Im Bild: Während des Leipziger Mannschaftskreises nach Abpfiff bandagiert Physiotherapeut Alexander Sekora (RB Leipzig) den Oberschenkel von Naby Keita (8, Leipzig).
Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche

Fußball | Champions League Unglückliche RB-Niederlage gegen Besiktas

6. Spieltag

RB Leipzig hat den Einzug ins Achtelfinale der Champions League verpasst. Das Team von Trainer Hasenhüttl kassierte im Gruppenfinale gegen Besiktas Istanbul ein 1:2 und wird im neuen Jahr in der Europa League antreten.

Im Bild: Während des Leipziger Mannschaftskreises nach Abpfiff bandagiert Physiotherapeut Alexander Sekora (RB Leipzig) den Oberschenkel von Naby Keita (8, Leipzig).
Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche

Für das Gruppenfinale rückte Stefan Ilsanker für den verletzten Dayot Upamecano in die Innenverteidigung. Als Ersatz für Spielmacher Emil Forsberg (Bauchmuskelzerrung) setzte RB-Coach Ralph Hasenhüttl in der Startaufstellung auf den Portugiesen Bruma. Im Sturm erhielt neben Timo Werner überraschend Jean-Kevin Augustin den Vorzug vor Yussuf Poulsen. Bei den Türken, die sich bereits vor der Partie für das Achtelfinale qualifiziert hatten, fehlten die Leistungsträger Pepe, Ricardo Quaresma, Hutchinson Atiba, Ryan Babel, Arslan Tolgay und Töre Gökhan.

Frühe Führung für Besiktas

Die Anfangsminuten gehörten klar den Gästen, ohne jedoch zu gefährlichen Torraumszenen zu kommen. Das änderte sich in der 9. Minute, als RB-Kapitän Willi Orban den Istanbuler Jeremain Lens im Strafraum von den Beinen holte. Referee Viktor Kassai entschied sofort auf Strafstoß, den Alkvaro Negredo sicher verwandelte (10.).

Alkvaro Negredo bringt Istanbul per Foulelfmeter 1:0 in Führung. RBL-Torhüter Peter Gulacsi springt in die falsche Ecke.
Alkvaro Negredo bringt Istanbul per Foulelfmeter 1:0 in Führung. RBL-Torhüter Peter Gulacsi springt in die falsche Ecke. Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister

Werner trifft zum vermeintlichen 1:1

RB brauchte einige Minuten, um sich vom frühen Rückstand zu erholen. Die erste gute Chance hatte Strafstoßverursacher Orban, als er den Ball an den Pfosten setzte (15.). In der 21. Minute zappelte die Kugel dann im Besiktas-Tor: Werner hatte den Ball über Keeper Tolga Zengin in die Maschen gechippt. Obwohl die Fahne des Assistenten unten geblieben war, entschied Kassai nach kurzer Rücksprache auf Abseits.

Gulasci rettet gegen Lens

Die Partie wurde nun hektischer. Augustin kam im Strafraum der Gäste nach einem Zweikampf zu Fall, doch der Pfiff blieb aus (23.). Leipzig tat sich immer wieder gegen die dichtgestaffelte Abwehr der Gäste schwer, die in der 26. Minute nach einem Konter die große Chance zum 2:0 hatten, doch Gulasci war beim Schuss von Lens auf dem Posten. RB blieb zwar weiter um den Ausgleich bemüht, doch die cleveren Türken machten die Räume immer wieder geschickt eng.

