Die Erfurter Mannschaft jubelt mit dem Pokal.
Bildrechte: IMAGO

Fußball | Thüringenpokal Nikolaou sichert Erfurter Jubiläumstitel

Finale

Drittligist FC Rot-Weiß Erfurt hat sich den zehnten Titel im Landespokal gesichert. Damit spielt das Team von Trainer Stefan Krämer kommende Saison im DFB-Pokal. Der 1:0-Sieg gegen Regionalligist Wacker Nordhausen wurde hart erkämpft. RWE reichte eine Aktion, um den Jubiläumstitel einzutüten. Nach Abpfiff gab es noch einen Aufreger, als die Polizei gegen Wacker-Fans vorging.

von Felix Thiel und René Arand (Erfurt)

Die Erfurter Mannschaft jubelt mit dem Pokal.
Bildrechte: IMAGO
Spieler von Erfurt jubeln mit dem Pokal in ihren Händen.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Erst der Klassenerhalt, dann der Sieg im Thüringenpokalfinale. Der FC Rot-Weiß Erfurt startet mit Feierlaune in die Sommerpause. So jubelte die Erfurter Mannschaft.

Do 25.05.2017 15:24Uhr 02:34 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-108900.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Wie gewohnt rückte Erik Domaschke für RWE-Stammkeeper Philipp Klewin im Landespokal zwischen die Pfosten. Sebastian Tyrala, Luka Odak und Tugay Uzan fielen verletzt aus. Anders als Erfurt konnte Wacker personell aus dem Vollen schöpfen. Aufgrund des großen Zuschauerandrangs wurde das Spiel 15 Minuten später angepfiffen.

Wacker und RWE neutralisieren sich

Im ersten Durchgang war für die 8.807 Zuschauer im Steigerwaldstadion kein Klassenunterschied zu erkennen. Es war ein zweikampfintensives Spiel, in dem der Regionalligist kämpferisch dagegen hielt. Die Defensivreihen standen sicher und ließen kaum nennenswerte Chancen zu. Die beste hatte Erfurts Theodor Bergmann, der aus kurzer Distanz an Wacker-Torwart Kevin Rauhut scheiterte. Auf der anderen Seite wurde ein Kopfball von Nils Pichinot klar vor der Linie geklärt.

Carsten Kammlott (Erfurt) gegen Matthias Pessolat (Nordhausen).
Matthias Peßolat im Zweikampf mit Carsten Kammlott. Bildrechte: Karina Hessland-Wissel

In einem fairen Spiel versuchte es RWE häufig über die Außen. Doch die Wacker-Deckung verteidigte aufopferungsvoll und konnte auch die gefährlichsten Eingaben aus dem Strafraum befördern. Zur Halbzeit ging das Unentschieden in Ordnung, da auch Nordhausen einige Schüsse Richtung Tor brachte.

Nikolaou ist mit dem Kopf zur Stelle

Auch nach der Pause verteidigten die Abwehrreihen resolut, sodass die Angreifer aus dem Spiel heraus nicht entscheidend zum Abschluss kamen. So sorgte ein Standard für das Tor des Tages. Nach einer Ecke von Okan Aydin köpfte Verteidiger Jannis Nikolaou am zweiten Pfosten zum 1:0 ein. Wacker-Torhüter Rauhut war nicht an den Flankenball herangekommen.

Tor für Rot-Weiß Erfurt.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach einer Ecke von Okan Aydin köpfte Erfurts Jannis Nikolaou den Ball am zweiten Pfosten ins Tor. Es war der Treffer zum zehnten Titel der Erfurter im Landespokal.

Do 25.05.2017 14:13Uhr 01:11 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-108896.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

In der Folge erhöhte Erfurt den Druck und verlagerte das Spiel in die Nordhäuser Spielhälfte. Ernsthaft geprüft wurde Rauhut bei den Erfurter Offensivaktionen allerdings nicht mehr. Der eingewechselte Nordhäuser Nils Pfingsten-Reddig vergab kurz vor Schluss die Chance zum Ausgleich, als er einen Freistoß knapp am Tor vorbei schoss. Aufgrund einer Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte verdiente sich Rot-Weiß den Jubiläumstitel im Landespokal.

Schlussjubel Präsident Rolf Rombach und Trainer Stefan Krämer (Erfurt)
Bildrechte: IMAGO

Stefan Krämer (Erfurt): "Die Situation hatte ich als Trainer noch nicht - innerhalb von fünf Tagen zwei Endspiele. Der Gegner hat uns alles abverlangt. Wir wussten, dass es ein enges Spiel wird. Die Intensität war sehr hoch. Gut, dass es kein Geruchsfernsehen gibt. Ich stinke nach Bier."

Uluc: "Bin von Polizisten beleidigt worden"

Volkan Uluc (Nordhausen): "Glückwunsch an Erfurt und Kompliment an meine Mannschaft. Wir haben uns gut präsentiert und lange dagegengehalten. Es war ein Endspiel, in dem die Abwehrreihen dominiert haben. Es ist bitter, durch einen Standard zu verlieren. Zum Schluss haben uns die Körner gefehlt. Als die Erfurter Fans am Ende friedlich auf dem Rasen gefeiert haben, war ich verwundert, dass die Polizei unsere Fans verprügelt hat, die auf das Spielfeld wollten. Zudem bin ich von einem Polizisten beleidigt worden, als ich dazwischen gegangen bin."

