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Fußball | DFL-Sicherheitskonzept : Innenminister drohen Klubs

Neue Brisanz kurz vor der Verabschiedung des umstrittenen Sicherheitskonzepts: Die Innenminister von Bund und Ländern fordern fünf Tage vor der Liga-Versammlung am 12. Dezember von den deutschen Profi-Fußballvereinen deutlich mehr Einsatz für die Sicherheit in den Stadien.

Friedrich: Gewalt Realität in den Stadien

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich
Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich

In einem am Freitag beschlossenen Forderungskatalog verlangten die Politiker eine Ausweitung der Videoüberwachung, eine Qualifizierung der Ordnungskräfte, intensivere Einlasskontrollen, die Ächtung von Pyrotechnik und einheitliche Standards für Fanprojekte. Für Fanprojekte der drei Profiligen sollen mindestens zehn Million Euro bereitgestellt werden. Sollten die Vereine nicht ihren Pflichten nachkommen, müssten sie künftig für Polizeieinsätze in den Stadien zahlen, lautet die Forderung der Innenminister. "Ich finde es nicht lustig, dass einige Vereine noch immer glauben, Gewalt in den Stadien sei eine Erfindung der Politik. Sie ist leider Realität an jedem Wochenende", sagte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich. Jjeder dritte Polizei-Einsatz stehe mittlerweile im Zusammenhang mit einem Fußballspiel.

Faninitiative gegen Sicherheitskonzept

Ungeachtet der Drohungen aus der Politik hat sich die Fußballfan-Organisation "12:12 - Ohne Stimme, keine Stimmung" deutlich gegen die Verabschiedung des Sicherheitskonzepts ausgesprochen. In einer Pressemitteilung hieß es, dass man zu der Überzeugung gelangt sei, dass "alle Anträge des Antragspakets 1 abgelehnt werden müssen". Die Organisation hat die Schweigeaktion in den Stadien angeschoben, die an diesem Wochenende zum dritten Mal geplant ist.  

Demonstrierende Fans
Fans von Union und Kaiserslautern protestieren gegen das Sicherheitskonzept.

Zudem planen Fan-Organisationen an diesem Wochenende Protestmärsche. Den Anfang machten am Freitagabend die Fans vor dem Zweitligaspiel zwischen dem 1. FC Union Berlin und dem 1. FC Kaiserslautern. In Berlin protestierten rund 750 Anhänger beider Klubs gemeinsam friedlich gegen das DFL-Sicherheitspapier "Sicheres Stadionerlebnis". Weitere Protestaktionen sind am Sonnabend geplant – unter anderem auch in Dresden vor dem Heimspiel von Dynamo gegen den VfL Bochum.

Am 12. Dezember sollen die Fußballklubs der 1. und 2. Bundesliga über den neuen Sicherheitskatalog der deutschen Fußball-Liga und des DFB entscheiden.

Sollen die Vereine dem neuen DFL-Papier zustimmen?

  • Ja, sie sollen zustimmen!
     
    11 Prozent | 175 Stimmen
  • Nein, sie sollen nicht zustimmen!
     
    89 Prozent | 1451 Stimmen
Die Abstimmung ist beendet.

08.12.2012 | 15:59:47 Uhr | 1626 abgegebene Stimmen

Die Abstimmungsergebnisse sind nicht repräsentativ.

Zuletzt aktualisiert: 08. Dezember 2012, 11:45 Uhr

3. Hanns:
Hoffentlich wird endlich durchgezogen und die Vereine werden an den Kosten beteiligt!
08.12.2012
15:29 Uhr
2. mj:
wenn dem konzept zugestimmt wird gibts die kultur wie es sie jetzt gibt definitiv nicht mehr ein verein kann nix dafür wenn chaoten krawalle anzetteln.... liverpool konnte auch nix dafür das die "national front" meinte beim fussball zu agitieren. und ultras sind nicht immer auf krawalle aus, was leider in der öffentlichkeit immer extrem verzerrt wird unveu
08.12.2012
11:07 Uhr
1. Westsachse:
Was sollen die Vereine noch machen. Aber im Grunde zahlt doch jeder Zuschauer schon für den Einsatz, oder wo geht die Mehrwertsteuer hin vom Eintrittskartenpreis? Wo zahlen eigentlich die Vereine ihre Steuern hin und welche Löcher werden damit gestopft. Und von was werden Polizeieinsätze bezahlt? Richtig. Steuern, die jeder Verein und jeder Bürger auch zahlt. Vor Monaten hieß es noch: "Stadionbesuche sind so sicher wie noch nie." Und nun wieder so eine Panikmache und versuchte Abzocke.
07.12.2012
22:54 Uhr

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