Oberliga

Vorwürfe : FSV Zwickau sucht Zeugen für antisemitische Fanrufe

Im Zusammenhang mit den mutmaßlich rechtsextremen Fan-Gesängen beim Oberliga-Heimspiel des FSV Zwickau gegen die Erzrivalen aus Aue werden nun die Stadionbesucher um Mithilfe bei der Aufklärung gebeten. Auf seiner Internetseite ruft der Fußballverein auf, ein Formular auszufüllen und an den Verein zu schicken. Darin sollen die Besucher des Spiels am 25. November gegen Aues Amateure angeben, ob sie rassistische oder antisemitische Parolen gehört haben. Wegen der Vorwürfe ermittelt die Staatsanwaltschaft. Wer das Formular ausfüllt, erklärt sich gleichzeitig dazu bereit, den Ermittlungsbehörden als Zeuge zur Verfügung zu stehen.

"Mit der Unterzeichnung bestätige ich als Besucher des Punktspieles FSV Zwickau gegen FC Erzgebirge Aue 2 am 25.11.2011 im Sportforum Sojus rassistische und/oder antisemitische Gesänge bzw. Sprechchöre wahrgenommen/nicht wahrgenommen zu haben. Den Behörden stehe ich als Zeuge zur Verfügung."

Online-Formular des FSV Zwickau

Der FSV Zwickau geriet vergangene Woche ins Zwielicht: Während des Oberliga-Spiels gegen Erzgebirge Aue II sollen im FSV-Fanblock rechtsextreme Gesänge zu hören und Transparente zu sehen gewesen sein. Außerdem zeigt ein Video, wie die Mannschaft in der Kabine gemeinsam "Sieg" rief und ein Einzelner "Heil" hinterherschickte, was mit Gelächter kommentiert wurde.

Zeitgleich zu diesen Vorkommnissen hatten in der Zwickauer Innenstadt 1.500 Menschen an die Opfer der mutmaßlichen rechtsextremen Neonazi-Mordserie erinnert.

Verein nennt Name des beschuldigten Spielers

Fans des FSV-Zwickau
FSV-Fans waren mit Transparenten aufgefallen, die rechtsextreme Hintergründe vermuten lassen.

Fußball-Oberligist FSV Zwickau hat nach anfänglichem Zögern zwischenzeitlich die Identität jenes Spielers preisgegeben, der in der Kabine nach einem allgemeinen "Sieg"-Ruf das umstrittene "Heil" gebrüllt haben soll. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, die Vereinsspitze habe dem Staatsschutz am Freitag den Namen des Mannes genannt. Der Spieler, gegen den wegen des Verwendens verfassungswidriger Kennzeichen ermittelt wird, soll nun vernommen werden.

Zuvor hatte der FSV mit seinen Mitteilungen Verwirrung gestiftet. Vorstandssprecher Gerhard Neef sagte am Mittwoch, man kenne den Namen. Einen Tag später widerrief er diese Aussage in der "Freien Presse".

Stadt kämpft gegen Image als rechtsextreme Hochburg

Zwickaus Oberbürgermeisterin Pia Findeiß betonte, dass das Verhalten der entsprechenden Fans dem Ansehen der Stadt weiter schade: "Ich schäme mich für solches Verhalten und entschuldige mich als Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau." Zwickau war als Zufluchtsort der aus Thüringen stammenden rechtsextremistischen Terrorzelle bundesweit in die Schlagzeilen geraten. Seither versuchen sich Einwohner und Stadtverwaltung gegen das Image als Hochburg der Rechtsextremen zu wehren.

