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Fußball | WM-Qualifikation : Ratlosigkeit nach einem Wahnsinnsspiel

Unfassbar! Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat im WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden einen 4:0-Vorsprung noch verspielt und musste am Ende mit einem 4:4 zufrieden sein. Dabei spielten die DFB-Kicker eine Stunde wie aus einem Guss und die "Tre Kronor" förmlich an die Wand. Doch dann kam ein unerklärlicher Einbruch und hinterließ beim Trainer und den Spielern kollektive Ratlosigkeit.

Spieler mit den Gedanken weit weg

Schwedens Zlatan Ibrahomovic (l.) und Deutschlands Bastian Schweinsteiger kämpfen um den Ball.
Schwedens Ibrahomovic (l.) und Deutschlands Schweinsteiger kämpfen um den Ball.

"Anscheinend haben wir es nach dem 4:0 abgehakt, das ist es normal ja auch. Aber wir haben unkonzentriert gespielt, Fehler gemacht, waren nicht mehr in der Ordnung, dann kassiert man gegen Schweden auf einmal vier Tore", sagte Kapitän Philipp Lahm. Bastian Schweinsteiger glaubte, dass die Mannschaft nach der klaren Führung bereits mit den Gedanken weit weg war.

"Natürlich ist das unerklärlich. So etwas habe ich noch nie erlebt. Es darf nie im Leben passieren, dass wir nach 4:0 noch Punkte hergeben. Ob die Diskussionen nun wieder losgehen, ist mir ehrlich gesagt egal", stammelte der Mittelfeldspieler. Doch natürlich beginnen wieder die Diskussionen. Wo ist der Führungsspieler, der die Mannschaft in kritischen Situationen mitreißt? Warum konnte Bundestrainer Joachim Löw von Außen keine Ruhe in das deutsche Spiel mehr bringen?

Löw erreicht Team nicht mehr

Joachim Löw
Bundestrainer Joachim Löw ratlos

Der Bundestrainer selbst musste am Spielfeldrand hilflos zusehen, wie der Vorsprung schmolz. "Wenn das Spiel mal in so eine Phase gerät, ist es schwierig, von außen richtig Einfluss zu haben. Ich habe versucht, einzelne Spieler nochmals daran zu erinnern, wie sie in ihre Positionen gehen sollen und konsequent arbeiten. Das Spiel ist irgendwie aus dem Ufer gelaufen und war nicht mehr zu korrigieren", sagte Löw, der nicht glaubt, dass nach dem Einbruch in der letzten halben Stunde in der Mannschaft mental etwas hängen bleibt. Es sei aber ein gutes Lernspiel gewesen.

DFB-Manager Oliver Bierhoff wurde bei seiner Kritik deutlicher: "Das sind die Dinge, die ich auch nach der Europameisterschaft gesagt habe, dass wir häufig den Fehler haben, dass wir unsere Gegner dominieren und dann durch Nachlässigkeiten wieder ins Spiel bringen. Das fehlt natürlich auch, um ganz nach oben zu kommen!"

Franz Beckenbauer nahm die DFB-Elf dagegen in Schutz. Er sprach von einem "Betriebsunfall". Er könne nur schmunzeln, denn so ein kurioses Spiel hätte er noch nicht gesehen. Etwas Schadenfreude äußerte dagegen Englands Fußball-Legende Gary Lineker, der seinen legendären Spruch zum deutschen Fußball umdichtete: "Fußball ist ein einfaches Spiel, bei dem 22 Männer 90 Minuten lang einem Ball hinterherjagen, und am Ende geben die Deutschen einen Vier-Tore-Vorsprung ab."

Frust bei DFB-Team nach dem Remis gegen Schweden.
Frust beim DFB-Team nach dem Remis gegen Schweden.

Zuletzt aktualisiert: 18. Oktober 2012, 14:57 Uhr

6. RBL:
Selbst wenn die 4:0 oder gerne auch 8:0 gewonnen hätten, jede Wette dass die auch in Brasilien 2014 nix reißen. Keine Anführer auf dem Platz, ein paar gute Individualisten wie Reus, Özil und Klose - das wars. Neuer ist auch nicht weltklasse, dann würde er konstanter spielen. Vor Deutschland brauch sich 2014 stand heute KEIN Team fürchten, außer vielleicht welche der Kategorie Honduras oder Costa Rica.
17.10.2012
20:44 Uhr
5. mattotaupa:
@ boss #2: und wo ist es das deutsche team? auf augenhöhe mit schweden ... wobei die schweden brauchten offenbar weniger zeit um die vier vorherigen tore zu egalisieren.
17.10.2012
17:51 Uhr
4. Stefan Kraft:
Auf [...]* und [...]* finden sich lesenswerte Analysen, wie die Schweden ab der 60. Minute ihre Strategie auf hohe Bälle umgestellt haben, worauf sich die DFB-Auswahl nicht richtig eingestellt hat. Und dass man bei 4:0 abschaltet und nicht mehr richtig ins Spiel findet, kommt wohl auch noch dazu (und eine erstaunliche Effizienz der Schweden - 4 Torschüsse, 4 Tore). Na ja, letztendlich ist Fußball halt manchmal so. Mal schauen, wie es weitergeht. (Dass jetzt die schwedische Auswahl als heimliche Sieger wahrgenommen werden - nachvollziehbar, wer den Schaden hat, braucht für den Spott leider nicht zu sorgen.) * Externe Links mussten leider gelöscht werden - MDR.DE-Redaktion
17.10.2012
17:06 Uhr
3. Klausi:
Sowas noch nie erlebt...? Ich denk da nur an Leverkusen DFB-Pokal 2011 in Dresden nach 3:0 Führung ab der 60.min oder noch schlimmer Dresden in Uerdingen 86... Es kann also doch schonmal passieren, shit happens ;)
17.10.2012
16:13 Uhr
2. Boss:
quatsche nicht so viel , ohne die Bayern Spieler wäre das Deutsche Team heute nicht dort wo es ist.
17.10.2012
14:29 Uhr
1. Dynamozicke:
einfach nur peinlich was sich die Nationalmannschaft geleistet hat die Lachnummer der Nation!Vielleicht mal einige Bayernspieler auswechseln!!!
17.10.2012
13:52 Uhr

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Pressestimmen zum Spiel

"Daily Mirror" (England): "Die Deutschen haben sich am Schwedenhappen verschluckt. Den Schweden gelang eines der großartigsten Resultate im internationalen Fußball überhaupt, als sie nach 0:4-Rückstand gegen Deutschland noch zurückkamen und sich ein Unentschieden verdienten."

"Kronen Zeitung" (Österreich): "4:4-Schock nach 4:0! Historische 'Schweden-Bomben' in der letzten halben Stunde trafen Deutschland ins Herz - Löw und seine Spieler fanden keine Erklärung."

"Áftonbladet" (Schweden): "Schweden braucht kein neues Nationalstadion in Stockholm. Wir haben schon eins in Berlin, wo wir von der Bahre wieder auferstanden sind. Das war wie ein Traum."


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