Fußball | Historie Mitteldeutsche Teams im Europacup

Die ganz großen Erfolge der DDR-Oberligisten im Europapokal sind überschaubar. Wir haben einige europäische Höhepunkte - nicht alle - der mitteldeutschen Teams zusammengestellt.

Leipziger Schlachtenbummler feiern am 10.05.1964 im Erfurter Georgi-Dimitroff-Stadion den 2:0-Sieg der BSG Chemie Leipzig über den SC Turbine Erfurt. Während Erfurt durch diese Niederlage zum Abstieg verdammt war, wurde Leipzig durch seinen Triumph Fußballmeister der DDR 1964
Nach der sensationellen DDR-Meisterschaft 1964 scheiterte die BSG Chemie Leipzig in der ersten Runde des Cups der Landesmeister an Györ (0:2, 2:4). Zwei Jahre später durfte die BSG als Sieger im FDGB-Pokal noch einmal international antreten. Im Cup der Pokalsieger überstanden die Sachsen gegen Legia Warschau (3:0, 2:2) die erste Runde. Im Achtelfinale scheiterte Chemie knapp an Standard Lüttich (2:1, 0:1). Bildrechte: dpa
Leipziger Schlachtenbummler feiern am 10.05.1964 im Erfurter Georgi-Dimitroff-Stadion den 2:0-Sieg der BSG Chemie Leipzig über den SC Turbine Erfurt. Während Erfurt durch diese Niederlage zum Abstieg verdammt war, wurde Leipzig durch seinen Triumph Fußballmeister der DDR 1964
Nach der sensationellen DDR-Meisterschaft 1964 scheiterte die BSG Chemie Leipzig in der ersten Runde des Cups der Landesmeister an Györ (0:2, 2:4). Zwei Jahre später durfte die BSG als Sieger im FDGB-Pokal noch einmal international antreten. Im Cup der Pokalsieger überstanden die Sachsen gegen Legia Warschau (3:0, 2:2) die erste Runde. Im Achtelfinale scheiterte Chemie knapp an Standard Lüttich (2:1, 0:1). Bildrechte: dpa
Torwart Pierluigi Pizzaballa und Giuseppe Sabadini (beide AC Mailand, li.) müssen das 2:0 hinnehmen, Jürgen Sparwasser (Magdeburg) jubelt.
Mitte der 70er-Jahre erlebte der DDR-Fußball wohl seinen Höhepunkt. 1974 trumpfte die Nationalmannschaft bei der WM auf, holte 1976 dann in Montreal den Olympia-Sieg. Und im Europacup gelang der einzige Triumph. Im Cup der Pokalsieger kämpfte sich der 1. FC Magdeburg über die Stationen NAC Breda (0:0, 2:0), Banik Ostrava (0:2, 3:0 n.V.) und Stara Sagora (2:0, 1:1) ins Halbfinale, wo dann Sporting Lissabon (2:1, 1:1) ausgeschaltet wurde. Im Endspiel in Rotterdam setzte sich Magdeburg gegen den AC Mailand mit 2:0 durch. Nach einem Eigentor stellte Wolfgang Seguin den Endstand her. Bildrechte: IMAGO
Kenneth Dalglish (vorn, Celtic), Dieter Leuschner (Zwickau).
Die BSG Sachsenring Zwickau feierte in der Saison 1975/76 ihren größten Erfolg auf europäischer Ebene. Nachdem die Westsachsen den FDGB-Pokal gewannen hieß der erste Gegner im Europacup Panathinaikos Athen (2:0, 0:0). Danach setzte sich Zwickau im Achtelfinale nach Elfmeterschießen gegen den AC Florenz durch. Und im Viertelfinale wurde sogar Celtic Glasgow ausgeschaltet (1:0, 1:1). Im Semifinale war dann der RSC Anderlecht Endstation. Bildrechte: IMAGO
Einmarsch der Teams, u.a. mit Aleksandr Chivadze (Dynamo Tiflis, vorn, 2.v.li), dem Schiedsrichtergespann um Schiedsrichter Riccardo Lattanzi (Italien, 3.v.li.) und Lothar Kurbjuweit (7.v.li.), Torwart Hans Ulrich Grapenthin (8.v.li.) und Trainer Hans Meyer (alle Jena, re.)
