Fußball | 3. Liga Erfurt geht erneut leer aus

11. Spieltag

Die sportliche Talfahrt vom FC Rot-Weiß Erfurt geht weiter. Die Thüringer kassierten im Duell gegen den SV Wehen Wiesbaden eine verdiente 1:3-Heimniederlage und stecken als Schlusslicht weiter im Tabellenkeller fest.

Personell musste RWE-Coach Stefan Krämer auf die angeschlagenen Carsten Kammlott (Fersenbein) und Jens Möckel (Fieber) verzichten. Im Gegensatz zum KSC-Spiel rückten Luka Odak und Elias Huth in die Startelf.

SVW mit dem besseren Start

Die Gäste starteten schwungvoll in die Partie. Bereits nach sechs Minuten stand Erfurts Schlussmann Philipp Klewin, der heute seinen 24. Geburtstag beging, im Blickpunkt. Dabei ließ der Keeper einen scharfen Ball von Stephan Andrist abprallen, doch auch beim Nachschuss war Klewin mit einer Brustabwehr zur Stelle. Drei Minuten später musste der RWE-Keeper Kopf und Kragen riskieren, als er einen langen Ball gerade noch vor dem heranstürmenden David Blacha unter sich begrub.

Im Bild - Philipp Klewin (RWE) gegen David Blacha (Wiesbaden).
Philipp Klewin (RWE) rettet gegen David Blacha (Wiesbaden). Bildrechte: imago/Bild13

Benamar scheitert kläglich

Erfurt versuchte aus einer sicheren Abwehr heraus sein Glück, doch es fehlte in den Aktionen zumeist die Präzision beim finalen Pass. Die beste Chance für die Rot-Weißen hatte Samir Benamar, der freistehend am glänzend reagierenden Gäste-Keeper Markus Kolke scheiterte. Die Wiesbadener hatten in der 37. Minute ebenfalls eine Riesenchance in Führung zu gehen, als Manuel Schäffler nach einem SVW-Konter bereits an Klewin vorbei war und dessen Schuss gerade noch von Andre Laurito geklärt wurde.

Doppelschlag von Schäffler

Wie in der ersten Hälfte begannen die Gäste mit viel Druck. Erst prüfte Philipp Müller RWE-Schlussmann Klewin mit einem 20-m-Schuss (48.), ehe Manuel Schäffler eine präzise Eingabe von Robert Andrich nur knapp verfehlte (49.). 60 Sekunden später hatte der Wiesbadener mehr Erfolg. Nach Vorlage von Andrist traf Schäffler aus zentraler Position zur Gästeführung. Erfurt wirkte nach dem Rückstand geschockt. Auf der Gegenseite bekamen die Gäste Oberwasser, wobei Schäffler nach Zuspiel von Andrich erneut in der 62. Minute zuschlug, als er den Ball überlegt an Klewin vorbei ins Tor spitzelte.

Im Bild - Andre Laurito (Erfurt) machtlos, Manuel Schäffler (Wiesbaden) erzielt das Tor zum 0:1.
Andre Laurito (Erfurt) ist machtlos, Manuel Schäffler (Wiesbaden) erzielt das Tor zum 0:1. Bildrechte: imago/Karina Hessland

Bieber belebt Offensive - Huth trifft - Gelb-Rot für Ruprecht

RWE-Coach Krämer reagierte und brachte mit Christopher Bieber (64.) frischen Schwung in die Erfurter Offensive. So landete in der 75. Minute sein Anspiel, was noch von zwei Wiesbadenern abgefälscht wurde, bei Huth, der aus Nahdistanz keine Mühe hatte und den Ball zum 1:2 in die Maschen setzte (75.). Nun war plötzlich Feuer in der Partie und Erfurt hellwach. Den Thüringern spielte zudem in die Hände, dass nach einer Notbremse an Huth Wiesbadens Steven Ruprecht (77.) Gelb-Rot sah und der SVW in Unterzahl agieren mussten.

