Fußball | 2. Bundesliga : Trainer sehen Absteiger als Favoriten
Geht es nach den Trainern der 2. Bundesliga, dann sind die Erstliga-Absteiger aus Berlin, Kaiserslautern und Köln auch erste Anwärter auf den Aufstieg. In einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa erhielten die Traditionsvereine die mit Abstand meisten Stimmen. Dynamo Dresden hat nur einer mit auf dem Zettel.
Trio zum Aufstieg verdammt
Hertha BSC hat mit Sami Allagui, Peer Kluge und Sandro Wagner gleich drei prominente Neuzugänge geholt. Obwohl die alte Dame mit rund 35 Millionen Euro verschuldet ist, leistet sie sich Erstliga-Gehälter. Die Zielrichtung ist klar: "Wir wollen aufsteigen", sagte Trainer Jos Luhukay. Angesichts der Verbindlichkeiten ist die Rückkehr in die erste Liga für die Hertha fast schon Pflicht. Ähnlich ist die Situation beim 1. FC Köln. 13 Millionen Euro spülte die Trennung von Lukas Podolski in die klamme Kasse. "Wir sind hochverschuldet und hochmotiviert", fasste Trainer Holger Stanislawski die Situation zusammen. Neben Podolski verließen zahlreiche Leistungsträger den Verein. Geholt wurden nur Spieler, die keine Ablöse kosteten. Auch die Pfälzer vom 1. FC Kaiserslautern mussten bei der Verpflichtung von Neuzugängen auf jeden Cent schauen. Dennoch gab der Verein rund eine Million Euro aus, um Mohamadou Idrissou von Eintracht Frankfurt loszueisen.
Neben dem Absteigertrio haben die Trainer mit 1860 München und dem FC St. Pauli zwei weitere Vereine auf dem Zettel, die sich ordentlich verstärkt haben. Reichlich investiert hat auch der FC Ingolstadt. An einen Aufstieg von Dynamo Dresden glaubt indes nur Duisburgs Trainer Oliver Reck. "Wie im letzten Jahr mit Paderborn wird es auch wieder ein Stück Wundertüte in den oberen Tabellenregionen geben - vielleicht Braunschweig oder Dresden."
Dynamo tritt auf Euphoriebremse
Gemessen an der Begeisterung und Euphorie zählen die Schwarz-Gelben sicher zu den ganz heißen Favoriten. Besonders nach dem überzeugenden 3:0-Sieg gegen Wast Ham United träumten die Fans bereits. Doch die sportliche Führung bremste. "Wir wollen den Klassenerhalt", sagte Robert Koch. Und auch Christian Fiel pflichtete ihm bei: "Lassen wir bitte die Kirche im Dorf." Trainer Ralf Loose will, dass sein Team "attraktiven Fußball spielt". Dafür wurden acht Neuzugänge geholt, die allesamt ablösefrei kamen. Schmerzlichster Abgang war sicher Zlatko Dedic, der vom VfL Bochum nur ausgeliehen war. Den Stürmer treffen die Sachsen bereits am 1. Spieltag wieder, wenn es in Bochum zum Aufeinandertreffen beider Vereine kommt.
Dynamo ohne Capitano
Bis dahin muss Dynamo aber noch einen neuen Mannschaftsführer bestimmen, denn wie der Verein am Dienstag bekannt gab, hat Cristian Fiel seine Kapitänsbinde abgelegt. Die Entscheidung, so der 32-Jährige, sei nicht leicht gefallen: "Ich war stolz, Kapitän dieser Mannschaft zu sein. Aber angesichts meiner persönlichen Eindrücke nach der Vorbereitung bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass es besser ist, wenn ich das Amt abtrete". Trainer Ralf Loose will nun bis zum ersten Spiel einen neuen Kapitän finden. Ein Kandidat soll Robert Koch sein.
Aue will die nötigen Punkte sammeln
Der FC Erzgebirge Aue stand erwartungsgemäß auf keinem Zettel, als es um die Aufstiegsfavoriten der 2. Bundesliga ging. Nachdem die Veilchen in der vergangenen Saison erst am letzten Spieltag den Klassenerhalt perfekt gemacht hatten, wird auch in dieser Spielzeit der Blick eher nach unten gerichtet sein. Dabei zeigte Aue in den Vorbereitungsspielen verschiedene Gesichter. Klaren Siegen folgten Niederlagen gegen Viktoria Köln oder den Halleschen FC. Kein Problem für Trainer Karsten Baumann, der auf die harten Trainingseinheiten verwies. Der Coach sieht sein Team gut vorbereitet. Bisher haben die Veilchen sechs Neue geholt, mit Stürmertalent Andreas Wiegel (zuletzt Schalke II) könnte noch ein weiterer hinzukommen. Bekanntester Neuzugang ist sicher Vlad Munteanu. Der Rumäne sammelte bereits in Wolfsburg und Cottbus Erstligaerfahrung. Zum Auftakt empfängt Aue bereits am Freitagabend den FC St. Pauli.
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