Fußball | 2. Bundesliga : Kitambala und Müller schießen Dynamo auf Relegationsplatz
22. Spieltag
Ein Sieg war Pflicht und genau den holte Dynamo Dresden vor 19.444 Fans gegen den SV Sandhausen. Ein 19-Jähriger wurde dabei nach seiner Einwechslung zum Matchwinner. Duisburg und Kaiserslautern trennten sich torlos. Cottbus verlor im Kampf um die Aufstiegs-Relegation bei Tabellennachbar FSV Frankfurt.
Mit 3:1 (1:0) hat Dynamo Dresden einen ganz wichtigen Sieg am Sonntag gegen Sandhausen eingefahren. Drei Monate traf Dynamo nicht vor heimischem Publikum. Gegen die Süddeutschen wurden es am Ende gar drei Tore. Vor dem Anpfiff zeigten die Dynamo-Fans Tausende Rote Karten gegen Gewalt, die vor der Begegnung auf ihren Plätzen verteilt worden waren.
Ouali macht viel Betrieb - Kitambala die Dynamo-Führung
Von der ersten Minute an gab Dynamo klar den Ton an, besonders über die linke Seite, namentlich durch Ouali, wurde Sandhausen permanent unter Druck gesetzt. Einen dieser schnellen Angriffe verwertete Kitambala aus sieben Metern zur Führung für die Hausherren (7.). Solga schickte Ouali, der von der linken Seite in den Strafraum eindrang und dem Torschützen den Ball auflegte. Genau drei Monate hatte es gedauert, dass die Dynamo-Fans ein Heimspiel-Tor bejubeln durften. Wenig später später schickte Kitambala per Fallrückzieher Kapitän Poté steil, allerdings schnappte sich Sandhausen-Schlussmann Ischdonat den Ball vor dem Angreifer (13.).
Ein Schlenzer von Ouali und ein 18-Meter-Schuss von Kitambala waren danach die besten Einschussmöglichkeiten für die Schwarz-Gelben. Sandhausen fing sich erst kurz vor der Halbzeit. Löning köpfte freistehend über den Kasten von Kirsten (39.) und Pischorn kam nach einem Eckball aus acht Metern zum Schuss - doch das Leder wurde ins Toraus abgefälscht (42.).
Pacult wechselt goldrichtig ein
Nach dem Seitenwechsel war das Tempo der ersten Hälfte bei den Schwarz-Gelben verschwunden. Die Gäste kamen besser in die Partie. Solga und Savic vertändelten schließlich den Ball an Löning, der Wooten genau in den Fuß spielte. Der 23-Jährige schoss aus 15 Metern von halbrechter Position zum Ausgleich ein (57.). Danach war Dynamo gelähmt und erst der Doppelwechsel von Coach Pacult in der 68. Minute brachte wieder Schwung in die Partie. Neben Ex-Kapitän Koch kam der erst 19 Jahre alte Müller ins Spiel. Er war es auch, der nach einem Eckball das Spielgerät aus einem Meter über die Linie (71.) zur erneuten Führung drückte.
Mit seiner nächsten Chance legte er gleich sein zweites Profi-Tor im zweiten Profi-Einsatz nach. Eine Vorlage von Poté zog er direkt auf den Kasten, traf den linken Innenpfosten und verwertete den Abpraller aus fünf Metern zum 3:1 (75.). Als der Sandhäuser Kandziora kurz darauf nach einem überharten Einsteigen gegen Savic die Rote Karte sah, war das Spiel praktisch entschieden.
Trainerstimmen
Peter Pacult (Dynamo Dresden): "Wir haben uns gut auf die gefährlichen Standards von Sandhausen eingestellt und die ersten 20 Minuten so absolviert, wie wir es uns vorgenommen hatten. Als uns das 2:0 nicht gelang, war der Faden irgendwann gerissen und wir haben viel zu viel gegnerische Aktionen zugelassen. Doch mit dem Wechsel sind wir dann wieder auf den richtigen Weg gekommen und können jetzt erst einmal etwas entspannter durchatmen. Das soll aber nicht heißen, dass wir für die nächsten Begegnungen nicht unter Druck stehen."
Hans-Jürgen Boysen (SV Sandhausen): "Mein Fazit sieht ziemlich traurig aus. Denn wir sind nach gutem Spiel zuletzt einigermaßen optimistisch nach Dresden gefahren. Doch hier hatten wir einige Anfangsschwierigkeiten, sind dann unaufmerksam in Rückstand geraten und haben lange gebraucht, um ins Spiel zu kommen. Das ist uns erst Ende der ersten und Anfang der zweiten Halbzeit gelungen. Doch anstatt sich nach dem Ausgleich mit dem Punkt zufrieden zu geben, wurde meine Mannschaft dann mehr und mehr verkrampft. Die Dresdner kamen dann eindrucksvoll zurück. Deshalb ist das 3:1 verdient."
FSV Frankfurt überrascht Cottbus mit erster Chance
Die Mannschaft von Cottbus-Trainer Rudi Bommer startete beim FSV Frankfurt mit mehr Spielanteilen besser ins Spiel. Die Hessen gingen aber mit dem ersten richtigen Angriff durch den Schweden Rasmus Jönsson (39.) in Führung. Bommer schickte in Frankfurt eine stark offensivorientierte Elf auf das Feld. Winterneuzugang John Jairo Mosquera spielte bei Energie Cottbus erstmals von Beginn an. Der ersehnte Torerfolg blieb aber auch im vierten Spiel nacheinander aus. Selbst eine 22-minütige personelle Überzahl nach einer Roten Karte für Marcel Gaus nach einer "Notbremse" brachte den Gästen vor 3.383 Zuschauern in Frankfurt nichts ein. Die Hessen überflügelten die Lausitzer dank des zehnten Saisonsieges sogar in der Tabelle.
Keine Tore aber zwei Platzverweise in Duisburg
Zwischen dem Gastgeber Duisburg und dem 1. FC Kaiserslautern ging es trotz des 0:0 hoch her. Duisburg hätte einen Foulelfmeter zugesprochen bekommen müssen (19.). Lauterns Albert Bunjaku traf die Latte (29.). Und MSV-Mittelfeldspieler Goran Sukalo flog wegen eines Kopfstoßes an der Seitenlinie vom Platz (40.). Auch Alexander Baumjohann hätte in dieser Szene Rot sehen können. Nach der Halbzeitpause fiel der phasenweise überforderte Schiedsrichter Thorsten Schriever auf eine Schwalbe des Duisburgers Sören Brandy rein (65.) und zeigte dem Ex-Duisburger Idrissou Gelb-Rot. Es war ein giftiges Spiel. Theatralische Einlagen und Diskussionen waren vor den 13.725 Zuschauern häufiger als Torchancen.
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