Zengin bringt RB zur Verzweiflung

Im Bild: Abseitstor. Jean-Kevin Augustin (l., 29, Leipzig) trifft zum vermeintlichen 1:1 Ausgleich. V.l.: Jean-Kevin Augustin (29, Leipzig), Caner Erkin (88, Besiktas) und Torwart Tolga Zengin (29, Besiktas).
Jean-Kevin Augustin trifft in der 64. Minute zum vermeintlichen 1:1. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche

Nach der Pause kam RB mit viel Schwung aus der Kabine. Ein Flachschuss von Augustin verfehlte das Tor um einen Meter (46.). 60 Sekunden später scheiterte Werner an Keeper Zengin, der den Ball noch mit den Fingerspitzen erwischte. In der 52. Minute stand der Istanbuler Schlussmann erneut im Blickpunkt, als er Schüsse von Werner und Keita glänzend parierte. Auch Kevin Kampl, der in der 57. Minute in den Strafraum stürmte, konnte den Keeper nicht überwinden. Augustin schaffte es zwar in der 64. Minute, doch der Leipziger stand bei seinem Schuss knapp im Abseits.

Ausgleich durch Keita - Besiktas schlägt zurück

Den weiter nicht aufgebenden Gastgebern gelang dann aber doch noch der Ausgleich durch Naby Keita ( 87. ), der nach einem Sololauf überlegt einnetzte. Kurz zuvor hatte Stefan Ilsanker wegen wiederholten Foulspiels noch Gelb-Rot gesehen (82.). Doch den Schlusspunkt setzte wieder Istanbul, als Anderson Talisca in der 90. Minute per Direktabnahme die unglückliche Leipziger Niederlage besiegelte.

RB Leipzig - Besiktas Istanbul in Bildern

Fanchoreographie der RBL-Fans - Tausend und eine Fahne nur für Dich.
In Anspielung an 1001 Nacht präsentieren die Anhänger von RB Leipzig eine Choreographie mit dem Titel "1001 Fahne nur für dich". Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister
Fanchoreographie der RBL-Fans - Tausend und eine Fahne nur für Dich.
In Anspielung an 1001 Nacht präsentieren die Anhänger von RB Leipzig eine Choreographie mit dem Titel "1001 Fahne nur für dich". Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister
Schiedrsrichter Viktor Kassai aus Ungarn entscheidet auf Foulelfmeter für Istanbul.
Nach einem Foul von Willi Orban entscheidet Schiedrsrichter Viktor Kassai aus Ungarn auf Foulelfmeter für Istanbul. Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister
Alkvaro Negredo bringt Istanbul per Foulelfmeter 1:0 in Führung. RBL-Torhüter Peter Gulacsi springt in die falsche Ecke.
Alkvaro Negredo bringt Istanbul per Foulelfmeter 1:0 in Führung. RBL-Torhüter Peter Gulacsi springt in die falsche Ecke. Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister
Jubel bei den Spielern von Istanbul nach dem 1:0 per Foulelfmeter von Alvaro Negredo.
Jubel bei den Spielern von Istanbul nach dem Führungstreffer. Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister
Timo Werner trifft gegen Torwart Tolga Zengin zum vermeintlichen 1:1 Ausgleich, doch der RB-Stürmer stand im Abseits.
Die 21. Minute: Timo Werner trifft gegen Torwart Tolga Zengin zum vermeintlichen 1:1 Ausgleich, doch der RB-Stürmer stand im Abseits. Bildrechte: Picture Point
Torwart Tolga Zengin, Jean-Kevin Augustin und Timo Werner
Besiktas-Torwart Tolga Zengin zeigte sich im Rückspiel in absoluter Topform. Bildrechte: Picture Point
Im Bild: Abseitstor. Jean-Kevin Augustin (l., 29, Leipzig) trifft zum vermeintlichen 1:1 Ausgleich. V.l.: Jean-Kevin Augustin (29, Leipzig), Caner Erkin (88, Besiktas) und Torwart Tolga Zengin (29, Besiktas).
Die 64. Minute: Leipzigs Jean-Kevin Augustin versenkt die Kugel im Netz. Der Treffer wurde aber erneut wegen einer Abseitsposition nicht gegeben. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche
Im Bild: Dominik Kaiser (24, Leipzig).
RB-Rekordspieler Dominik Kaiser war in der 74. Minute eingewechselt worden. "Der Applaus bei meiner Einwechselung war Gänsehaut. Dennoch ärgert mich natürlich das Ergebnis, weil mehr drin war", sagte Kaiser. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche
Naby Keita (RBL) holt den Ball nach seinem Tor zum 1:1 aus dem Tornetz.
Die 87. Minute: Naby Keita holt den Ball nach seinem Treffer zum 1:1 aus dem Tornetz. Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister
Im Bild: Tor für Istanbul. Talisca (94, Besiktas) trifft zum 1:2.
Die Entscheidung: Besiktas geht kurz vor dem regulären Ende erneut in Führung. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche
Tor für Besiktas. Im Bild: Torwart Peter Gulacsi (32, Leipzig) kassiert den Treffer von Talisca (nicht im Bild, Besiktas) zum 1:2.
Torwart Peter Gulacsi kommt trotz Flugeinlage nicht mehr an die Kugel. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche
Im Bild: Torschütze Talisca (94, Besiktas) nach seinem Siegtreffer zum 1:2.
Istanbuls Torschütze Talisca feiert seinen Siegtreffer zum 2:1. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche
Im Bild: Während des Leipziger Mannschaftskreises nach Abpfiff bandagiert Physiotherapeut Alexander Sekora (RB Leipzig) den Oberschenkel von Naby Keita (8, Leipzig).
Während des Leipziger Mannschaftskreises nach Abpfiff bandagiert Physiotherapeut Alexander Sekora den Oberschenkel von Naby Keita. Im nächsten Jahr geht es für RB nun in der Europa League weiter. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche
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Stimmen zum Spiel:

Ralph Hasenhüttl (RB-Coach): "Ich bin stolz auf das, was die Mannschaft heute geleistet hat. Wir waren nicht die schlechtere Mannschaft. Wir haben an uns geglaubt, aber ab und an auch etwas Harakiri gespielt. Es war eine wichtige und gute Erfahrung, die wir in dieser Champions-League-Saison gemacht haben. Auf dem Niveau ist Abgezocktheit sehr wichtig, das sind wir noch nicht so weit.  Wir waren trotzdem sehr aggressiv. Es war der RB-Fußball den man sehen möchte, auch wenn wir nicht belohnt wurden. Aus den ganzen Situationen muss man aber mehr Tore machen, daher ärgere ich mich für die Jungs. Am Ende wollte ich den Leuten, die viel für den Verein getan haben, wie Marvin Compper und Dominik Kaiser, noch eine Chance geben."

Willi Orban (RB-Kapitän): "Wir hatten heute Chancen für zwei Spiele, der gegnerische Keeper ist über sich hinausgewachsen. Wir haben alles versucht und sind erhobenen Hauptes ausgeschieden."

Dominik Kaiser (RB-Rekordspieler): "Dieser Rekord macht mich sehr, sehr stolz. Es war immer mein Traum, für RB Leipzig in der Champions League zu spielen. Ich spüre hier schon seit vielen Jahren eine unglaubliche Unterstützung der Fans. Der Applaus bei meiner Einwechselung war Gänsehaut. Dennoch ärgert mich natürlich das Ergebnis, weil mehr drin war."

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 07. Dezember 2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Dezember 2017, 00:01 Uhr

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31 Kommentare

08.12.2017 17:03 brutus 31

zu9, uwe,
du hast es bestimmt gut gemeint, aber bitte stelle die Vopos nicht dümmer hin als sie waren.
Dresden bzw. die "großartigen Fans" kann man in dieser Beziehung schwerlich toppen!

08.12.2017 10:51 Reisender 30

@ 16 RBLer , ich lese z.Z. "Fieberwahn - wie der Fußball seine Basis verkauft". Wenn man das gelesen hat, erübrigt sich eine Diskussion über Olli K.'s These und auch Deine "Argumentationsgrundlage". Zum Thema "Bildungsnotstand" frage ich mich im Umkehrschluss, ob Du dort geboren wurdest. Niveau ist was anderes, habe ich aber von Dir noch nie erwartet. Kann aber auch sein, dass Du das Pokalspiel noch immer nicht verdaut hast.

