Fußball | 3. Liga Erfurt unterliegt cleverer Spielvereinigung

9. Spieltag

von Tom Wohlrabe & Rene Arand

Am neunten Spieltag der Dritten Liga musste sich der FC Rot-Weiß Erfurt mit 0:2 (0:1) gegen den SpVgg Unterhaching geschlagen geben. Dabei zeigte die Elf von Stefan Krämer über weite Strecken eine engagierte Partie. Es fehlte nur die letzte zündende Idee, um die clever agierenden Aufsteiger auszuhebeln. Die Spielvereinigung aus Bayern zeigte sich in der Spielanlage sehr reif und schaltete immer dann einen Gang höher wenn es notwendig war. Die Niederlage hätte für die Erfurter noch durchaus höher ausfallen können.

Erfurt reibt sich auf - Unterhaching mit zehn starken Minuten

Trotz der Rückkehr von Jens Möckel verzichtete RWE-Coach Stefan Krämer auf die Dienste des Kapitäns und vertraute der erfolgreichen Elf aus den letzten zwei Partien gegen Jena und Osnabrück. In den ersten Spielminuten sahen die Zuschauer eine flotte Partie. Beide Mannschaften pressten relativ hoch und versuchten den gegnerischen Ballbesitz so schnell wie möglich zu unterbinden bzw. eigene Konter zu fahren.

Bittere Rückschlag für das Team von Stefan Krämer. Carsten Kammlott musste bereits nach neun Spielminuten verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Von einem möglichen Muskelfaserriss war die rede (noch nicht bestätigt).
Bittere Rückschlag für das Team von Stefan Krämer. Carsten Kammlott musste bereits nach neun Spielminuten verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Von einem möglichen Muskelfaserriss war die rede (noch nicht bestätigt). Bildrechte: IMAGO

Für Carsten Kammlott war es heute nur ein kurzer Arbeitstag. Bereits nach neun Spielminuten musste der für das RWE-Spiel extrem wertvolle Kicker verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Dadurch ging der spielerische Fluss etwas verloren. Beide Teams lieferten sich in den folgenden Minuten einen wahren Abreibungs-Kampf im Mittelfeld. Es fehlte der letzte Pass, um das Abwehr-Bollwerk der Rand-Münchner auszuhebeln.

Für die ersten Großchancen der Partie sorgten die bislang passiveren Unterhachinger. Und was waren das für Chancen! Zuerst nutzte Stephan Hain einen Fehler im Aufbauspiel der Hausherren aus und verfehlte im Anschluss nur knapp die Führung (26.). Kurze Zeit darauf war es Sascha Bigalke, der an der eigenen Treffgenauigkeit scheiterte. Hain spielte im Strafraum einen klugen Pass in den Rücken der Heim-Abwehr. Diesen schnappte sich Bigalke und schob erneut knapp am linken Pfosten vorbei (29.).

Doch kurze Zeit später gingen die Spieler aus Bayern in Führung und belohnten sich für die letzten aktiven Minuten. Thomas Steinherr setzte sich auf der rechten Außenbahn durch und flankte flach auf den mitgelaufenen Thomas Hagn. Der SpVgg-Kicker nahm die Einladung an und schob ungefährdet zur 1:0-Führung ein (35.). Mit diesem knappen Rückstand ging es in die Halbzeit-Pause.

Unterhaching eiskalt - Erfurt ohne Durchschlagskraft

Nach der Halbzeitpause schickten beide Trainer ihre Elf ohne personelle Veränderungen zurück auf den Rasen. Auch in den ersten Minuten des zweiten Durchgangs zeigten sich die Mannen von Stefan Krämer deutlich aktiver und versuchten mit stürmischen Läufen über die Außenbahnen die Gäste-Abwehr zu knacken. Doch auch hier fehlte erneut die letzte Genauigkeit, um den Ausgleich zu erzielen. Lediglich Merveille Biankadi kam zu einem halbwegs gefährlichen Abschluss (52.).

Spieler der SpVgg Unterhaching feiern das 2:0 von Stephan Hain (59.). Die Vorentscheidung in der Partie.
Spieler der SpVgg Unterhaching feiern das 2:0 von Stephan Hain (59.). Die Vorentscheidung in der Partie. Bildrechte: IMAGO

Wie aus dem Nichts schalteten die Gäste ein paar Gänge höher und bauten mit der ersten Offensiv-Aktion die Führung aus. Bigalke schickte Hain mit einem gut getimten Pass steil. Dieser wackelte im Zentrum Christoph Menz aus und zirkelte das Spielgerät perfekt in den oberen rechten Winkel des RWE-Gehäuses (59.). Ein „Todesstoß“ für die Heim-Elf.

