Fußball | Regionalliga Auerbach verliert verrückte Partie

10. Spieltag

Am zehnten Spieltag der Regionalliga Nordost musste sich der VfB Auerbach mit 2:4 (1:1) beim Berliner AK geschlagen geben. Dabei zeigten die Kicker von Michael Hiemisch stets eine kämpferische Leistung und konnten im zweiten Abschnitt sogar zwischenzeitlich in Führung gehen. Mit zunehmender Spieldauer steigerten sich die Hausherren jedoch und zeigten ihre ganze spielerische Klasse. Am Ende war dies zu viel Druck für die Abwehr der Sachsen. Im nächsten Punktspiel, am 14.10.2017, empfangen die Vogtländer vor heimsicher Kulisse die zweite Vertretung von Hertha BSC.

BAK überlegen - Auerbach mit spätem Ausgleich

BAK-Jubel nach dem frühen 1:0 durch Tunay Deniz (10.).
BAK-Jubel nach dem frühen 1:0 durch Tunay Deniz (10.). Bildrechte: Marcus Schädlich

Am Tag der deutschen Einheit spielte der VfB Auerbach von Anfang an mutig mit und störte den Berliner AK schon früh im Spielaufbau. Dazu brachten die Gäste noch ihr regnerisches Wetter aus dem Vogtland mit. Also gute Vorzeichen für eine erfolgreiche Auswährts-Fahrt, sollte man meinen. Ein Fehler in der VfB-Abwehr führte jedoch zum frühen Gegentreffer. Nach einer Flanke in das Zentrum schliefen Marcin Sieber und Alexander Mattern regelrecht. Tunay Deniz nutzte die Gelegenheit eiskalt aus und köpfte früh zur Führung ein (10.).

Eine verrückte Partie. VfB-Trainer Michael Hiemisch fühlte sich heute von der Seitenlinie besonders machtlos.
Eine verrückte Partie. VfB-Trainer Michael Hiemisch fühlte sich heute von der Seitenlinie besonders machtlos. Bildrechte: Marcus Schädlich

In den nachfolgenden Spielminuten machten es die Hauptstädter clever. Sie zogen sich zurück und überließen den Vogtländern den hauptsächlichen Spielaufwand. Es fehlte der Gäste-Elf jedoch die zündende Idee, um den Abwehr-Riegel aufzubrechen. Auch ein indirekter Freistoß aus 18 Meter Torentfernung von Marcel Schlosser sorgte für wenig Gefahr (28.). Immer wieder schaltete der BAK brandgefährlich um und konnte nur durch taktische Fouls der Sachsen gestoppt werden. Vor allem Seref Özcan und Ahmet Sagat sorgten ständig für Alarm in der Auerbacher Abwehr. Kurz vor der Pause gelang den Sachsen jedoch der überraschende Ausgleich. Nach einem Schlosser-Abschluss aus 13 Metern konnte BAK-Goalie Jakub Jakubov nur noch prallen lassen. Lukas Novy schnappte sich den Ball und schob mit dem Halbzeit-Pfiff zum 1:1 ein (45.).

Auerbach mit Führung - BAK-Einwechsler stechen

Nach der Halbzeitpause schickten beide Trainer ihre Elf ohne personelle Veränderungen zurück auf den Rasen. Der zweite Abschnitt begann mit einem wahren Paukenschlag. Marc-Philipp Zimmermann trieb den Ball stark in den gegnerischen Strafraum und wurde erst dort vom Ball getrennt. Vaclav Heger setzte jedoch nach und schob aus ca. acht Metern Torentfernung zur Führung ein (49.). Die Partie war nun natürlich völlig auf dem Kopf gestellt. Die Hausherren mussten nun reagieren und antworteten mit wütenden Angriffen. Die Mannschaft von Michael Hiemisch stand nun deutlich kompakter als im ersten Abschnitt und verteidigte die Führung.