08.12.2017 10:21 zwigger 29

@Rennsteiger
Mal ne kurze Bemerkung zu Deinen Ikonen
Kaiser ist das beste Bsp ,das man sein Talent wenn man in der Zeit wo man sich fußballerisch weiter entwickeln kann sich in unteren Ligen rum treibt etwas vergeuden kann
Aber er hat es sich bestimmt gut bezahlen lassen und für DF11 hat es nun mal nicht für mehr als dritte Liga gereicht

08.12.2017 06:38 Sr.Raul 28

Hm,@16 (RBLer), interessante, steile These. Also ich habe mich und einige sonst auch nicht den Bayern zugeneigte Zeitgenossen z.B. gefreut, dass sie das franz. Konstrukt PSG weg gehauen haben. Das aktuelle Abschneiden der DFB-Vertreter hat auch weniger etwas mit 50+1 zu Tun, sondern sie können es einfach nicht besser. Es besteht aber Hoffnung, dass in 2018 die altbewährten "Schlachtschiffe" S04, MG, LEV wieder am Start, egal ob CL/EL sind und dann läuft der Laden auch wieder. Da brauchts weder englische Verhältnisse noch den Einlassungen eines O.K., Der ja heute noch glaubt, dass es am 19.5.2001 ein Rückpass war. So, schöne Weihnachten "Gemeinde".

08.12.2017 06:22 Sr.Raul 27

Alles richtig, @15,18 (s.c.), kann man so unterschreiben. Den satirischen Höhepunkt hat freilich @5 (Camem Bert) mit seinem letzten Satz gesetzt. Kann mir nicht vorstellen, dass man so etwas allen Ernstes raushaut. Egal, war in Summe einer sehr netter Abend, dieser Mittwochabend.

07.12.2017 23:07 Hellmuuht 26

Ich muß mal den Blick all der Konsumenten auf den Hauptzweck der Veranstaltung richten, nämlich die wirtschaftliche Verwertbarkeit des CL-/EL-Einsatzes.

Auch das Konstrukt beteiligt sich an einer Verschlechterung derselben, wenn es zur miesen deutschen Bilanz der UEFA-5-Jahres-Wertung beiträgt (wo es ja widersinnigerweise involviert ist).
Ich vermute, das wird auch Onkel Mattes Renditeerwartungen nicht befriedigen, und ich fürchte, daß sich seine innere Stirn dabei immer mehr kräuselt; die deutsche Fußballbundesliga in zunehmendem Maße eine Witzveranstaltung (ganz abgesehen vom vielen Plastikanteil darin!).
Einen Blick in die Zukunft wagte dabei das Magazin "11 Freunde" am 30. November diesen Jahres - "Wie Red Bull aus Salzburg einen unbedeutenden Club gemacht hat".
Ich meine, wenn die DFB-Zahlen nicht bald besser werden, kann die Hauptaktivität des Eventkonzern ganz schnell in ergiebigere Märkte versetzt werden; weg vom Wolkenkuckucksheim L.Ä.Ä.Ä.

<83/2.!>

07.12.2017 20:56 BSG 25

zu9. Logisch, da euer eigener "Verein" ja nur zum totlachen ist.

07.12.2017 19:41 U.B. 24

@17 Du musst es ja Wissen, da ihr ja schon sehr oft (vorallem in der letzten Zeit) zur 80.Minute zurückgelegen habt. In Leipzig ist das eher eine Ausnahme.

07.12.2017 19:32 Andi 23

Hallo Keule, wir müssen uns Stück für Stück nach oben Arbeiten. Bei euch macht es das Geld . Ihr Erfolgsklatscher könnt richtig stolz sein.

07.12.2017 17:06 keule 22

rumpelstielzchen,dein platz ist woanders,schreib nur über sachen die du verstehst,in Dresden gehts um Punkte in Liga 2!aber ihr könnt ja auch nichts dafür