Zuletzt aktualisiert: 05. Dezember 2011, 18:16 Uhr

23. zwigge:
Da ich davon ausgehe, dass der MDR unparteilich von allen sächsischen Fußballvereinen berichtet und journalistisch einwandfrei Beiträge mit Hindergrundrecherchen unterfüttert, wäre eine angemessene Klarstellung der tatsächlichen Geschehnisse sinnvoll. Mit der tendenziellen Überschrift "... für antisemitische Fanrufe" ist das sicher nicht getan. Man hätte auch einfach schreiben können:" FSV Zwickau sucht Zeugen"
07.12.2011
11:53 Uhr
22. Gebührenzahler:
So, jetzt gilt also erst einmal als erwiesen: Es gibt bisher von 2000 Zuschauern genau 3 Hinweise (einer von einem gegnerischen Fan und 2 aus dem Lager des links orientierten Klientels, die beide auch nicht selbst im Stadion waren !!!). Für uns als Anwesende und Fans des Zwickauer Fußballs nur ein kleiner Trost, wir werden jetzt durch die Propaganda der Medien bundesweit als Rechte abgestempelt. Herzlichen Dank dafür !
07.12.2011
10:54 Uhr
21. zwigge:
Haben die MDR-Mitarbeiter, die vor Ort waren, schon zur Wahrheitsfindung beigetragen? Filmmaterial? Tonaufnahmen? In der Freien Presse von heute Seite 2 ist folgendes zu lesen: [...] Warum steht jetzt infrage, ob es die Gesänge tatsächlich gab? [...] Hat der MDR schon solche Recherchen angestellt? [Löschung zweier umfangreicher Zitate aus urheberrechtlichen Gründen (Verhältnis von eigenen Aussagen und urheberrechtlich geschützten Aussagen Dritter) – MDR_Redaktion]
07.12.2011
10:17 Uhr
20. GermanGaucho:
top news: [externer Link gelöscht - bitte die Kommentar-Richtlinien beachten]
07.12.2011
09:18 Uhr
19. Sachse:
Das man im Osten gerade in Sachsen/Zwickau sich so über einen Verein aufregen kann der in der 5 Liga spielt................ Egal das bringt nix und das solche Szenen im Station ablaufen ist nix neues, mich wundert es echt das man das erst jetzt bemerkt, und versucht was dagegen zu unternehmen. Am besten ist es diesen Verein zu verbieten, Zwickau hat größere sorgen als sich um solche dinge zu kümmern.
06.12.2011
21:03 Uhr
18. Klaus:
Beim Nachholspiel des FC Erzgebirge Aue II gegen Lok Leipzig wurden massive rassistische Sprechchöre von Aue-Anhänger gegen den farbigen Spieler aus Leipzig gerufen. Augen und Ohrenzeuge dabei war der MDR. Der Reporter wies in seinen Filmbericht auf die Sprechchöre hin und fragte dabei, was der Verband unternimmt um so etwas zu unterbinden. Ich frage mich, wenn der MDR diesen Beitrag der Staatsanwaltschaft bzw. dem Staatsschutz übergibt. Oder misst er hier mit zweierlei Mass. Also werte Mitarbeiter der Redaktion übergebt diesen Beitrag den entsprechenden Organen und der Kommentator muss nach ihren Kodex ja Anzeige erstatten. Ich hoffe doch nicht das dieser Beitrag jetzt klammheimlich gelöscht wird um die netten Veilchen nicht zu ärgern. MDR ihr seit am Zug, jetzt könnt ihr beweisen wie es um eure Moral bestellt ist. Oder ist Moral ein Fremdwort beim MDR?
06.12.2011
20:25 Uhr
17. Moselaner:
Hallo also ich war natürlich auch im Stadion , ich persönlich habe nix mitbekommen ich saß aber auch auf der Haupttribüne. Mich würde nur interessieren wenn bei diesem Spiel nur 300-400 Zuschauer gewesen wären oder ob der FSV nur im Mittelmaß stehen würde ob das auch so in den Medien publik geworden wäre, ich singe schon seid Tagen nur noch eine Strophe einer Band die ich auch lieber nicht sage , denke aber jeder kennt sie : Der Prophet in diesen Tagen, wisst ihr wer es ist, das Geschwür in meinen Magen nennt sich ......... !!! mfg aus Mosel
06.12.2011
19:51 Uhr
16. Heinar:
Da der MDR meinen Link zur Polizei-Onlinewache Sachsen (!!!) gelöscht hat, hier der diskrete Hinweis, dass man sich dort DIREKT melden sollte um nicht Dritten seine Daten geben zu müssen. [Anmerkung der MDR.DE_Redaktion: Externe Links sind generell im Forum nicht möglich. So steht es auch in den Kommentarrichtlinien.]
06.12.2011
19:36 Uhr
15. Zwickauer:
Bin ja mal gespannt ob die MDR Reporter, Schiris,Polizei das Formular auch unterschreiben .... das würde ja aufzeigen ,das Sie nichts gehört haben ....lach
06.12.2011
17:28 Uhr
14. Frank:
Es ist schon sehr peinlich für einen Fernsehsender, der bei der ganzen Veranstaltung anwesend war aber über Wochen ein Thema nur mit Gerüchten und Verdächtigungen am kochen halten kann. Wo sind denn die Aufnahmen vom MDR zu den Vorwürfen? Sonst entgeht Euch doch auch nichts. Wo sind denn die Aufnahmen der Polizei, die bei einem derartigen Brisanzduell jede Bewegung verfolgt?
06.12.2011
15:44 Uhr

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