Polizei bei Ausschreitungen im Fanblock der Gäste Fans, Trainer von FSV Volkan Uluc steht dazwischen und versucht die Fans zu beruhigen
Bildrechte: IMAGO

Wie die Landespolizeidirektion auf Anfrage des MDR am Donnerstagabend mitteilte, wird eine eventuelle Beleidigung gegen Wacker-Trainer Uluc in der Erstmeldung nicht erwähnt. Festgehalten wurde, dass es drei Anzeigen wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte gab. Nordhäuser Fans hatten nach dem Spiel versucht, zur Mannschaft zu gelangen. Der Polizei zufolge wäre eine Fantrennung im Stadioninnenraum allerdings nicht möglich gewesen.

Über dieses Thema berichtet "MDR Aktuell" MDR FERNSEHEN | 25.05.2017 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Mai 2017, 19:10 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

26 Kommentare

27.05.2017 15:52 beyer 26

@25
Bitte erst informieren und dann posten:
1. Für die unterklassigen Vereine war Berlin immer neutraler Boden.
2. Die 10% sind die übliche Anzahl an Gästekarten bei Heimspielen - war bisher im Steigerwald/Dimitroff nicht anders.
Fakt ist, das der TFV gar kein Sicherheitskonzept hat, um die Hälfte der Karten wirklich an die Auswärtsmanschaft zu geben. Dafür ist das Stadion auch nicht ausgelegt. Deshalb wurde ja zwischen Erfurt und Jena geregelt, bei Klassengleichheit das Endspiel mit wechselnden Finalort als Heimspiel auszutragen.

27.05.2017 12:06 Erfurter 25

@24
es gab auch schon im DFB Pokalenspiel in Berlin unterklassige Vereine, die da gewonnen haben.

Fakt ist nun mal, dass Erfurter Stadion ist im Freistaat das einzigste wo auch die Sicherheit für alle gewährleistet ist und gleichzeitig auch genügend Plätze für die jeweiligen Fanlager gegeben sind, das waren doch speziell in Jena skandalöse Zustände, als Erfurt nur 10% der Zuschauerkapazität im Finale als Plätze zugesprochen bekam.

27.05.2017 09:53 beyer 24

@Biermann
Es geht um fairplay: Vor ein paar Jahren stand Schott Jena im Endspiel: Können Sie sich vorstellen, das es ein gerechtes Spiel im (3/4) neuen Steigerwald mit diesem Ausgang gegeben hätte?
Meuselwitz, Gera, Jena und auch Nordhausen reichen für den Thüringer Pokal alle Male...

26.05.2017 12:12 Eski 23

zu @ Wolle. Das sie RWE nicht mögen ist okay. Aber RWE den Abstieg wünschen, weil das Finale in Erfurt statt fand zeugt von wenig Geist, Sorry. Der Club kann dafür nichts. Da müssten nächste Saison einige Mannschaften absteigen, denn auch Magdeburg, Wiesbaden, Osnabrück und Kiel spielten die Finals im eigenen Stadion gegen unterklassige Gegner, sogar manche zwei Klassen tiefer. Fortuna Köln hatte im Viertelfinale und Halbfinale Heimrecht gegen Viertligisten. Auch Paderborn und Lotte im Halbfinale zu Hause gegen Viertligisten. Und Rostock spielte jeweils gegen einen Sechstligisten im Viertelfinale und Halbfinale in Rostock. Also Ball schön flach halten und umfassend informieren. Sportliche rot weiße Grüße aus dem Südharz.

26.05.2017 12:04 Uwe Biermann 22

Im Übrigen, angenommen Hertha BSC erreichte das Pokalfinale. Glauben Sie es fände dann nicht im Olympiastadion in Berlin statt?

26.05.2017 10:32 Uwe Biermann 21

@ beyer Nun ja, es gibt nun mal in Thüringen sonst kein vernünftiges Stadion. Außerdem verstehe ich ihre Kritik nicht wirklich. Hat irgend ein Nordhäuser der es gewollt hätte keine Karte bekommen?

26.05.2017 09:54 Jörg Lohmann 20

Ich war neutraler Beobachter des Spiels und sag dazu nur das. Das Finale zeigt wo der thüringer Fussball in Deutschland steht. Ganz weit unten. Das war ein Trauerspiel und keine Werbung für den thüringer Fussball.

26.05.2017 09:22 Meinung 19

Irgendwie scheinen solche Vorkommnisse an Uluc zu kleben.
Warum wohl.
Hoffentlich war unter den Verprügelten nicht die Südharzfront.

26.05.2017 09:20 Elxlebener 18

zu Wolle Kommentar, er soll sich andere Länder anschauen, da gibt es für Regionalligamannschaften kein Heimrecht mehr, Weiterhin finden dort immer an gleichen Ort die Endspiele statt. Wolle hat eine dunkle Brille aufgehabt, Endspiele in Pokal haben selten eine hohe Klasse. Er kann sich mal alle anderen Ergebnisse in den Endspielen anschauen, fast alle Ergebnisse waren knapp- Also Wolle fair mit einander umgehen.

26.05.2017 06:14 Beyer 17

@8 Natürlich ist es Schiebung. Das Endspiel immer in Erfurt duchzuführen. Da kann allerdings RWE wenig dafür: Deshalb trotzdem Glückwunsch.