Oberliga

Fußball | Oberliga : Streit um die Heimat des FSV Zwickau

Beim FSV Zwickau wird wieder gestritten und gekämpft. Nachdem die Insolvenzgefahr Geschichte ist, geht es nun um die Heimat des Vereins. Die ist noch das Westsachsenstadion. Doch hinter der 1937 erbauten Arena stehen dicke Fragezeichen - die den Oberliga-Verein und die Stadt in zwei Lager spalten.

Gerhard Neef
FSV-Präsident Gerhard Neef

Nachdem der Umbau des Westsachsenstadions wegen schlechten Baugrundes und explodierender Kosten gestoppt worden war, ist die Stadt nun für einen Neubau "auf der grünen Wiese". Von den Fans sind allerdings viele dagegen. Auf einer Demonstration am vergangenen Wochenende machten sie ihrem Unmut bereits Luft und betonten, dass das Zwickauer Fußballherz im Westsachsenstadion (WESA) schlage. FSV-Präsident Gerhard Neef lässt das nicht gänzlich gelten. "Freilich ist es eine Traditionsstätte. Aber die Tradition des Zwickauer Fußballs reicht weiter, nach Planitz und in andere Spielstätten", sagte er dem MDR.

Kontra von den Fans

Demonstranten
Über 800 Unterschriften "pro WESA" wurden gesammelt.

Derzeit spielt der FSV im "Sportforum Sojus". Damit ist der Club laut Neef "für die kommende Saison und die nächsten zwei, drei Jahre gut versorgt". Nun komme es aber darauf an, in überschaubarer Zeit eine ordentliche Spielstätte zu bekommen. Für einen Neubau gebe es bereits eine entsprechende Zusage der Stadtspitze: "Wir glauben daran und freuen uns auf ein neues Stadion - ganz egal, wo es stehen wird - in den nächsten drei, vier Jahren." Doch genau das wird von Fans stark bezweifelt. An der Spitze der Zweifler steht der Fanclub "Red Kaos", dem schon das Durcheinander in Sachen Stadionumbau und Baustopp suspekt ist.

"Mit demselben Geld aus dem Abriss des WESA, dem Umbau des Sojus und dem nun noch ausstehenden Arbeiten im WESA hätte man selbiges völlig ausreichend sanieren können", heißt es auf der Red-Koas-Homepage. Eine Sprecherin stellte zudem in Frage, ob man jemandem trauen könne, der drei Millionen Euro an Fördergeldern in einen Stadionumbau steckt, um diesen dann abzubrechen. "Keiner von uns glaubt, dass ein neues Stadion gebaut wird. Das sagt man nur als Notlösung, damit man überhaupt etwas sagt", so die Sprecherin weiter, die auch die genannten Kosten von zehn Millionen Euro für einen Neubau für unrealistisch hält. Ihres Erachtens wird das Herz des FSV Zwickau nur im Westsachsenstadion schlagen. Unterstützung erhalten die Fans von FSV-Trainer Nico Quade: "Das Westsachsenstadion ist die Heimat des Zwickauer Fußballs. Das muss man ganz klar sagen."

Zuletzt aktualisiert: 17. September 2011, 13:19 Uhr

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