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Fußball | DFB-Pokal : Dynamo droht erneut Pokal-Ausschluss

Dynamo Dresden und die Krawalle. Fans des Fußball-Zweitligisten haben im Pokalspiel am Mittwoch bei Hannover 96 erneut für negative Schlagzeilen gesorgt. Nun drohen den Schwarz-Gelben drastische Strafen, der DFB ermittelt bereits. Bundesliga, DFB und Polizei reagierten unterschiedlich auf die Vorkommnisse.

Anhänger des Zweitligisten Dynamo Dresden stürmen vor dem DFB-Pokalspiel Hannover 96 gegen Dynamo Dresden einen Zugang zur AWD-Arena in Hannover

Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden muss nach erneuten Ausschreitungen einiger Fans den Ausschluss aus dem DFB-Pokal befürchten. Der Kontrollausschuss des Deutschen-Fußball-Bundes (DFB) leitete am Donnerstag Ermittlungen zur Randale rund um das DFB-Pokalspiel am Mittwoch in Hannover ein. Da Dynamo beim DFB als Wiederholungstäter gilt, drohen drastische Strafen.

DFB-Generalsektretär Sandrock: "Wollen die Bilder nicht sehen"

Polizisten nehmen vor der AWD-Arena in Hannover einen Anhänger des Zweitligisten Dynamo Dresden fest
Die Polizei nahm nach den Ausschreitungen in Hannvoer 18 Personen vorläufig fest.

"Wir wollen Bilder wie in Hannover nicht sehen", sagte DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock am Donnerstag. Man werde die Vorfälle analysieren. Danach sei es "die Aufgabe unserer unabhängigen Sportgerichtsbarkeit, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen." Vor dem knappen Pokal-Aus der Dresdner in Hannover (4:5 n.E.) hatten Anhänger der Sachsen vor dem Spiel die Eingänge des Stadions in Hannover gestürmt. Nach Angaben der Polizei wurden drei Anhänger festgenommen. In vorübergehendes polizeiliches Gewahrsam kamen 18 Personen, insgesamt gab es neun Verletzte. Während des Spiels wurde zudem Pyrotechnik in beiden Fanblöcken gezündet. Nach der Partie versuchten einige Dresdner Anhänger, das Spielfeld zu stürmen.

Dynamo ist Wiederholungstäter

Besondere Brisanz bekommen die Ausschreitungen von Mittwoch dadurch, dass Dynamo bereits mehrfach für ähnliche Vorkommnisse bestraft wurde. Erst vor einem Jahr war der Zweitligist nach Ausschreitungen rund um das Pokalspiel bei Borussia Dortmund schon einmal vom nun laufenden DFB-Pokal-Wettbewerb ausgeschlossen worden. Erst das DFB-Bundesgericht kippte dieses Urteil später und verhängte stattdessen ein Geisterspiel in der 2. Bundesliga sowie eine Geldstrafe in Höhe von 100.000 Euro. Der Vorsitzende des DFB-Bundesgerichtes, Goetz Eilers, hatte nach der Abmilderung des Urteils von einer "letzten Warnung an den Verein Dynamo Dresden" gesprochen.

Dynamo: Bestürzung und Kritik

Der Zweitligist nannte die Ereignisse von Hannover in einer Pressmitteilung "bestürzend." Einige wenige Personen hätten einen überwiegend positiven Eindruck des Dynamo-Gastspiels mit rund 10.000 stimmungsvollen Fans getrübt. Dass dies geschehen sei, "beschämt und empört uns", heißt es in der Mitteilung. Der Verein kündigte eine interne Analyse und eine Stellungnahme gegenüber dem DFB an. Dynamo kritisierte aber auch Gastgeber Hannover und den DFB. Zur künftigen Verbesserung der Stadionsicherheit forderte der Verein "standardisierte Abläufe für die Vorbereitung von Risikospielen, die respektvolle Einbeziehung des Gastvereins und seiner Expertisen sowie die professionelle Vorbereitung und Koordination des Ordnungsdienstes, vor allem am Einlass".

