Bundesligen

Fußball : Nach Dynamo: Chemnitzer FC suspendiert Spieler

Der Chemnitzer FC hat den Oberliga-Spieler Kevin Vietz wegen Ermittlungen nach Vorfällen beim DFB-Pokalspiel gegen Dynamo Dresden vorerst suspendiert. Das bestätigte CFC-Pressesprecher Sven-Uwe Kühn am Freitag dem MDR.

CFC-Spieler Kevin Vietz (mittig, himmelblaues Shirt) gehört der Profimannschaft an und unterstützte sein Team lautstark aus der Chemnitzer Fankurve.
CFC-Spieler Kevin Vietz (mittig, im himmelblauen Shirt, mit erhobenem Arm) im CFC-Fanblock

Vietz im Privatleben ein Ultra - Vorwürfe unklar

Gegen den 20-Jährigen, der vergangene Saison im erweiterten Profikader stand und in dieser Saison nur noch im Oberliga-Team vertreten ist, ermittelt die Polizei. Was ihm konkret vorgeworfen wird, wurde nicht mitgeteilt. Bekannt ist, dass Vietz privat zur Fangruppe der Ultras gehört. Er betreibt die Website "ultra-youngsters" und steht im CFC-Fanblock. Der "Bild-Zeitung" sagte Vietz: "Ich akzeptiere die vorläufige Entscheidung des Vereins, aber ich bin ganz ruhig. Ich bin mir keiner Schuld bewusst. Andere bekamen bereits Briefe oder Vorladungen, bei mir ist bisher davon noch nichts angekommen."

Bei weiteren Ermittlungen geriet Vietz ins Visier

Der Chemnitzer Kevin Vietz (vorn) im Laufduell mit dem Leipziger Djibril N Diaye.
Kevin Vietz ist Abwehrspieler (vorne, hier im Laufduell mit dem Leipziger Djibril N Diaye, Archivbild)

Bei der Pokalbegegnung am 20. August hatten Chemnitzer Fans mehrere Rauchbomben gezündet und den Dresdner Spieler Mickael Poté mit Affenlauten diskriminiert. Der CFC wurde daraufhin zu einer Geldstrafe von 25.000 Euro verurteilt. Die "Himmelblauen" stimmten dem Urteil zu. Unmittelbar nach Vorliegen des schriftlichen Urteils will der Chemnitzer FC gegen den ermittelten Täter, der die Tat bereits gestanden hat, zivilrechtliche Schritte einleiten und Regressansprüche in Höhe der Einzelgeldstrafe geltend machen. Gleiches trifft auf weitere Beteiligte zu. Bislang wurden gegen zehn Personen straf- bzw. ordnungsrechtliche Schritte eingeleitet und Stadionverbote ausgesprochen. Im Zuge der Ermittlungen geriet auch Vietz ins Visier. Er hatte in dieser Saison für das Oberliga-Team bislang drei Partien bestritten. Bei der ersten Mannschaft stand er in der vergangenen Saison fünf Mal im Kader, kam aber nicht zum Einsatz.

Sport im Osten: Volkhardt Kramer und Ronny Licht im "Webt@lk"

Wie sicher ist der Besuch eines deutschen Fußball-Stadions? Welchen Einfluss haben die Ultras? Auerbachs Geschäftsführer und NOFV-Mitglied Volkhardt Kramer sowie CFC-Ultra-Chef Ronny Licht waren Gäste im Webt@lk. [mehr]


