Fußball | 2. Bundesliga : Dynamo beim Ost-Gipfel erstarrt
21. Spieltag
Die Vorfreude war groß, die Ernüchterung danach größer: Dynamo Dresden hat in der 2. Fußball-Bundesliga gegen Union Berlin eine deftige Niederlage kassiert. Im zweiten Spiel am Sonnabend ergatterte Karlsruhe einen Punkt in Braunschweig.
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Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden hat das 54. Ostderby gegen Union Berlin verloren. Beim 0:4 an der "Alten Försterei" hatten die mutlosen Dresdner nicht den Hauch einer Chance. Dabei ging auch eine lange Serie zu Ende: In den 14 Liga-Spielen zuvor hatte Dresden immer mindestens ein Tor erzielt. Das 0:4 war außerdem die höchste Saisonpleite.
Von Selbstvertrauen, Spielfreude und Lust war bei den Dynamos nur in den ersten 15 Minuten etwas zu sehen. In jener Anfangsphase musste Union zwei Mal in höchster Not vor dem einschussbereiten Dedic klären. Danach übernahmen die Gastgeber das Kommando, walteten und schalteten nach Belieben. Lediglich das Tor trafen die Hauptstädter nicht. Das lag aber nicht an der starken Dynamo-Abwehr, sondern an Unions Fahrlässigkeit. Dabei "glänzte" Stürmer Mosquera besonders, er schob nicht nur einmal aussichtsreich am leeren Tor vorbei. "Die Leichten kann er nicht, er macht nur die Schweren", witzelte sein Trainer Uwe Neuhaus nach dem Spiel. Mosquera war nicht der einzige "Chancentod". Mittelfeldmann Karl machte sich auf der Torlinie einen Knoten in die Beine und klärte statt zu treffen. Es schien als hätten die Dresdner das Glück gepachtet. Doch dann kam die 44. Minute – und ein Handspiel mit Folgen. Neuzugang Walch, der für den angeschlagenen Robert Koch spielte, riss die Hände vor das Gesicht und bekam den Ball ab. Der Elfmeter unglücklich, aber regelkonform. Unions Youngster Quiring ließ sich die Chance nicht nehmen und schob locker ein. "So ein Tor kurz vor der Pause tut richtig weh", analysierte Dynamo-Kapitän Fiél.
Union nach der Pause treffsicher
Nach der Pause verhinderte eine strittige Abseitsentscheidung den möglichen Ausgleich. Poté wurde fälschlicherweise zurückgewunken. Fast im Gegenzug zeigte Mosquera, dass er doch ein Torjäger ist. Nach einem Freistoß hob er die Kugel über Hesl. Und das zweite Gegentor ließ die Gäste aus Sachsen weiter erstarren. Während Union zu Galaform auflief, gingen die Dresdner mit wehenden Fahnen unter. Terodde (65./76.) nutzte dabei zwei Mal eklatante Abwehrschwächen und schraubte das Ergebnis in die Höhe. Dynamo fand nie ins Spiel, gewann keine Zweikämpfe und war mit dem 0:4 gut bedient. Damit egalisierte Union übrigens das Hinspiel-Resultat. "Es gibt solche Spiele wo nichts geht. Die Niederlage geht ganz sicher in Ordnung", schätzte Dynamo-Trainer Ralf Loose ehrlich ein.
Trainerstimmen nach dem Spiel
Ralf Loose (Dynamo): "Wir hatten uns das ganz anders vorgestellt. Wenn viele Spieler nicht in Form sind, dann geht ein Spiel aber so aus. Glückwunsch an Union zum Sieg. Sie haben verdient gewonnen."
Uwe Neuhaus (Union): "Wichtig war nicht das Ergebnis, sondern die drei Punkte. Die Art und Weise des Sieges ist erfreulich. Der Elfmeter kurz vor der Pause hat uns natürlich in die Karten gespielt. Die Abseitsentscheidung gegen Poté war dann knapp, im Gegenzug haben wir mit dem 2:0 die Vorentscheidung geschafft. Der Rest war dann nur noch Zugabe."
Nullnummer in Braunschweig
Im zweiten Spiel am Sonnabend erkämpfte sich der Karlsuher SC bei der Braunschweiger Eintracht ein torloses Remis. Nach dem 2:1-Sieg gegen Aue in der vergangenen Woche agierten die Badener in der ersten Halbzeit konzentrierter, konnten ihre Chancen aber nicht nutzen. Im zweiten Abschnitt agierten die Hausherren mit mehr Zug zum Tor und hatten zahlreiche Möglichkeiten. Die größte Chance machte in der 57. Minute KSC-Keeper Orlishausen zunichte. Er hielt einen Elfmeter des Braunschweiger Kumbela. Beide spielten übrigens einst gemeinsam für Rot-Weiß Erfurt.
