Fußball | 2. Bundesliga : Erdbeben in Aue: Heidrich geht - Baumann bleibt
Zweitligist Erzgebirge Aue nähert sich bedrohlich einem Abstiegsplatz. Am Montag haben die "Veilchen" gehandelt und Sportdirektor Steffen Heidrich den Laufpass erteilt. Trainer Karsten Baumann wird dagegen weiterhin Kommandos an der Seitenlinie geben.
Steffen Heidrich ist kein Sportdirektor mehr beim Fußball-Zweitligisten Erzgebirge Aue. Wie der Verein am Montag mitteilte, gehen Aue und der 45-Jährige ab sofort getrennte Wege. Heidrich war am 9. Januar 2012 als erster Sportdirektor im Erzgebirge vorgestellt worden.
Entscheidung gegen Heidrich und für Baumann
Nachdem Präsident Lothar Lässig und Aufsichtsratsmitglied Joachim Engelmann frisch aus dem Urlaub bzw. von einer Asienreise zurückgekehrt sind, tagten die Verantwortlichen am Montag und fällten die Entscheidung gegen Heidrich. Präsident Lässig sagte dazu: "Die Trennung erfolgte im beiderseitigen Einvernehmen. Unsere Auffassungen hinsichtlich der sportlichen Planungen waren einfach zu unterschiedlich." Zugleich gab der Präsident bekannt, dass Cheftrainer Karsten Baumann auch künftig in der Verantwortung bleibt: "Er bereitet unsere Mannschaft auf das Derby gegen Dresden vor. Dem ist alles andere unterzuordnen".
Heidrich: "Mannschaft hat Qualität"
Nach dem Aus als Sportdirektor in Aue hat Steffen Heidrich seine Entscheidungen vor allem auf dem Transfermarkt gerechtfertigt. "Die Mannschaft hat Qualität. Es ist reine Kopfsache, dass sie es nicht so umsetzten kann". Dreckige Wäsche wollte der gebürtige Erlabrunner aber zum Abschied nicht waschen: "Ich hatte eine Strategie für den Klub entwickelt. Wenn die Vereinsführung die nicht mittragen will, dann ist es besser, wenn man getrennte Wege geht". Heidrich hatte erst vor gut einem Jahr den neugeschaffenen Posten des Sportdirektors im Erzgebirge übernommen.
Ungenügende Bilanz zwang zum Handeln
Die Bilanz von Aue sieht nicht gut aus. In fünf Spielen dieses Jahr holte Aue ein mageres Pünktchen. Mit insgesamt 24 Zählern trennen die Baumann-Schützlinge nur das bessere Torverhältnis von einem Platz im Tabellenkeller. Gerade die letzte 0:3-Pleite bei Union Berlin offenbarte die Schwächen der Erzgebirgler und sorgte für ratlose Gesichter. Noch am Freitag hatte sich Sportdirektor Heidrich um ein klares Bekenntnis zu Coach Baumann herumgedrückt: "Wir müssen das Spiel setzen lassen und auswerten. Es muss etwas geschehen". Nun hat es Heidrich selbst erwischt.
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