Vorwürfe : FSV Zwickau sucht Zeugen für antisemitische Fanrufe
Im Zusammenhang mit den mutmaßlich rechtsextremen Fan-Gesängen beim Oberliga-Heimspiel des FSV Zwickau gegen die Erzrivalen aus Aue werden nun die Stadionbesucher um Mithilfe bei der Aufklärung gebeten. Auf seiner Internetseite ruft der Fußballverein auf, ein Formular auszufüllen und an den Verein zu schicken. Darin sollen die Besucher des Spiels am 25. November gegen Aues Amateure angeben, ob sie rassistische oder antisemitische Parolen gehört haben. Wegen der Vorwürfe ermittelt die Staatsanwaltschaft. Wer das Formular ausfüllt, erklärt sich gleichzeitig dazu bereit, den Ermittlungsbehörden als Zeuge zur Verfügung zu stehen.
Der FSV Zwickau geriet vergangene Woche ins Zwielicht: Während des Oberliga-Spiels gegen Erzgebirge Aue II sollen im FSV-Fanblock rechtsextreme Gesänge zu hören und Transparente zu sehen gewesen sein. Außerdem zeigt ein Video, wie die Mannschaft in der Kabine gemeinsam "Sieg" rief und ein Einzelner "Heil" hinterherschickte, was mit Gelächter kommentiert wurde.
Zeitgleich zu diesen Vorkommnissen hatten in der Zwickauer Innenstadt 1.500 Menschen an die Opfer der mutmaßlichen rechtsextremen Neonazi-Mordserie erinnert.
Verein nennt Name des beschuldigten Spielers
Fußball-Oberligist FSV Zwickau hat nach anfänglichem Zögern zwischenzeitlich die Identität jenes Spielers preisgegeben, der in der Kabine nach einem allgemeinen "Sieg"-Ruf das umstrittene "Heil" gebrüllt haben soll. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, die Vereinsspitze habe dem Staatsschutz am Freitag den Namen des Mannes genannt. Der Spieler, gegen den wegen des Verwendens verfassungswidriger Kennzeichen ermittelt wird, soll nun vernommen werden.
Zuvor hatte der FSV mit seinen Mitteilungen Verwirrung gestiftet. Vorstandssprecher Gerhard Neef sagte am Mittwoch, man kenne den Namen. Einen Tag später widerrief er diese Aussage in der "Freien Presse".
Stadt kämpft gegen Image als rechtsextreme Hochburg
Zwickaus Oberbürgermeisterin Pia Findeiß betonte, dass das Verhalten der entsprechenden Fans dem Ansehen der Stadt weiter schade: "Ich schäme mich für solches Verhalten und entschuldige mich als Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau." Zwickau war als Zufluchtsort der aus Thüringen stammenden rechtsextremistischen Terrorzelle bundesweit in die Schlagzeilen geraten. Seither versuchen sich Einwohner und Stadtverwaltung gegen das Image als Hochburg der Rechtsextremen zu wehren.
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