Torjubel beim SC Freiburg
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Fußball | DFB-Pokal Nils gewinnt Petersen-Duell

1. Runde

Der VfB Germania Halberstadt hat die erhoffte Pokal-Sensation gegen den SC Freiburg verpasst. Dass im Vorfeld hochstilisierte und mit Spannung erwartete Duell der Familie Petersen nahm erst kurz vor dem Abpfiff Fahrt auf. Am Ende setzte sich Nils Petersens Freiburg gegen das vom Vater Andreas trainierte Halberstadt knapp mit 2:1 durch.

Torjubel beim SC Freiburg
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Büchel hält Germania im Spiel

Die hochfavorisierten Gäste übernahmen im mit 5.037 Zuschauern gefüllten Friedensstadion mit dem Anpfiff erwartungsgemäß das Kommando. Im Spiel des Jahres waren die Gastgeber vor allem um eine sichere Defensive bemüht. Vom vermeintlichen Vater-Sohn-Duell gab es in den Anfangsminuten jedoch nichts zu sehen. Stattdessen entwickelte sich ein Duell zwischen Freiburgs Florian Niederlechner und Germania-Schlussmann Paul Büchel. So tauchte der Breisgauer immer wieder auf der linken Abwehrseite der Halberstädter auf und scheiterte gleich dreimal (6./13./16.) am glänzend reagierenden Büchel. Auch in der 30. Minute, als Niederlechner den Ball scharf in den Strafraum brachte und Christian Günter abzog, war Büchel auf dem Posten.

Petersen bringt Freiburg in Front

Vier Minuten später hatte der Germania-Keeper aber das Nachsehen: Nach einer Kopfballablage von Niederlechner kam die Kugel zu Nils Petersen, der per Drehschuss aus Nahdistanz zur Freiburger Führung einnetzte. Es war seine erste Chance im Spiel. Auch im Anschluss blieben die Gäste am Drücker.

Nils Petersen erzielt das Tor zum 0:1.
34. Minute: Nils Petersen bringt Freiburg in Führung. Bildrechte: IMAGO

Doppelt abgefälscht - Freiburg erhöht

In der 42. Minute musste sich Büchel erneut geschlagen geben: Dabei wurde ein Schuss von Nicolas Höfler unglücklich von den Halberstädtern Philipp Blume und Adil Lachheb abgefälscht worden. Von Germania war in der ersten Hälfte in der Offensive kam etwas zu sehen. Die beste Möglichkeit hatte Benjamin Boltze, der einen 17-Meter-Freistoß knapp über die Querlatte zirkelte (11.).

Germania wird mutiger

Nach der Pause wagte Halberstadt mehr und forcierte seine Angriffsbemühungen. Allerdings blieben klare Chancen aus, da die Genauigkeit fehlte und Freiburg nur wenige Räume bot. Eine Ausnahme gab es in der 61. Minute, als Tom Nattermann von der rechten Seite eine Flanke in den Strafraum schlug und Florian Beil knapp am Tor vorbeiköpfte. Germania-Coach Andreas Petersen brachte nach gut einer Stunde mit Nico Hübner und Flodyn Baloki frische Kräfte. Baloki sorgte auch kurz darauf erstmals für Torgefahr, als er Freiburg-Keeper Alexander Schwolow mit einem 30-Meter-Schuss prüfte (76.). Trotz der Halberstädter Gelegenheiten kontrollierte Freiburg weiterhin das Spielgeschehen.

Rückkehrer Nils gefeiert

In der 81. Minute wurde Torschütze Petersen, der sein Team auf die Siegerstraße gebracht hatte, mit Beifall in die Kabine verabschiedet. Zwei Minuten später kamen die Gastgeber nochmals gefährlicher vor das Tor, doch die flache Eingabe von Nico Hübner wurde zur Beute von Schwolow. Auf der Gegenseite verhinderte Büchel den dritten Freiburger Treffer mit einer Glanzparade nach einem Fernschuss von Tim Kleindienst (85.).

Spannung erst zum Schluss

Doch der Schlusspunkt war dies noch nicht, denn nach starker Vorarbeit von Baloki kam der Ball in den Freiburger Strafraum zu Hübner, der aus acht Metern den vielumjubelten Anschlusstreffer markierte (87.). Plötzlich war Spannung im Spiel, die knapp 90 Minuten gefehlt hatte. Obwohl Halberstadt nochmals alles versuchte, blieb es am Ende bei der knappen Niederlage der Halberstädter.

Das sagten die Trainer

Christian Streich (Freiburg): "Erste Halbzeit: Gut gespielt, viel Ballkontrolle, gute Torabschlüsse. Zweite Halbzeit: Schlecht gespielt, wenig Ballkontrolle, wenige Torabschlüsse. Es ist eigentlich, wenn du als höherklassige Mannschaft 2:0 führst, eine sichere Sache, die dir Ruhe und Sicherheit verleihen sollte. Offensichtlich ist es bei uns aber andersrum. Es zählt natürlich das Weiterkommen, endlich mal ein Sieg in einem Pflichtspiel. Das hat aber nicht nur mit uns zu tun sondern mit der Spielweise des Gegners. Halberstadt hat hinten raus alles in die Waagschale geworfen, sodass wir fast noch von Glück sprechen müssen."

Andreas Petersen (Halberstadt): "Wir haben das spielerisch umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Ich glaube, jeder kann am Ende zufrieden das Stadion verlassen. Wir sind hier nicht aufgetreten wie Fallobst, sondern haben eine couragierte Leistung gezeigt. Vielleicht in der ersten Halbzeit noch zu ängstlich. Aber ich habe den Jungs in der zweiten Halbzeit zur Aufgabe gemacht, einfach alles rauszuhauen, mutig zu sein und ich freue mich, dass das noch mit einem Treffer belohnt wurde. Trotzdem ist der Sieg natürlich hochverdient, denn wir vergessen nicht, dass uns Torwart Paul Büchel speziell in der ersten Halbzeit mehrfach im Spiel gehalten hat."

Über dieses Thema berichtet "MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE". MDR Fernsehen | 12.08.2017 | ab 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. August 2017, 20:06 Uhr

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4 Kommentare

14.08.2017 09:16 fläming 4

Ich hatte immer eine hohe Meinung vom Freiburger C.Streich, aber vor dem Spiel einen Sohn ein kurzes Hallo zum Vater zu verweigern, ist schon sehr fragwürdig.

13.08.2017 10:56 Magdebürger 3

HBS ist mit einem Tor Differenz ausgeschieden. Glückwunsch zu einem guten Spiel. Schade das der Anschluß so spät fiel, sonst gäbe es vielleicht noch ein spannendes Spiel.

12.08.2017 19:39 Aufpasser der Richtige 2

Das war ein schöner und friedlicher Fußballnachmittag Danke.

12.08.2017 18:49 Mago 1

Gut gemacht ,Germania !