Fußball | Thüringenpokal Kein Witz: Nordhausen trifft 17 Mal

1. Hauptrunde

Vorjahresfinalist Wacker Nordhausen ist mit einem Handball-Ergebnis in die zweite Runde des Thüringenpokals eingezogen. Die Uluc-Elf erteilte den Feierabend-Kickern aus Sonneberg eine bittere Lehrstunde. Mit sechs Treffern war Joy-Lance Mickels, der im Nachwuchs von Borussia Mönchengladbach groß geworden ist und im Sommer von Alemannia Aachen nach Nordhausen gewechselt war, der erfolgreichste Torschütze.

Wacker Nordhausen hat gegen den Landesklasse-Aufsteiger und Bezirkspokalsieger SG Sonneberg einen ungalublichen 17:1-Kantersieg gefeiert. Der Regionalligist ließ Ball und Gegner laufen und spazierte gegen chancenlose Gastgeber in die 2. Runde des Thüringenpokals.

Neun Tore in 29 Minuten

David Schloffer
Einer der Hattrick-Helden: David Schloffer (Archivbild). Bildrechte: IMAGO

Wacker Nordhausen lief im Vergleich zum 0:0 in Berlin auf acht Positionen verändert auf. Lediglich Tim Häußler, Jerome Propheter und Bedi Buval blieben aus der Stammelf übrig. Genau das sollte den Gastgebern zum Verhängnis werden. Die Bankdrücker wollten sich zeigen und für künftige Aufgaben in der Regionalliga anbieten. Entsprechend motiviert drückten sie auf die Tube und ließen die überforderten Feierabend-Fußballer kaum mitspielen.

Nach 12 Minuten lag der hoffnungslos unterlegene Außenseiter schon 0:3 zurück. David Schlöffer (5./12.) und Joy-Lance Mickels trafen (9.) hatten keine Mühe SG-Schlussmann Tony Schmidt zu überwinden. Das muntere Scheibenschießen gegen die Landesklasse-Kicker ging bis zur 29. Minuten im Minutentakt weiter. Schloffer und Mickels freuten sich früh über einen Hattrick. Zudem trafen Lucas Scholl und Petar Lela. Beim Stand von 8:0 hatten die Regionalliga-Profis ein Einsehen, traten auf die Bremse und ließen Sonneberg durchatmen.

Sieben Minuten ging es ohne Gegentor rund, danach durfte Buval über seinen ersten Treffer jubeln. Er köpfte nach einer Eingabe ein und sorgte damit für den Pausenstand. Ein zweistelliges Ergebnis schon zur Halbzeit verhinderte Sonnebergs Keeper Tony Schmidt, der in der 45. Minute einen Freistoß von Innenverteidiger Propheter stark herausfischte.

Geburtstagskind Marsiske mit Ehrentor

Nach dem Wechsel hatten die Platzherren endlich Grund zum Jubeln: Andy Marsiske „verkürzte“ an seinem 28. Geburtstag auf 1:9. Doch schon im Gegenzug klingelte es erneut im Tor der Sonneberger. Scholl stand nach einem abgefälschten Schuss goldrichtig und traf zum zweiten Mal an diesem Nachmittag. Nordhausen hatte es nach der Pause aber nicht mehr ganz so leicht, weil die Gastgeber plötzlich frischer wirkten und auch mal den Vorwärtsgang einlegten. Das 11:1 (Mickels vierter Treffer) ließ sich aber nicht verhindern. Nach 20 guten Minuten brach der Underdog wieder völlig ein und leistete überhaupt keine Gegenwehr. Wacker spielte und traf. Am Ende waren es 17 Tore in 90. Minuten für den dreimaligen Pokalsieger.

Das sagten die Trainer:

Volkan Uluc (Nordhausen): "Wir wollten seriös und konzentriert auftreten. Da ist uns gelungen. Wir haben gut kombiniert und schöne Tore auf schwierigem Geläuf erzielt. Insgesamt bin ich sehr zufrieden."

Peter Bernet (SG Sonneberg): "Wir haben gewusst, was auf uns zukommt. Mit dem Ergebnis bin ich natürlich nicht zufrieden. Die Mannschaft hat sich so gut, wie möglich verkauft. Wir kommen frisch aus der Kreisoberliga, da ist für uns gegen so einen Gegner einfach nicht mehr drin."

sst/fh

Über dieses Thema berichtet "MDR THÜRINGEN JOURNAL". MDR Fernsehen | 13.08.2017 | ab 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. August 2017, 09:31 Uhr

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1 Kommentar

14.08.2017 18:32 Hartmut 1933 1

Also ich habe ja nie daran geglaubt das nordhausen ihren plan in naher zeit in der 1.bl zu spielen umsetzen kann. Aber ein Team, welches gegen sonneberg 17 Tore schießt, überspringt wahrscheinlich gleich zwei Ligen und steigt direkt in die Bundesliga auf.