Mrowca besiegelt RWE-Pleite

RWE warf nochmals alles nach vorn. Allerdings boten sich nun Räume für die dezimierten Wiesbadener. So auch in der 87. Minute, als der kurz zuvor eingewechselte  Agyemang Diawusie die Erfurter Abwehr durcheinanderwirbelte und dessen Flanke von der Grundlinie Sebastian Mrowca zum 3:1-Endstand im Tor versenkte.

Philipp Klewin und Florian Neuhold (RWE) gegen Sebastian Mrowca (Wiesbaden) schießt das das Tor zum 1:3.
Die Entscheidung: Philipp Klewin und Florian Neuhold (RWE) können nur noch zuschauen, wie Sebastian Mrowca zum 3:1 für den SVW trifft. Bildrechte: imago/Bild13

Das sagten die Trainer:

Rüdiger Rehm (Wiesbaden): "Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Wir haben beim1:0 eine Schlafeinlage des Gegners ausgenutzt. Mit dem Oberwasser der Führung haben wir das 2:0 nachgelegt. Mit dem Anschlusstreffer kam noch mal etwas Hektik rein. Ich war dann froh, dass wir noch das 3:1 gemacht haben. Es war ein verdienter Sieg."

Stefan Krämer (Erfurt): "Ich habe in der ersten Halbzeit ein vernünftiges Spiel meiner Mannschaft gesehen. In der zweiten Hälfte nutzte der Gegner zwei Fehler von uns zu den Gegentoren. Danach haben wir nochmals alles versucht und kamen zum Anschluss. Doch dann fangen wir uns einen Konter. Am Ende war es eine verdiente Niederlage."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 30. September 2017 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. September 2017, 18:39 Uhr

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30 Kommentare

02.10.2017 10:30 Erfurter 30

Am Sonntag werden wir erstmal Zeiss aus dem Pokal schießen und dann ist wieder alles gut...

02.10.2017 03:40 Im-Derby-Fieber 29

Nur gut, dass die Heinze auch auf nem Abstiegsplatz stehen und im Pokal-Derby am Sonntag nun nicht mehr die große F*** haben können. RWE wird in Lobeda den Torebann brechen! Nummer1 in THR bleibt der RWE

01.10.2017 18:36 HUKL 28

Neben den verpassten Zielen, endlich eine Ausgliederung aus dem Profibereich hinzubekommen, die spätestens mit der Fertigstellung der Arena geplant war und u.a. den ständig steigenden Schuldenstand, der lt. Vorstand einzig und allein durch die schlechten Bedingungen in der „alten“ Spielstätte seine Ursache hatte, stoppen sollte, hat der derzeitige sehr umstrittene Erfurter Club-Vorstand scheinbar vergessen, dass zur Verbesserung der anhaltend miserablen finanziellen Lage besonders auch die sportlichen Leistungen eine wichtige Rolle spielen! Nachdem aber in der Öffentlichkeit bekannt wurde, dass internen Streitigkeiten regelrechte Auflösungserscheinungen in der Personalabteilung und bei Partnern folgten und man nun auch praktisch im „Besenwagen“ durch die Lande chauffiert wird, müssten sämtliche Alarmzeichen läuten! Nach dem vergeigten Wiesbaden - Spiel dürfte es praktisch höchste Zeit sein, dass die erfahrenen Ehrenmitglieder sowie der Aufsichtsrat für "Veränderungen" sorgen!

01.10.2017 15:48 Werner 27

@ 26
Träume ruhig weiter !

01.10.2017 14:10 Karsten 26

Ich weiß nicht was ihr alle für ein Problem habt. Wir haben mal wieder ein Tor geschossen (die Maschine läuft an), ins Stadion kamen (mit Gästefans) auch wieder fast 4000 Zuschauer (was richrig stark ist, für unsere Landeshauptstadt mit über 200 000 Einwohnern) und der Support war auch wieder ganz ganz groß. Ohrenbetäubender Lärm im Stadion. Lasst unseren Krämer die Arbeit machen. Wir sind auf den richtigen Weg, selbst der Aufstieg ist (rein theoretisch) noch drin. Wir sind nicht tot und werden auferstehen wie Phönix aus der Asche.
Forza RWE, kämpfen und siegen!!!

