Fußball | Sicherheitsgipfel : Weiterhin Stehplätze und weiterhin keine Pyrotechnik
Beim Sicherheitsgipfel des deutschen Fußballs hat es am Dienstag die erwarteten Ergebnisse gegeben. Neben einer Ablehnung von Pyrotechnik und dem Erhalt der Stehplätze wurden die finanzielle Zuwendungen für Fanprojekte umgeschichtet. Festgehalten wurden die Entscheidungen in einem Verhaltenskodex.
Der mit Spannung erwartete Sicherheitsgipfel des deutschen Fußballs hat am Dienstag in Berlin einen Maßnahmenkatalog gegen Gewalt in Stadien beschlossen. Zentrale Punkte sind eine erneute Pyrotechnik-Absage, der Stehplatz-Erhalt und eine Verbesserung der Fanarbeit.
Die DFB-Gelder für die Fanprojekte von bisher drei Millionen Euro werden um 50 Prozent aufgestockt. Freuen können sich die Länder und Kommunen, statt bisher einem Drittel müssen sie in Zukunft nur noch ein Viertel zur Finanzierung der Fanarbeit beitragen. Insgesamt gibt der Fußball für Stadion-Sicherheit derzeit mehr als 25 Millionen Euro aus. Zum Votum für Stehplätze in Stadien sagte Ligapräsident Reinhard Rauball: "Das ist eine gute Nachricht für Millionen friedliche Fußballfans." Stehplätze seien ein Markenzeichen des deutschen Fußballs. Zuvor hatte sich bereits Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich für einen Erhalt der Stehplätze ausgesprochen, aber auch angekündigt: "Wenn wir keine Ruhe in die Stadien bekommen sollten, dann wird man auch über diese strikteren Maßnahmen nachdenken müssen."
Friedrich: "Keine Gewalt, keine Pyrotechnik"
Ruhe in die Stadien bekommen will man nun mit einem von den beteiligten Vereinen unterschriebenen Verhaltenskodex. Dieser beinhaltet unter anderem die Ablehnung und Sanktionierung von Pyrotechnik sowie die Erhöhung von Stadionverboten von drei auf maximal zehn Jahre. "Ich bin sehr dankbar, dass ein Verhaltenskodex unterzeichnet wurde, indem klargemacht wurde: Keine Gewalt, keine Pyrotechnik, klare Grenzen mit klaren Sanktionen", sagte Friedrich. Fankultur und Gewalt schlössen einander aus. Falls alle verabredeten Maßnahmen nicht ausreichen würden, werde man sich noch einmal zusammensetzen.
Union Berlin nicht am Tisch
Bei der Konferenz berieten auf Einladung von DFB und DFL die Vertreter von 53 Proficlubs mit Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und dem Vorsitzenden der Innenministerkonferenz, Lorenz Caffier (CDU), über Maßnahmen gegen Gewalt in Stadien. An dem Treffen nahmen auch Wolfgang Niersbach, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), und Rauball teil. Von den eingeladenen Vereinen sagte lediglich Union Berlin seine Teilnahme ab. Der Sprecher des Zweitligisten, Christian Arbeit, begründete dies mit der kurzfristigen Zusendung des Kodexes. Dieser sei dem Verein erst am Montag am späten Nachmittag zugestellt worden. "Bevor solch ein Kodex verabschiedet werden kann, sollten sich die Vereine zunächst auf einen Konsens einigen können", sagte Arbeit.
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