Fußball | 2. Bundesliga : Aue enttäuscht in Aalen - Köln stürzt weiter ab
6. Spieltag
Erzgebirge Aue hat am Freitag die dritte Niederlage in Folge einstecken müssen. In Aalen blieben die "Veilchen" über die gesamte Spielzeit blass und verloren mit 0:2. Dabei offenbarten die Erzgebirgler vor allem in der Offensive erhebliche Schwächen. Durchatmen dagegen in Berlin: Mit einem 2:1 über Bundesliga-Absteiger Köln feierte Union den ersten Saisonsieg. Aufstiegsaspirant St. Pauli musste beim FSV Frankfurt einen Rückschlag hinnehmen.
Zunächst Magerkost – dann übernahm Aalen die Regie
Im Vergleich zur letzten Woche begann Aue personell mit zwei Änderungen: Außenverteidiger Gerciali rückte für Rau in die Startelf. Zudem durfte in der Offensive Marc Hensel für Halil Savran von Beginn an ran. Aue-Trainer Baumann änderte auch sein System auf "4-4-2" mit Kocer und Sylvestr im Sturm. Genutzt haben diese taktischen Varianten zunächst nichts, denn offensiv kam vor der Pause wenig bei den Erzgebirglern zu Stande. In der ersten halben Stunde taten sich beide Teams schwer, Chancen zu erspielen. Einzig Sylvestr kam für die Gäste zum Abschluss, scheiterte aber aus spitzem Winkel an VfR-Keeper Fejzic (16.). Eine Viertelstunde vor der Pause übernahm Aalen dann die Regie und sorgte mehrmals für Gefahr im Auer Strafraum: Lechleiter zielte nach einem Dribbling aus 17 Metern nur knapp am Gehäuse vorbei (42.). In der Nachspielzeit der ersten Hälfte kam VfR-Mittelfeldspieler Dausch an den Ball, dribbelte sich durch die Auer Hintermannschaft, ohne angegriffen zu werden und traf aus knapp 30 Metern mit einem strammen Schuss in den Winkel. Aue-Keeper Männel war beim Gegentor chancenlos.
Aue erst nach dem Wechsel entschlossener
Aue-Coach Baumann reagierte auf den Rückstand und brachte zur zweiten Halbzeit Savran für den beim Gegentor unglücklich aussehenden Müller. Das zeigte Wirkung: Aue war nun präsenter und bissiger. Nach 52 Minuten kam Sylvestr nach Flanke von Gercaliu zum Abschluss, scheiterte aber am Aalener Torwart. Kurz darauf zielte der eingewechselte Savran nach Vorlage von Hänsel aus acht Metern nur knapp am Tor vorbei.
Nach einer guten Stunde hatten sich die Gastgeber wieder gefangen und nahmen die Partie wieder in die Hand. Gegen Hofmanns Fallrückzieher aus sieben Metern konnte Männel noch reagieren (64.). Sieben Minuten später war der Schlussmann der Veilchen gegen den Schuss von Lechleiter aus zehn Metern machtlos. Der VfR-Akteur überlupfte zuvor bei der Ballmitnahme Aue-Verteidiger Gercaliu, der dabei keine gute Figur machte. Zehn Minuten vor dem Ende dezimierten sich die Gäste selbst: Klingbeil sah nach einer Attacke von hinten in die Beine seines Gegenspielers die Rote Karte. Danach war die Partie praktisch entschieden.
Trainerstimmen
Karsten Bauman (Aue): "Es war ein verdienter Sieg für Aalen. Nach einer guten Anfangsviertelstunde haben wir uns den Schneid abkaufen lassen. Wenn man in der 45. Minute auswärts in einen Konter läuft, ist das natürlich sehr ärgerlich. Aus der Pause sind wir dann ganz gut rausgekommen, aber nach ca. 15 Minuten hatte sich der Gegner auf unser Spiel eingestellt. Die Rote Karte kann ich nicht nachvollziehen. René Klingbeil spielt ganz klar den Ball."
Ralph Hasenhüttl (Aalen): "Das Entscheidende heute war unsere aufopferungsvolle Art und Weise, Fußball zu spielen. Wir sind nicht in der Lage, einen Gegner an die Wand zu spielen, aber wir wollen ihn zumindest an die Wand laufen. Ich bin glücklich über den ersten Heimsieg. Dass wir zu Hause gewinnen können, hatten wir ja im Pokal schon nachgewiesen."
Nächste Pleite für Köln
Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln kommt in der 2. Liga nicht in die Gänge. Am Freitag verloren die Rheinländer mit 1:2 bei Union Berlin und warten damit weiter auf den ersten Saisonsieg. Der gelang dagegen ausgerechnet Gegner Union. Dabei ging Köln durch Brökers Foulelfmeter (3.) früh in Führung. Ein Pingpong-Tor von Silvio (28.) brachte den Berlinern den Ausgleich. Auf die Führung der Gastgeber durch Mattuschka (56.) fand Köln keine Antwort mehr. Die Gäste agierten viel zu harmlos. Ungeschlagen bleibt der FSV Frankfurt. Die Hessen schlugen den FC St. Pauli 2:1 (1:0) und sind auf Tabellenrang zwei geklettert. Roshi (7.) und Kapllani (62.) sorgten für die Tore der Hausherren. Ginczek traf nach 58 Minuten zum zwischenzeitlichen Ausgleich für die Gäste aus Hamburg.
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