01.10.2017 10:53 Rot-Weiß-Fan aus Erfurt 25

Schade, nach dem Tor von Huth zum 1:2 und dem Platzverweis für SVWW hatte ich noch mal Hoffnung,
dass es 2:2 ausgeht. Was auffällt, dass alle drei Gegentore über die rechte Seite (des SVWW) eingeleitet wurden. Anscheinend hat sich in der 3.Liga herumgesprochen, dass RWE keinen Abwehrspieler als Linksverteidiger (obwohl im Kader vorhanden) aufstellt. Warum wurde Sarr als Linksverteidiger eingekauft und durfte bisher noch
nicht spielen? Verteidigt er im Training schlechter als Benamar oder Brückner ? Leider gibt es zur Personalie Sarr keine Auskunft vom Verein. Struß
ist glaube ich verliehen, steht also nicht zur Verfügung. Und Wegmann ist wohl doch noch zu jung für einen Einsatz ? Offensiv hätte ich mir von
Beginn an zwei Stürmer gewünscht.
Gegen Köln wird es wieder schwer, aber vielleicht ist
ein 0:0 möglich. In Jena geht nur etwas, wenn die aufgestellten Spieler 110% geben.

01.10.2017 10:49 Kein Vieselbacher 24

Vieselbach auf Abschiedstour.
Es wird Zeit.
Diese Antifußballer in Ihrem 40 Mio Stadion.
Gegen Auerbach und Meuselwitz in der nächsten Saison vor 1000 Zuschauern.

01.10.2017 10:42 Hobosapiens 23

@14
Das hätte PlauenAndi nicht Besser schreiben können, bitte mehr davon :D

01.10.2017 10:22 Holger 22

Hey, was soll das ganze Gefassel über eine mögliche Entlassung von Herrn Krämer? Klar im Fußball sitzt der Trainer immer auf einer Art Schleudersitz. Doch für die bereits schon traditionell miserablen Leistungen der Erfurter Spieler, welche eher Regionalliganiveau als Drittligaqualitäten besitzen den Trainer als Sündenbock hinzustellen, geht an der Wahrheit weit vorbei. Hier hilft nur noch ein Neuanfang und dafür müssen sich Alle fragen - einschließlich Rombach und Gesellen - warum es soweit gekommen ist!!! Ein von viel Steuergeldern neues Stadion zu bauen im Glauben in 2-3 Jahren 2. Liga zu spielen, war der Gipfel an Fehlplanung!!! Ein Stadion welches bei Spielen fast verwaist ist und wo man vom Niveau der Mannschaft her lediglich in der Regionalliga mithalten kann!!!
Wacht in Erfurt endlich auf und ändert was!!!

01.10.2017 10:17 G. 21

@rwe4ever, Respekt daß du immer noch ins Stadion gehst und du hast sicher auch recht. Aber RWE wird nächstes Jahr 4. Liga spielen, da gehe ich jede Wette mit. Nach 12 Jahren Rombach sind die Schulden genauso hoch. Der Etat beträgt nur noch 2.6 Mio, vor Jahren waren es noch über 5 Mio Euro. Woran es wohl liegt?
Auch wurden lächerliche Kampagnen gestartet. Ich sage nur Mission Stallgeruch. Davon ist kaum jemand übrig geblieben, dafür haben wir Raketen wie Bieber oder Benamar. Sportlich ist das der größte Murks den ich hier je gesehen habe. Und die Vereinsstrukturen sind alles andere als professionell. Ja die Schulden erdrücken Erfurt, wäre da nicht eine Insolvenz das Beste? Nein der RWE ist nicht tot, er stinkt nur. Ein großes Manko ist auch dass Verein und Stadt nicht an einem Strang ziehen. Allein diese Posse mit dem neuen Stadion, und gegen Jena bleibt eine ganze Tribüne geschlossen.