Denn in den letzten Spielminuten verteidigte Aufsteiger-Elf von Claus Schromm äußerst geschickt und ließ keine nennenswerten Chancen für die Hausherren zu. Thomas Steinherr hätte den Thüringern sogar fast noch das dritte Tor einschenken können. Er scheiterte aber am stark reagierenden Philipp Klewin (79.). So verloren die Kicker aus Erfurt am Ende verdient gegen einen starken Aufsteiger aus Unterhaching und müssen zudem in der nächsten Partie gegen Karlsruhe auf Odak (Gelb-Sperre) und höchstwahrscheinlich auch auf den verletzten Kammlott verzichten.

Das sagten die Trainer:

Claus Schromm (Unterhaching): "Wir haben natürlich die ein oder andere Chance in der ersten Halbzeit liegen lassen. Meine Mansnchaft ist trotzdem nicht nervös geworden und stand hinten gut. Am Ende war es ein verdienter Sieg. Zum ersten Mal haben wir in dieser Saison zu null gespielt."

Stefan Krämer (Erfurt): "Das war ein schlechter Auftritt von meiner Mannschaft. In keiner Phase des Spiels sind wir ans Limit gegangen. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, dass wir hier eine Möglichkeit haben dem Spiel eine Wende beizubringen. Am Ende ein absolut verdienter Sieg für die Kicker aus Unterhaching."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 20. September 2017 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. September 2017, 18:04 Uhr

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11 Kommentare

22.09.2017 13:35 FCC Crimmitschau 11

"...bin aber überzeugt das wir die Saison nicht zittern müssen um Abstieg." Respekt für so viel Fußballkompetenz......!

21.09.2017 23:05 Vogeck 10

Kann rot- weisser zum Thema Bohne nur beipflichten. Er gehört ins Mittelfeld,vielleicht Spielzeit mit Ludwig teilen. Auch der hat nicht die Kraft für 90 Minuten.
Warum bekommt Lauberbach so wenig Einsatzzeit? Sein Potential hat er auch gestern ansatzweise gezeigt.
Man sollte den jungen Leuten mehr Chancen geben.

21.09.2017 19:27 rot weißer aus willich 9

Ich denke die Mannschaft muss sich erst richtig finden, bin aber überzeugt das wir die Saison nicht zittern müssen um Abstieg. Der Knoten muss platzen und kammlot muss mal wieder treffen, dann geht das schon.

21.09.2017 14:42 G. 8

Kammlott verletzt. Wer soll denn jetzt die Tore schießen? ;-)

21.09.2017 13:50 rot-weißer 7

Bohne ist kein Linksverteidiger.Im Prinzip geht das erste Tor auf seine Kappe.Er steht immer viel zu weit vom Gegenspieler weg.Ein so toller Fußballer wie er gehört ins Mittelfeld.Und wenn es nur für eine Halbzeit reicht.Sein Auge,seine Zuspiele generell sein Spielverständnis kommen hinten Links überhaupt nicht zum tragen.

21.09.2017 11:59 Nur der FCC 6

Hat der MDR diese im Spielbericht unterschlagen, oder hattet ihr wirklich im ganze (Heim-)Spiel keine einzige echte Torchance?

21.09.2017 10:28 Erfurter 5

Was war das den gestern für eine Scheisse??? Die Mannschaft hat sich auf den Lorbeeren ausruhen wollen und hat die Quittung bekommen!

Bin gespannt auf eine Reaktion in Karlsruhe!!!

21.09.2017 10:20 Rot-Weiß-Fan aus Erfurt 4

Schade. Dachte unsere Abwehr ist stabiler. Vor dem 0:2 hilft niemand Menz. Nun ist Kammlott verletzt,
Bieber noch nicht für mehr als eine halbe Stunde
schmerzfrei und Odak gesperrt. Vielleicht sollten
am Sonntag doch besser Laurito und Möckel in der
Innenabwehr spielen. Links könnte ja Sarr spielen,
der ist wohl ein guter Linksverteidiger und rechts Neuhold oder Wegmann. In der PK hat Krämer mal gesagt, Wegmann wird Einsatzzeit bekommen, da
er als ehemaiger A-Junior des RWE schon sehr weit ist. Menz und Brückner sollten eher Akzente im Mittelfeld setzen als in der Abwehr spielen. Das ist meine Empfehlung für das Spiel in Karlsruhe. Verteidigen wie gegen Osnabrück und vielleicht gelingt Biankadi ein Tor.

21.09.2017 03:27 RWE-ler 3

Verdiente Niederlage. Außer Odak hab ich keinen gesehen, der was reißen wollte. Wie kann man nach 7 Punkten aus 3 Spielen so schwach auftreten?

20.09.2017 23:01 Ostkur"f"e Erfurt 2

Eine blutleere Darbietung heute. Der Trainer hätte spätestens zur Halbzeit umstellen müssen u wechseln. Leider darf man nur 3 neue Spieler bringen. Heute hätte man 8 Spieler rausnehmen müssen. Der Klassenerhalt rückt in weite Ferne. So vergrault man die letzten Fans