Fink: "Maßnahmen verschärfen" - Heldt: "Nicht pauschalisieren"

Jürgen Klopp, Trainer BVB Dortmund
Dortmunds Trainer Klopp: "Es geht nicht darum, einen Verein auszuschließen."

Aus der Bundesliga, von der Polizei und vom DFB gab es unterschiedliche Reaktionen auf die Ereignisse von Mittwoch. Der Trainer von Bundesligist Hamburger SV, Thorsten Fink, forderte: "Die Maßnahmen müssen noch drastischer werden. Man will ja noch mit der Familie ins Stadion gehen können." Polizeisprecher Dirk Hallmann erklärte: "Es macht uns betroffen, dass die Dynamo-Fans das Spiel nicht genutzt haben, um ihr negatives Image zu verbessern." Eher differenzierend äußerten sich Jürgen Klopp, Trainer von Borussia Dortmund, und Host Heldt, Sportvorstand von Schalke 04. Klopp sagte: "Es geht nicht darum, einen Verein auszuschließen. Dynamo Dresden hat so viele Fans, denen es nur um Fußball geht." Heldt erklärte: "Das was passiert ist, ist nicht zu akzeptieren. Man darf aber nicht pauschalisieren, von den 10.000 Dresden-Fans waren 9.500 in Ordnung." Und auch Liga-Präsident Reinhard Rauball will keine Pauschalverurteilung von Dynamo Dresden haben: "Man muss differenzieren, ob es Fans oder potenzielle Straftäter sind."

Kritik am Veranstalter Hannover in MDR-Nutzerkommentaren

Einige User von MDR.DE weisen in den Nutzerkommentaren des Spielberichtes auf teilweise unzumutbare Verhältnisse am Stadioneingang hin. So schreibt "dynamooldie": "Ich frage mich warum werde ich 1,5 Stunden am Eingang wie Vieh behandelt?". Ein User mit dem Nickname "Ronald B." bezeichnet die Situation am Einlass als "absolute Katastrophe. 3 Eingänge für 10.000 Leute ist ein Witz!" Kritik an Gastgeber Hannover kommt auch von "Betrachter": "Hannover der Veranstalter des Events. Hannover wusste, dass ca. 10.000 Fans kommen werden, dann richte ich mich mit dem Einlass entsprechend ein."

