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Fußball | DFB : Sportgericht: Täter statt Klubs bestrafen

In der Debatte um die Sicherheit im deutschen Fußball hat die Sportgerichtsbarkeit des Deutschen Fußball-Bunds ein Positionspapier verabschiedet. Das bestätigte Rainer Koch, der DFB-Vizepräsident für den Bereich Recht.

Umdenken beim Sportgericht

Ordner geleiten einen Störenfried vom Spielfeld.
Der DFB will die Täter mehr ins Visier nehmen. (Archivbild)

In dem Papier rückt der Verband davon ab, vor allem die Vereine mithilfe von hohen Geldstrafen, Fan-Teilausschlüssen oder Geisterspielen zu bestrafen. Diese Versuche der Disziplinierung führten zu keinem Erfolg, heißt es. Demnach sehen die DFB-Justiziare vor allem die bisherige Praxis als gescheitert an, wonach die Vereine mit Geldstrafen belegt werden, deren Fans in den Stadien gezündelt oder randaliert haben. Das halte die Übeltäter aber nicht von weiteren Straftaten ab. "Es hat sich herausgestellt, dass die Vereine die Geldstrafen abbuchen. Das ist nicht der Ansatz, darüber nachzudenken, wie die nächste Strafe verhindert werden soll", sagte DFB-Jurist Hans E. Lorenz. "Im Vordergrund steht die Idee, den Täter zu ermitteln. Bisher konnte er sich sehr häufig in der Masse verstecken."

Dynamo verkaufte "Geistertickets"

Eine Frau hält ein "Geisterticket" für das "Geisterspiel" in der 2. Fußball-Bundesliga am kommenden Sonntag (11.03.2012) zwischen Dynamo Dresden und dem FC Ingolstadt in der Hand.
Dynamo verkaufte "Geistertickets".

Auch die Strafe der Geisterspiele wurden von den Klubs so gut es geht umgangen. So verkaufte zum Beispiel Dynamo Dresden Geistertickets, um die Ausfalleinnahmen eines Geisterspiels zu kompensieren. Deshalb setzte beim DFB-Sportgericht ein Umdenken ein. Um mehr Akzeptanz für die Maßnahmen zu bekommen, will das Sportgericht den Fokus nun auf die Täter richten. Werden sie gefunden, wirkt sich das strafmildernd auf die Vereine aus. Befindet sich die Sicherheitstechnik auf modernem Niveau und gibt es einen professionellen Ordnungsdienst, könnten die Klubs sogar straffrei ausgehen. In der vergangenen Saison hatte das Sportgericht 601 Fälle von Fehlverhalten von Zuschauern verhandelt - vornehmlich das Abbrennen von Pyrotechnik und Böllern. Meist wurden dabei Geldstrafen ausgesprochen.

DFL-Klubs wollen im Dezember Maßnahmen verabschieden

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (2.v.l., CSU) , DFB-Präsident Wolfgang Niersbach (3.v.l.) und Ligapräsident Reinhard Rauball (3.v.r.) sprechen während des Bundesliga-Sicherheitsgipfels auf Einladung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) in Berlin.
Die Politik fordert vom Fußball Antworten.

Zum Positionspapier der Sportrichter sollen sich die 36 Klubs der ersten und zweiten Bundesliga, darunter Erzgebirge Aue und Dynamo Dresden, bis zum 22. Oktober äußern. An diesem Tag findet die nächste Sitzung der Kommission Sicherheit der Deutschen Fußball-Liga statt. Anschließend werden konkrete Maßnahmen für 2013 ausgearbeitet. Diese Maßnahmen wollen die Klubs auf ihrer Vollversammlung am 12. Dezember beschließen. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich fordert einen solchen Maßnahmenkatalog.

Auszüge aus dem Positionspapier

  • Primäres Ziel ist nicht die Bestrafung von Vereinen, sondern die Ermittlung der Täter und deren Bestrafung.
  • Strafen gegen Vereine sollen vor allem dann verhängt werden, wenn diese ihrer Pflicht zur Tatverhinderung und Tataufklärung nicht nachgekommen sind.
  • Gewalt, rassistische oder diskriminierende Äußerungen sowie der Einsatz von Pyrotechnik dürfen nicht toleriert werden
  • Die Einbeziehung der Fans in die Diskussionen über Stadionordnungen sind wünschenswert.
  • Der Kontrollausschuss soll künftig mehr Maßnahmen erarbeiten, die die Durchsetzung der Ordnung und die Ermittlung der Täter gewährleisten können.
  • Die Vollstreckung von Strafen (Geldstrafen, Teilausschlüsse oder Geisterspiele) sollte ganz oder teilweise zur Bewährung ausgesetzt werden können.
  • Besonders strafmildernd sollte sich künftig die Ermittlung der Täter auswirken.

Zuletzt aktualisiert: 15. Oktober 2012, 18:05 Uhr

4. ich:
nach dem motto einer bekannten ultra-szene: [...] dfb! [Löschung einer unsportlichen Formulierung - MDR.DE_Redaktion]
16.10.2012
17:48 Uhr
3. Der Alte:
Ach nee, das ist ja man eine ganz neue Herangehensweise: Direkt den Täter und nicht die Opfer zu bestrafen. Hui, das ist neu. Wahnsinn, was sich die Herren von der DFL so ausdenken, nicht auszudenken, wenn das andere Gerichte auch so machen zukünftig... nein Spaß beiseite. Fakt ist, das diese Gedanken hätte längst kommen müssen, Fakt ist aber auch, dass sich FussballFANS in Zukunft mal echte Gedanken machen müssen, ob es nicht an der Zeit wäre, solche Typen, die dem Verein schaden, einfach mal in ihre Schranken zu weisen, um ihrerseits dann ebenfalls ein postives Zeichen zu setzen. Stimmung geht auch ohne Pyro (und mit Ultras), so wie zuletzt bei SGD - AUE!
16.10.2012
16:59 Uhr
2. Eisenbahner:
... na guten Morgen die Herren!!! Auf die Idee wäre ich ja nieeeeeeee gekommen! RESPEKT! ...Es ist einfach unglaublich wie Fans und Vereine an der Nase herumgeführt und Verarscht werden!!! Bekommt das eigentlich auch mal jemand von den "Medien" mit?!?
15.10.2012
18:37 Uhr
1. Eisenbahner:
... na guten Morgen die Herren!!! Auf die Idee wäre ich ja nieeeeeeee gekommen! RESPEKT! ...Es ist einfach unglaublich wie Fans und Vereine an der Nase herumgeführt und Verarscht werden!!! Bekommt das eigentlich auch mal jemand von den "Medien" mit?!?
15.10.2012
18:24 Uhr

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