Fußball | 3. Liga : Erfurt enttäuscht erneut seine Fans
7. Spieltag
Rot-Weiß Erfurt hat seinem Publikum erneut eine enttäuschende Partie serviert. Wieder hagelte es, wie schon gegen Burghausen, im Steigerwaldstadion ein 0:3 - diesmal gegen die Stuttgarter Kickers.
Eine Chance für die Gastgeber
Bei den Erfurtern gab es in der Startelf zwei Veränderungen gegenüber dem letzten Heimspiel. Für Öztürk spielte zunächst Strangl. In der Innenverteidigung lief Bertram für Möckel auf, der Magen-Darm-Probleme hatte und deshalb nicht einmal auf der Bank saß.
Die Rot-Weißen versuchten früh zu stören, hatten aber so ihre Probleme im Spielaufbau. Der Gast aus Stuttgart dagegen versteckte sich nicht und kam in der fünften Minute durch einen abgefälschten Savranlioglu-Schuss zur ersten Möglichkeit: Zum Glück bekam Erfurts Schlussmann Rickert noch die Hand an den Ball. Der Mannschaft von RWE-Trainer Schwartz merkte man zunehmend den Erfolgsdruck an, denn im Angriff lief wenig zusammen. So landeten Freistöße zumeist im Aus und bei Gegenstößen verhaspelten sich die Thüringer regelmäßig. Es dauerte glatt 38 Minuten, bevor die Gastgeber zu ihrer ersten nennenswerten Chance kamen. Die war jedoch nicht mal schlecht: Drexler gab in die Mitte, dort stand Strangl und versuchte die Kugel ins Netz zu schlenzen. Allerdings ging das Leder rechts vorbei. Mehr kam von den Thüringern in Hälfte eins nicht.
Auslosung im Thüringen-Pokal
Spannung gab es dann zumindest in der Pause, als die Viertelfinal-Begegnungen im Thüringenpokal ausgelost wurden. Der Hammer: Erfurt muss am 31. Oktober beim Sieger der Partie zwischen Sondershausen und Jena antreten. Bei einem Erfolg der Zeiss-Kicker kommt in beiden Fan-Lagern garantiert Freude auf. Zudem empfängt Geratal den ZFC Meuselwitz, Siebleben trifft auf Arnstadt und Nordhausen muss zu Schott Jena reisen.
RWE bekommt Goalgetter Grüttner nicht in den Griff - Fans sauer
In Hälfte zwei hatten die rot-weißen Fans auf eine Steigerung ihres Teams gehofft, stattdessen wurde es aber noch schlimmer. In der 52. Minute haute Pechvogel Oumari über den Ball – die Einladung für Marchese. Der Mittelfeldspieler schnappte sich die Kugel und vollendete aus elf Metern ins rechte Eck zur Stuttgarter Führung. Nun brachen die Erfurter völlig ein. Nichts ging mehr. Kickers-Sturmspitze Grüttner bedankte sich mit zwei Toren (69./74.) und schraubte sein Konto auf insgesamt acht Treffer. Bei beiden Toren des Goalgetters war die Erfurter Abwehr nur Zaungast und schaute "andächtig" zu. Jetzt reichte es den Fans. Sie nahmen den RWE-Präsidenten ins Visier und machten ihrem Frust mit "Rombach-Raus"-Rufen Luft. Nach der Partie stellte sich Rolf Rombach den Anhängern und diskutierte mit ihnen vor der Geschäftsstelle. Rot-Weiß stehen schwere Zeiten bevor.
Das sagten die Trainer
Dirk Schuster (Stuttgarter Kickers): "Ich bin froh und glücklich über die drei Punkte. Das war heute sicherlich kein hochklassiges Spiel von beiden Mannschaften. Wir haben defensiv gut gestanden. Aufgrund der zweiten Halbzeit, wo wir die Konter nach der Führung hervorragend ausgefahren haben, sind wir verdient als Sieger vom Platz gegangen. Alle, die mit waren, haben Anteil an dem Erfolg."
Alois Schwartz (Rot-Weiß Erfurt): "Es ist natürlich bitter und enttäuschend. Der Stachel ist noch tiefer hinein gedrückt worden. Nach einer ordentlich runtergespielten ersten Halbzeit gehen wir mit einem 0:0 in die Pause. Was sich dann nach dem 0:1 abspielte, hatte nichts mehr mit Fußball zu tun. Die zweite Hälfte war insgesamt sehr deprimierend."
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