Fußball | Regionalliga RB II beendet Auerbacher Serie

25. Spieltag

Das war gar nichts vom VfB: Nach der schlechtesten Heimleistung in dieser Saison unterliegt Auerbach verdient der zweiten Mannschaft von RB Leipzig 0:1. Damit endet eine rekordverdächtige Serie, denn die Elf von Michael Hiemisch hatte zuvor acht Mal in Folge zu Hause gewonnen.

Palacios hat die Doppelchance zum 0:1

Duell zwischen Auerbachs Philipp Kštzsch (r.) und dem Leipziger Alexander Siebeck
Viel Kampf und noch mehr Krampf bestimmten die Partie in der ersten Hälfte. Bildrechte: Marcus Schädlich

Auf tiefem Geläuf entwickelte sich lange Zeit kein wirkliches Spiel. Auerbach versuchte, mit schnellen Gegenstößen die RB-Abwehr auszuhebeln - was in der gesamten ersten Häfte nicht einmal von Erfolg gekrönt war. Bis zur 17. Minute (!) gab es überhaupt keinen Torabschluss, dann nahm sich mal Firat Sucsuz ein Herz. Der Schuss des Leipzigers aus 20 Metern ging allerdings Richtung Eckfahne.

Nur vier Minuten später gab es aber doch noch eine echte Gelegenheit, und dann gleich eine hundertprozentige: Auerbach verlor in der Vorwärtsbewegung den Ball und so konnte RB-Stürmer Federico Palacios frei auf VfB-Keeper Maik Ebersbach zulaufen. Den ersten strammen Ball wehrte Ebersbach mit den Fäusten in die Mitte ab, so dass Palacios zum Nachschuss kam. Den setzte der 20-Jährige aber zu zentral, weshalb Ebersbach erneut halten konnte. Das war allerdings auch der einzige Höhepunkt in der ersten Halbzeit, bis zur 45. Minute passierte rein gar nichts mehr.

In der zweiten Hälfte zieht RB an

Duell zwischen Auerbachs Kevin Hampf (l.) und dem Leipziger Henrik Ernst
Henrik Ernst (re.) hatte in der zweiten Hälfte die große Chance aufs 0:2. Bildrechte: Marcus Schädlich

Im zweiten Durchgang hatte dann Palacios die nächste Möglichkeit des Spiels. In der 48. Minute umkurvte der kleine Stürmer Ebersbach, aber der Keeper drängte Palacios geschickt ab. So traf er von der Grundlinie aus nur das Außennetz. Erst in der 57. Minute hatte Auerbach seine erste Möglichkeit: Einen Freistoß von Marcel Schuch köpfte Felix Paul am Fünf-Meter-Raum aufs Tor. Doch RB-Keeper Sebastian Brune konnte den Ball fangen.

Die Leipziger ließen sich davon nicht aus der Ruhe bringen. In der 70. Minute machte es Palacios schließlich besser als zuvor und legte den Ball vorm VfB-Tor noch auf Alexander Siebeck ab, der locker einschieben konnte - das 0:1! Sechs Minuten später hätte eigentlich das 0:2 fallen müssen: Timo Mauer kam aus drei Metern an den Ball und köpfte ihn an den Pfosten, von dort sprang die Kugel Richtung Elfmeterpunkt, wo Henrik Ernst stand und sie drei Meter übers Tor jagte.

Am Ende konnte Auerbach mit dem 0:1 noch zufrieden sein, denn in der 89. Minute hatte der eingewechselte Janik Mäder erneut eine große Gelegenheit für die Gäste, als er frei vor Ebersbach zum Schuss kam. Seinen Tunnelversuch hatte der Schlussmann aber geahnt und machte deswegen rechtzeitig die Beine zusammen. Der Schlusspfiff kam für die Auerbacher nach 90 ganz schwachen Minuten schließlich wie eine Erlösung.

cdi/msc

Das sagten die Trainer:

Tino Vogel (RB Leipzig II): "Wir wussten um die Heimstärke der Auerbacher. Wir wollten nicht zu passiv ins Spiel gehen, denn du musst Auerbach vom Tor fernhalten. Das haben wir über die 90 Minuten richtig gut gemacht. Wir haben fast jede Minute versucht zu pressen - und dadurch Auerbach viele Bälle nur unkontrolliert schlagen lassen und haben die zweiten Bälle erreicht. Der Chancen- und Torschussvergleich war klar auf unserer Seite. Deswegen ist der Sieg auch verdient. Es ist bitter heute für Auerbach, dass die Serie nun gerissen ist. Sie müssen nun wieder eine neue aufbauen. Für uns war der Sieg wichtig, denn es ging noch um den Klassenerhalt. Auerbach ist da schon einen Schritt weiter und wird in dieser verrückten Saison aufgrund ihrer Mentalität auch keine Probleme bekommen. Für uns ist es schön, den Auswärtssieg einzufahren. Die Jungs haben sich die vier freien Ostertage verdient.“

Michael Hiemisch (VfB Auerbach): "Es ist schon bitter, diese Niederlage heute einzustecken. Mir geht es dabei weniger um die gerissene Serie, sondern vielmehr darum, dass es nun wieder ernst wird. Jetzt müssen wir mit offenen Augen und klar die Situation anschauen. Wir wissen ja nicht, was in der Dritten Liga passiert. Schade ist, dass wir die starke Hinrunde, die wir uns erarbeitet haben, nun Stück für Stück kaputt machen. Wir merken zur Zeit, dass uns nach vorn die Durchschlagskraft, die Kreativität fehlt. In der ersten Halbzeit haben wir ein intensives Spiel zwischen den Strafräumen gesehen. Auch wenn wir uns auf dem Boden sehr schwer getan haben. Es fehlte aber uns vor allem die gedankliche Frische, der Wille, sich durchsetzen zu wollen. Da klemmt es derzeit bei uns. Was wir nun jetzt nicht machen dürfen, ist die Nerven zu verlieren. Wir arbeiten mit den Jungs daran, versuchen die positive Kraft wieder herauszuholen und die Köpfe frei zu bekommen. Nach dem 0:1 hat es an der Mentalität im Team gefehlt, um dann wirklich noch einmal eine Trotzreaktion zu zeigen. So kenne ich meine Mannschaft gar nicht. Wir müssen nun schauen, wo die Säge klemmt."

Zuletzt aktualisiert: 19. März 2016, 18:52 Uhr

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