Zuletzt aktualisiert: 22. September 2012, 18:08 Uhr

13. Red Jim:
@Kristallkugel: Sehr witzig! Aber was anderes haste wohl nicht mehr im Köcher, hä? Im übrigen dürfte hier im Falle Kevin Vietz tatsächlich noch Jugendstrafrecht gelten! - vorausgesetzt es (er)gibt (sich) überhaupt ein Straftatbestand!!! Bleibe trotzdem bei meiner Meinung-der Junge wirkt ja mit seiner Äußerung ggü. BILD ganz cool, aber das sind beileibe nicht alle 20jährigen, die sich nach eigenem Bekunden nichts vorzuwerfen haben, die mit derartiger Presse im MDR während eines Ermittlungsververfahrens überzogen werden würden. Ist jetzt vielleicht `n blöder Vergleich, aber ich muss da in puncto Voreiligkeit immer an den 17jährigen aus Emden denken... Und dann sollte man sich tatsächlich 2x überlegen, ob man über eine Suspendierung derart "sachlich mitteilt". Nur meine Meinung-offenbar ist deiner Meinung nach aber jeder, gg. den die Polizei ermittelt, natürlich auch schuldig...
24.09.2012
14:28 Uhr
12. Kristallkugel:
...genau: der Bub ist docgh noch soooo klein! Gerade mal erst zwanzig Jahr!! Ich glaub, da gilt noch das Kleinkinder-Strafrecht.
23.09.2012
17:20 Uhr
11. Red Jim:
@MDR:Naja-sachliche Berichterstattung o.k.-jedenfalls wird im Bericht Kevin Vietz im Zusammenhang mit dem ermittelten Täter u.weiteren Beteiligten genannt,das ist aus m.E. ganz schön deutlich,wenn man gleichzeitig aber einräumt,dass die genauen Vorwürfe unbekannt seien.Dass Kevin Vietz sich ggü.BILD geäußert hat,berechtigt ja natürlich auch dazu,sich auf genau dieses Niveau zu begeben u.loszulegen... Wenn am Ende was`dran ist an der Geschichte(keine Ahnung-durchaus möglich),o.k.-dann war man bei den ersten,die es gebracht haben,aber was,wenn sich die Vorwürfe in Luft auflösen?Berichtet Ihr dann genauso ausführlich auch darüber oder verläuft das dann im Sande?Wenn nicht,bliebe ja schließlich immer `was hängen nach dem Motto"selbst der MDR hatte über die Suspendierung berichtet..."Der Junge ist erst 20 J.!Denkt daran `mal jemand?Ich hatte übrigens nur meinen Eindruck von einer Vorverurteilung GLEICHENDEN Berichterstattung ausgedrückt-das is``n kleiner Unterschied!
23.09.2012
09:35 Uhr
10. TB:
@MDR Warum springt auf den selben Esel wie die BILD auf? Warum recherchiert ihr nicht vorher selber BEVOR ihr berichtet. Ihr wisst ganz genau was die BILD bezweckt. Das Problem an die massive Kritik an die Medien ist eben: Es wird selbst kaum bis gar nicht mehr recherchiert. Statt dessen nur Artikel kopiert und selbst was dazu formuliert. Nur wenige Journalisten machen sich die Mühe selber Hand anzulegen. Ist das denn so schwer? Genau das vermissen viele in Deutschland. Richtiger Journalismus, qualitativ, sachlich und objektiv (ohne Wertung) aufgearbeitet.
22.09.2012
21:34 Uhr
9. Theo:
Vielen Dank liebe MDR-Redaktion für ihre Stellungsnahme. Dass aber zwischennguter Recherche und Populismus ein gehöriger Unterschied besteht, dürften sie wohl auch schon mitbekommen haben. Vlt. kann man sich in der Zukunft auch durchaus dezenter zu solchen Themen äußern, dann nämlich wenn wirklich ewiesene Fakten vorliegen und nicht nur lose Stellungsnahmen, die noch nich t mal ihnen direkt gegeben werden , sonder nur übernommen werden. Beim Brauseverein sind Sie ja auch in der Lage ein durchweg positives Bild zu zeichnen ;)
22.09.2012
20:38 Uhr
8. MDR.DE_Redaktion:
Liebe User, verschiedene Kommentatoren werfen uns hier Vorverurteilung vor. Auf unsere Nachricht trifft dieser Vorwurf aber nicht zu. Wir teilen lediglich sachlich mit, was bislang öffentlich bekannt wurde. Unbelegte Behauptungen sind in der Nachricht nicht enthalten. Es ist richtig, dass bei Ermittlungen sensibel zu entscheiden ist, ob die Öffentlichkeit bereits informiert werden muss. Nun hat aber der Betroffene sich im Zeitungsinterview selber zu den Ermittlungen geäußert – genau darauf nehmen wir auch Bezug und lassen ihn selbst zu Wort kommen. Mit freundlichen Grüßen MDR.DE_Redaktion
22.09.2012
18:54 Uhr
7. wolle:
@2 und @ 3 kann man nur 100%ig zustimmen
22.09.2012
17:59 Uhr
6. Kristallkugel:
Wahrscheinlich weil Ultra nicht gleich Ultra ist!??! Als ob's gegen Ultras an sich geht - tsssssss... Mich nervt dieses unschuldige Reh-Äugchen-Gemache von den großen, starken Jungs, die plötzlich Angst kriegen, wenn's ernst wird!!
22.09.2012
17:21 Uhr
5. TB:
Selbst Manuel Neuer war Mitglied der Ultras Gelsenkirchen (Ultra-Gruppierung des FC Schalke 04). Wieso wird jetzt bei Kevin Vietz so ein Wind gemacht?
22.09.2012
16:57 Uhr
4. Kristallkugel:
...und ich dachte, in C gibt's keine Extremisten! (mdr.de/sachsen/chemnitz/cfc-zu-fans100.html) Dann liegt bei der ermittelnden Polizei sicherlich ein Missverständnis, nein: ein Fehler vor!! Oder?
22.09.2012
14:50 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

© 2013 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK