Also das mal von mir dazu.

20.08.2017 17:41 Robin 33

Sportlich hat die Erfurter Mannschaft einfach nichts anzubieten. Als Heimmannschaft hinten drinstehen und den Gegner das Spiel machen lassen?! Den einfleischten RWE-Fans wünsche ich viel Kraft, das weiter zu ertragen, denn leider fehlt die Qualität und das nicht erst seit dieser Saison. Es wird eng, genauso aber beim Rivalen nebenan. Aber die Saison ist noch sooo lang, Ruhe bewahren und den Abstand zum rettenden Ufer wahren. Irgendwann muss aber auch mal Klartext gesprochen werden, wohin der Weg führen soll. Was will man erreichen? Die 3.Liga ist auf Dauer kein Zuschauermagnet. Jedes Jahr Abstiegskampf - das kannst du keinen verkaufen.

20.08.2017 11:59 Fußballfreund 32

Unglaubliche Schiedsrichterleistung, keine Frage.
Das 1:0 war nie ein Tor, das angebliche Paderborner Abseitstor natürlich eins. Hand- Elfer für Paderborn nicht gegeben, zum Schluss einen klaren Elfer für EF nicht.
Vier krasse Fehlentscheidungen, 2:2, zumindest das ausgeglichen.

Das Geheule jetzt: typisch EF. Immer und immer und immer die Schuld bei anderen suchen!

20.08.2017 11:58 Banne 31

Ich als HFC Fan möchte mich nur mal kurz in die Diskussion "reinhängen",Ja irgendwie sind wir doch "Leidensgenossen"wenn man sich die Tabelle anschaut.Beide haben wir zur Zeit keinen guten Lauf.In beiden Mannschaften steckt aber doch Potential.Das wird auch noch wieder werden.Zu eurem Spiel gestern-Dieser Schiri war eine echte Zumutung!! Von diesen Typen gibt es aber noch genug.Was ich auch hier schon in Halle gesehen habe,grausam.Mich würde interessieren wie der DFB solch Schiris nach solch Leistungen bewertet?? Denn wenn es Sperren geben würde ,gäbe es bald keine Schiris mehr. Nun drücke ich auch dem Fc Rot Weiß Erfurt die Daumen das bald bessere Zeiten auch kommen werden. Noch etwas zu Nr.11---Völlig sinnloser Kommentar,immer mit diesen Zuschauerzahlen.Dagegen fand ich den Kommentar von Nr.17 absolut gut.

20.08.2017 11:53 Kanemd 30

Nur eins zum Schiri, was der DFB für Personal schickt, gute Nacht,
Man kann schon fast sagen Holzhäuser, erinnert an ein HSV speil.

20.08.2017 11:50 Egal 29

Eine Reaktion des DFB, egal welcher Art, muss nach diesr Schiedsrichterleistung folgen. Derartiges ist seiner Gilde nicht würdig und ist im Profifußball gnadenlos zu ahnden.

Davon ausgehend, dass RWE die Elfmeter gemacht hätte, wären wir um sechs Punkte reicher (ein Elfmeter in Zwigge und zweie gegen Paderborn). Sämtliche Kommentare über einen eventuellen Abstieg Erfurts wären in dem Fall nicht zu lesen.

Sollten die Schirileistungen so bleiben, bin ich durchaus geneigt der Verschwörungstheorie von Dabanli zu folgen.