Zuletzt aktualisiert: 03. November 2012, 18:39 Uhr

72. SteffenD:
@Axel Natürlich muss es strafen geben und zwar drastische aber es müssen auch die bestraft werden die für das Vorgefallene verantwortlich sind! Es müssen Strafanzeigen gestellt werden und die Täter ermittelt werden , dann hat die Polizei etwas sinnvolles zu tun und wird ihrer Aufgabe Straftaten zu verhindern und Täter zu ermitteln wieder gerecht! Danach dann ist unsere Justiz gefordert harte Strafen auszusprechen, doch wahrscheinlich ist für unsere korrupten Anwälte dabei nicht allzu viel zu verdienen weshalb man sich lieber mit Abmahnverfahren und Unterlassungsforderung beschäftigt ..... Nicht der Verein Dynamo Dresden hat eine Straftat begangen sondern ein paar kriminelle gewaltbereite Personen die von unserer Justiz ermittelt und bestraft werden müssen
02.11.2012
14:52 Uhr
71. Steffen:
Zitat eines 96er Fan: "Als 96-Fan war ich gestern - wie bei jedem Heimspiel unserer Roten - natürlich auch im Stadion. Ich muß sagen, dass ich mich mehr über die Pyros unserer eigenen "Fans" geärgert habe, als über die Dresdner. Dazu muß man wissen, dass 96 schon etliche 10.000,-- Euro Strafe wegen dieser Leute bezahlen mußte und unsere Fans - zumindest im Stadion - mit der Fackelei angefangen haben. Wenn ich aber heute die Medien betrachte, muß man denken, dass es im Stadion eine Art "Bürgerkrieg" gegeben hat, den die Dresdner angezettelt haben. Ich empfand das absolut überhaupt nicht so, sondern war beeindruckt von der Unterstützung der Dresdner für ihre Mannschaft, die sich übrigens besser geschlagen hat als mancher Bundesligist, den ich in unserem Stadion gesehen habe. Auch den - natürlich blödsinnigen -"Platzsturm" nach Abpfiff fand ich überhaupt nicht bedrohlich."
02.11.2012
14:44 Uhr
70. Marco:
Einseitig berichten ist doch gut für die Medien und noch besser, für das liebe, einfache deutsche Volk. Und hervoragend, dass man jetzt für seine GEZ-Gebühren sogar bei öffentlich-rechtlichen Sendern diesen durchaus schlecht recherchierten Quatsch lesen, sehen und hören darf. Da muss man dafür zum Glück kein RTL mehr konsumieren. Danke MDR. Trotz alledem möchte ich damit keine Gewalt der Welt für gut heißen und jegliche Gewalt verurteilen. Aber wenn die Medien und viele schlaue Schreiberlinge hier auch alle Gewalt auch so schrecklich verurteilen, dann bitte wirklich alle(s) und nicht nur, der schlimmen Dynamos. GANZ Deutschland hat seit Monaten dieses Problem. Egal ob Köln, München oder Frankfurt. Und ein Blick über das Fussballstadion hinaus: Beim Oktoberfest in München nennt die Polizei es ein Erfolg, wenn es keine versuchten Mordanschläge gibt. Über Randale, Festnahmen und Verletzte in München spricht gleich gar niemand. Aber immer feste auf Dynamo Dresden. Ganz große Klasse...
02.11.2012
14:40 Uhr
69. Steffen:
Wo sind eigentlich die Bilder der randalierenden Dresdner Fans. Überall geistern immer nur die gleichen Bilder herum. Ja Fans ziehen mit Bengalos zum Stadion, gut das ist mittlerweile fast überall gang und gebe. Warum zeigt man nicht abschreckenden Bilder der Hannoveraner, Das hat doch System! Wow 16 Festnahmen bei 12.000 Fans. Das ist wenig! Ok, auf dem Spielfeld haben keine Zuschauer was zu suchen, nur hier von Randale zu sprechen ist ja an den Haaren herbeigezogen. Man sieht hier immer nur "Fans" und Spieler im Gespäch miteinander und noch keine Leichen (teile)! Wie war das doch bei BVB vs. S04; 180 Festnahmen und Steinewürfe usw. Aber das ist am nächsten Tag vergessen. Übrigens konnte man beim TV-Spiel Düsseldorf vs Gladbach auch Bengalos und viel Rauch erkennen (Gladbacher Block), aber das zählt ja nicht. Bitte bitte liebe Redaktion, mal sachlich und differenziert sowie nicht immer so einseitig berichten!!!
02.11.2012
14:13 Uhr
68. Bennobär:
@axel; zum Thema was kann man dagegen tun: Man muss diejenigen die randalieren und zündeln festnehmen und wegsperren oder empfindliche Geldtstrafen auferlegen - egal bei welchem Verein das passiert und egal welchem Fanlager derjenige angehört. Man muß die Einlasskontrollen so durchführen, wie es sein sollte, damit man auch was finden kann wenn man will. Man sollte generell die Polizeitaktik überprüfen - defensivere und unauffälligere Einsätze würden sicherlich zu weniger Provokation und damit Übergriffen auf die Polizeit führen. Man muß die Infrastruktur von Fußballspielen verbessern - Fanströme dürfen sich nicht kreuzen, zügige Abfetigung am Eingangsbereich. Eines sollte man bedenken: Derjenige der Randale machen will, macht das auch, egal an welchem Ort und bei welchem Verein. Durch den Fantourismus (bzw. Gewalttourismus) hat doch keiner die Kontrolle darüber, das im Fanblock nur Leute aus dem jeweiligen Fanlager stehen.
02.11.2012
13:21 Uhr
67. tut nix zur Sache:
Dynamo Fans,meine Solidarität habt Ihr.Wenn Ich sehe wie die Ereignisse letztens von BVB-S04 unter den Tisch gekehrt werden und hier wieder mit zweierlei Maß gemessen wird,sehe ich keine neutrale Rangehensweise des DFB meinerseits.Gruss von einem Jena-Fan
02.11.2012
13:19 Uhr
66. SteffenD:
@Axel Natürlich muss es strafen geben und zwar drastische aber es müssen auch die bestraft werden die für das Vorgefallene verantwortlich sind! Es müssen Strafanzeigen gestellt werden und die Täter ermittelt werden , dann hat die Polizei etwas sinnvolles zu tun und wird ihrer Aufgabe Straftaten zu verhindern und Täter zu ermitteln wieder gerecht! Danach dann ist unsere Justiz gefordert harte Strafen auszusprechen, doch wahrscheinlich ist für unsere korrupten Anwälte dabei nicht allzu viel zu verdienen weshalb man sich lieber mit Abmahnverfahren und Unterlassungsforderung beschäftigt ..... Nicht der Verein Dynamo Dresden hat eine Straftat begangen sondern ein paar kriminelle gewaltbereite Personen die von unserer Justiz ermittelt und bestraft werden müssen
02.11.2012
13:18 Uhr
65. Edelsachse:
Bei einigen scheint hier das Gehirn( falls überhaupt vorhanden) ausgeschaltet zu sein. Für diesen Zwischenfall der Polizei , oder H96 die Schuld zu geben, grenzt schon an Perversion.Auch haben hier viele nichts besseres zu tun, als andere Vorfälle bei anderen Vereinen zu suchen. Fakt ist, das DD dafür bekannt ist, dass es immer wieder zu Ausschreitungen kommt. Was hat der Verein und die vielen friedlichen Fans getan, um hier etwas zu verändern??? NICHTS ZÄHLBARES. Ich kann diejenigen nur unterstützen, die jetzt den Ausschluss vom Pokal fordern, würde aber noch weiter gehen. Solche Vereine gehören vom überregionalen Fussball gänzlich ausgeschlossen. In Sachsen gibt es ja derlei nun schon 2 Vereine, die Fussball- Deutschland nicht braucht. Soll DD und Lok doch künftig die Landesliga verunsichern, da bleiben die Kosten wenigstens in Sachsen und man begreift dann im Freistaat, das es besser ist, solche Vereine aufzulösen.
02.11.2012
13:01 Uhr
64. Riesaer:
Weiß der - von unseren Gebühren bezahlte (!) Journalist eigentlich, dass 12 (in Worten zwölf!) Vertreter von Dynamo (Fangemeinschaft, Fanprojekt usw.) beim Fantreffen in Berlin dabei waren, oder will er es nicht wissen? Das ist entweder schlampige Recherche oder bewusstes Verschweigen. Und der MDR als öffentlich-rechtliche Anstalt duldet und fördert diese Art von "Journalismus"! Danke, Frau Wille!
02.11.2012
12:55 Uhr
63. BAUMSTAMM:
Schuld an allem sind die Ordner und der Verein.... Kannste sagen was du willst, die Ordner kennen "ihre Fans" (randalierer, sind meist selbst in der Gruppierung) und lassen die einfach durch spazieren... wird nur kurz abgetastet und das war´s. Richtiges Personal... Richtige Entscheidungen... Richtige Vereinsführung... Das sind mittel zur Bekämpfung gegen die Randalierer. Stehplatzverbot!!! Keine Gewalt und keine Pyrotechnik!!!
02.11.2012
12:53 Uhr

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