Der FC Carl Zeiss Jena begeisterte in der Saison 1980/81 im Cup der Pokalsieger, lieferte unglaubliche Pokalabende im Ernst Abbe-Sportfeld ab. Das begann schon in der 1. Runde, als gegen den AS Rom nach einem 0:3 im Hinspiel ein 4:0 gelang. Im Achtelfinale wurde der FC Valencia (3:1, 0:1) eliminiert, es folgte das glückliche Weiterkommen gegen Newport County (2:2, 1:0) und der Triumph im Halbfinale gegen Benfica Lissabon (2:0, 0:1). Nur die Krönung fehlte. Im Endspiel gegen Dynamo Tblissi führte Jena durch Gerhard Hoppe, verlor am Ende aber unglücklich mit 1:2. Bildrechte: IMAGO
Ein Fußballspieler tritt einen Ball.
Auch die BSG Wismut Aue durfte in den 80er-Jahren Europacup-Luft schnuppern. In der Saison 1985/86 unterlagen die Veilchen im UEFA-Cup gegen Dnepr Dnepropetrowsk mit 1:3 und 1:2. In den 50er-Jahren hatte Aue bereits 16 Europacupspiele absolviert, u.a. kam man 1958/59 im Cup der Landesmeister bis ins Viertelfinale. Bildrechte: IMAGO
Spieler von Lokomotive Leipzig feieren
Ganz nah dran am Pott war auch der 1. FC Lok Leipzig. Der FDGB-Pokalsieger von 1986 hangelte sich im Cup der Pokalsieger bis ins Finale. Nach den Siegen gegen Belfast (1:1, 2:0), Rapid Wien (1:1, 2:1 n.V.) und den FC Sion (2:0, 0:0) kam es zu den denkwürdigen Spielen gegen Girondins Bordeaux. Nach dem 1:0-Auswärtssieg hieß es im ausverkauften Zentralstadion nach 120 Minuten 0:1. Keeper René Müller verwandelte den entscheidenden Elfmeter und Lok stand im Endspiel. Dort erwies sich Ajax Amsterdam (0:1) aber als die stärkere Mannschaft. Bildrechte: IMAGO
Guido Buchwald und Hans Uwe Pilz, dahinter FIFA Schiedsrichter Horst Brummeier, 1988
Die SG Dynamo Dresden erlebte in der Saison 1988/89 einige großartige Europacup-Abende. Im UEFA-Cup schafften es die Schwarz-Gelben bis ins Halbfinale. Auf dem Weg dahin wurden der FC Aberdeen (0:0, 2:0), KSV Waregem (4:1, 1:2), AS Rom (2:0, 2:0) und Victoria Bukarest (1:1, 4:0) aus dem Weg geräumt. Im Semifinale scheiterte Dynamo dann am VfB Stuttgart. Das Hinspiel in Stuttgart verloren die Sachsen mit 0:1, im Rückspiel gab es ein 1:1, Frank Lieberam traf für Dresden. Bildrechte: IMAGO
DDR-Stürmer Lutz Wienhold (M) versucht sich gegen die Sion-Abwehrspieler Olivier Rey (l) und Michel Sauthier (r) durchzusetzen.
Der FC Karl-Marx-Stadt machte in der Saison 1989/90 von sich reden. Im UEFA-Cup erreichten die Himmelblauen immerhin das Achtelfinale, scheiterten da erst am späteren Cupsieger Juventus Turin. Zuvor wurden Boavista Porto (1:0, 2:2 n.V.) und der FC Sion (1:2, 4:1) ausgeschaltet. Beim Nebel-Hinspiel in Turin führte der FCK sogar bis zur 81. Minute mit 1:0. Trainer war damals übrigens Hans Meyer. Bildrechte: dpa
Dariusz Wosz am Ball, 1988
Auch noch 1991 durfte der Hallesche FC im UEFA-Cup antreten. Der Grund war der vierte Platz des HFC in der letzten Oberliga-Abschlusstabelle. Viel Freude hatten die Hallenser allerdings nicht. Bereits in der ersten Runde war Torpedo Moskau eine Nummer zu groß. Bildrechte: IMAGO
Mitspieler zweier Füßballvereine kämpfen um den Ball.
Der FC Rot-Weiß Erfurt feierte 1991 im Europacup sein Debüt. Der damalige Zweitligist setzte sich in der ersten Runde des UEFA-Cups sogar gegen den FC Groningen (1:0, 1:0) durch. Gegen den späteren Cupsieger Ajax Amsterdam (1:2, 0:3) blieben die Blumenstädter dann aber chancenlos. Am Ende der Saison stieg RWE in die Oberliga ab. Bildrechte: IMAGO
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