Fußball | 2. Bundesliga : "Veilchen" nach Pleite geknickt - Rico Schmitt angezählt
Nach der Niederlage beim Tabellenvorletzten Karlsruhe wird die Luft für den FC Erzgebirge Aue im Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga dünner. Präsident Bernd Keller geht langsam die Geduld aus und will alles auf den Prüfstand stellen. Der neue Sportchef Steffen Heidrich fordert ein anderes Auftreten. Am Sonntag hatte der FCE trotz Überzahl 1:2 beim KSC verloren.
Bei Fußball-Zweitligist FC Erzgebirge Aue schrillen nach der 1:2-Niederlage beim Tabellenvorletzten Karlsruhe die Alarmglocken. Trotz Tabellenplatz 13 sind es nur noch ganze vier Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone. Präsident Bernd Keller zählt bereits seinen Trainer an und sagt: "Es ist fünf vor zwölf, wir haben keine Zeit mehr."
Aue-Boss Keller vom Auftritt in Karlsruhe schwer enttäuscht
Vor allem der mangelnde Einsatz - bei den "Veilchen" traditionell das Rückgrat des Auer Stils - geben dem 67-Jährigen zu denken. Dazu kamen in Karlsruhe das wieder einmal ideenlose Spiel und das schwindende Selbstvertrauen. Keller sprach zudem kopfschüttelnd den Spielverlauf an: "Es ist haarsträubend, wie wir wieder einmal eine Führung so leichtfertig vergeben haben." Beim KSC, der unter dem neuen Trainer Jörn Andersen zuvor alle fünf Partien verloren hatte, war Aue durch Ronny König (17.) in Führung gegangen. Ein schneller Ausgleich durch Pascal Groß (22.) und ein Treffer von Steffen Haas (55.) drehten das Match. Auch aus einer Roten Karte für Altstar Buckley (KSC) nach einer Tätlichkeit gegen Hochscheidt eine Minute nach dem 1:2 konnten die Sachsen kein Kapital schlagen.
Auer Führung schlägt Alarm
Dafür schlagen sie im sonst so ruhigen Erzgebirge schon vergleichsweise heftig Alarm. Präsident Bernd Keller sagte vor der turnusmäßigen Vorstandssitzung am Montagnachmittag: "Da werden wir alles analysieren. Wir müssen unsere Schlussfolgerungen ziehen, denn so kann es nicht weiter gehen", erklärte der Präsident. Dass Trainer Rico Schmitt schon zur Disposition steht, wollte Keller zwar nicht bestätigen, zählte den Coach aber an: "Es rückt immer näher. Allerdings will ich mich nicht auf ihn einschießen. Der Trainer ist immer das schwächste Glied in der Kette."
Heidrich: Ende der Schönspielerei
Der Anfang des Jahres installierte Sportdirektor Steffen Heidrich soll in Einzelgesprächen die Stimmung im Team ausloten und dem Präsidium Bericht erstatten. Er nutzte schon die branchenüblichen Parolen und forderte mit markigen Worten mindestens einen Zähler gegen 1860 München: "Da muss ein Feuerwerk abgebrannt werden. Wir müssen auf jeden Fall punkten. Abstiegskampf ist nicht nur ein gutes Spiel machen, sondern kratzen, spucken und beißen." Gegen die "Löwen" sitzt Rico Schmitt auf jeden Fall noch auf der Trainerbank. Für danach wollte ihm Boss Keller gegenüber dem MDR keine Jobgarantie ausstellen. Torwart Martin Männel zitierte zur Situation seinen Ex-Kollegen Oliver Kahn: "Eier, wir brauchen jetzt Eier."
Partie am Freitag gegen 1860 gefährdet
Die nächste Partie am Freitag gegen 1860 München steht im Übrigen mächtig auf der Kippe. Die Rasenheizung ist eingeschaltet, aber die derzeitigen Temperaturen im Erzgebirge lassen eine Absage befürchten.
Ab Dienstag will der Verein versuchen, den Rasen mit Hilfe von Planen in einen akzeptablen Zustand zu bekommen. Sie sollen über die vereisten Flächen gelegt werden.
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