BAK wurde nach dem Ausgleich immer stärker und konnte nur noch mit taktischen Fouls gestoppt werden.
BAK wurde nach dem Ausgleich immer stärker und konnte nur noch mit taktischen Fouls gestoppt werden. Bildrechte: Marcus Schädlich

Ein Traumtor vom erst kurz zuvor eingewechselten Serkan Tokgöz ließ die Zuschauer vom BAK jedoch wieder auf einen Heim-Dreier hoffen. Aus ca. 25 Metern nahm Tokgöz Maß und schweißte das Spielgerät in den oberen linken Tor-Winkel (70.). VfB-Torwart Stefan Schmidt war absolut machtlos bei diesem Abschluss. Kurz darauf hatte der Goalie wieder alle Hände voll zu tun. Orhan Yildirim zog aus zwölf Metern verdeckt ab. Schmidt konnte noch gerade so mit den Fingerspitzen den Rückstand verhindern (75.).

Kurz vor dem Ende konnte auch der Keeper nichts mehr den Rückstand verhindern. Wieder stach ein Eingewechselter auf Seiten des BAK. Özer Pekdemir nutzte nach einer Flanke eine kurz Unaufmerksamkeit in der VfB-Abwehr und schob überlegt zur 3:2-Führung ein (82.). Es wurde sogar noch bitterer. Mit dem Schlusspfiff erzielte der BAK durch Torjäger Enes Küc den 4:2-Endstand (90.).

Das sagten die Trainer:

Michael Hiemisch (Auerbach): „Glückwunsch dem BAK zum Sieg. In der ersten Halbzeit hat meine Mannschaft gut gearbeitet. Der Rückstand hat uns nicht dazu gebracht, nicht weiter nach vorn zu arbeiten. Bis 30 Meter vors Tor haben wir das ganz ordentlich gemacht. Dann hat uns ein Stück weit die Präzision und Qualität gefehlt. Aus meiner Sicht erzielen wir auch verdient den Ausgleich. Nach der Pause starten wir genauso, wie wir uns das schon lange gewünscht haben: Wir gehen in Führung. Mit diesem Führungstor hat meine Mannschaft Schritte rückwärts gemacht. Es war heute eine böse Erfahrung als VfB, in einer Phase, als wir den Gegner eigentlich umlegen müssen, haben wir ihn aufgebaut und Räume geschenkt. Dass der Gegner natürlich alles probiert, ist klar. Aber uns hat in dieser Phase absolut die Mentalität gefehlt. Das war für den BAK zu einfach zu Toren zu kommen. Wir haben dem BAK den Sieg geschenkt - ausgerechnet in einer Saisonphase, in der wir uns das nicht leisten dürfen. Meine Mannschaft muss sich für die drei oder den einen Punkt vielmehr den Arsch aufreißen. Das war eher ein Hinhalten und wir haben die Chancen zugelassen. Ich persönlich bin mächtig enttäuscht, weil wir heute auf einen Gegner getroffen sind, der auf Augenhöhe war und wir etwas mitnehmen müssen. Wir haben heute den Kampf Regionalliga nicht angenommen. Was aber nicht heißt, dass wir es nicht im nächsten Spiel tun. Aber das müssen wir dann auch tun, sonst wird es ganz schwer."

Markus Zschiesche (Berlin): „Es war ein gutes Spiel. Wir haben Auerbach nicht anhand ihres Tabellenstands bewertet. Sie sind schon eine gute, robuste Mannschaft, die ihre Stärken hat. Wir haben gut angefangen. Und dann war es wie immer in diesem Stadion: Spektakel. Ich brauche das nicht. Es war wie immer: Wenn wir in Führung gehen, verpassen wir es, das zweite Tor nachzulegen. Wir müssen unser Tempo und unser Flügelspiel ausnutzen - das haben wir danach nicht mehr gemacht. Der Ausgleich fiel in einer guten Zeit für den Gegner, aber wir müssen auch mal mit so einem Ergebnis in die Pause. Die zweite Halbzeit war unglaublich zerfahren. Auerbach hatte nie den absoluten Zugriff zum Spiel oder haben uns auch nie beherrscht. Wir haben Auerbach immer beschäftigt. Nach dem 2:1 hätte Auerbach vielleicht noch das 3:1 machen - dann wären wir weggewesen. Aber was meine Mannschaft danach für einen Charakter gezeigt hat, war klasse. Was wir da gespielt haben, war super: mit wenig Kontakten und auch dass wir die Tore zurecht erzielt haben."

tw & ms

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 03. Oktober 2017 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Oktober 2017, 16:47 Uhr

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