Der Babelsberger Torhüter Marvin Gladro filegt hier an der Eingabe vorbei, doch Josef Nemec (Bautzen) kann diese Möglichkeit nicht nutzen.
Bildrechte: Torsten Zettl

Fußball | Regionalliga Bittere Heimpleite für Bautzen

2. Spieltag

Der Babelsberger Torhüter Marvin Gladro filegt hier an der Eingabe vorbei, doch Josef Nemec (Bautzen) kann diese Möglichkeit nicht nutzen.
Bildrechte: Torsten Zettl

Für den FSV Bautzen hätte diese Saison nicht schlechter starten können. Auch im ersten Heimspiel musste der FSV eine bittere 1:2 Pleite gegen den SV Babelsberg einstecken. Dabei deutete Alles auf ein Unentschieden hin.

Heimspiel Babelsberg?

Nach der knappen Niederlage aus der Vorwoche, hatte die Mannschaft von Reimund Linkert nun die Chance in ihrem ersten Heimspiel der Saison eine kleine Kehrtwende einzuleiten. Der Gegner aus Babelsberg erwischte ebenso einen punktlosen Start. Sie scheiterten gegen den Staffelfavoriten aus Nordhausen mit 0:2. Also für beide Mannschaften ein wichtiges Spiel und ein möglicher "Fingerzeig" für den kommenden Saisonverlauf.

Im Stadion Müllerwiese erwischten die Gäste aus Babelsberg einen besseren Start und wären in der ersten Minute fast in Führung gegangen. Dabei erhielt Hoffmann einen weiten Pass aus dem Mittelfeld und war frei durch. Das Einschieben in das leere Bautzener Tor konnte nur noch Patka verhindern. Die Gäste waren einfach griffiger in ihrer Zweikampfführung und erarbeiteten sich dadurch mehr Spielanteile. Dies mündete dann in einer weiteren Chance durch den Babelsberger Stürmer Shala. Der gebürtige Jugoslawe bekam freistehend nach einer Ecke den Ball auf den Kopf geliefert (8.). Den Ball konnte er aber nicht entscheidend auf das Tor von Wohlfeld drücken.

Die Mannen von Reimund Linkert versuchten sich nun durch den Kampf in das Spiel „zu beißen“. Jedoch zu diesem Zeitpunkt des Spiels noch ohne jeglichen spielerischen Erfolg. Dafür waren die Potsdamer Kicker einfach technisch zu versiert und kombinierten sich fehlerfrei durch das Bautzener Mittelfeld. So sorgte eine schöne Kombination fast für die Führung der Mannen von Cem Efe. Hoffmann spielte einen schönen Laufpass auf den mitgelaufenen Steinborn, welcher in das Bautzener Zentrum flankte. Der Babelsberger Shala rutschte jedoch zwei Meter vor dem Tor aus und konnte die Flanke nicht verwerten. Man fragte sich zwangsläufig: Ist das hier wirklich ein Heimspiel der Bautzener?

Reimund Linkert erkannte, es musste etwas passieren und dirigierte wild seine Spieler vom Spielfeldrand aus. Anscheinend mit Erfolg, denn auf einmal wirkte das Spiel der Sachsen kreativer und aggressiver. Hauptakteure dieser aufbrandenden Sturm und Drangphase waren die beiden tschechischen Akteure Sisler und Nemec. Beide sorgten für deutlich mehr Schwung in der Offensivabteilung. Erst lieferte Sisler seinem Mitspieler Nemec einen schönen Freistoß auf den Kopf (22.), später scheiterte Sisler alleine mit einem Fernschuss aus 20 Metern an dem gegnerischen Torhüter Gladrow (26.). Es entwickelte sich hier nun ein packender Schlagabtausch. Der zentrale babelsberger Mittelfeldspieler Hoffmann kam zur nächsten Chance des Spiels. Aus gut 25 Metern scheitert Hoffmann an dem stark parierenden Wohlfeld (28.). 

Das Spiel kühlte sich danach aber deutlich ab. Beide Mannschaften holten gefühlt Luft und versuchten das Spiel in eine geordnetere Bahn zu lenken. Kurz vor der Halbzeit dann aber der unerwartete Knall. Salewski besorgte, nach einer schönen Flanke von Milde, die Führung für die Gäste (42.). Quasi im Gegenzug schlugen die Babelsberger aber zurück und besorgten durch Sindik den Ausgleich (44.). Dabei profitierte er von einer punktgenauen Flanke von Cepni. Mit diesen emotionalen Höhepunkten ging es in die Pause.

Bautzen jubelt in der 42. Minute durch den Treffer von Maik Salewski
Bautzen jubelt in der 42. Minute durch den Treffer von Maik Salewski Bildrechte: Torsten Zettl

Bautzen belohnt sich nicht

Mit frischer Tatenkraft und aufgeladenen „Konditionstanks“ ging es in die zweite Halbzeit. Dabei verzichteten beide Trainer auf Wechsel und vertrauten ihrem Stammpersonal. Die Anfangsphase gestaltete sich, ganz im Gegenteil zur ersten Halbzeit, chancenarm. Beide Mannschaften beschnupperten sich etwas und waren bemüht keinen groben Fehler im Spielaufbau zu begehen. Mit der Zeit erspielten sich die Babelsberger wieder etwas mehr Ballbesitz und kamen durch einen Kopfball von Steinborn zu ihrer ersten Chance in der zweiten Halbzeit (52.). Die Bautzener agierten aus der kompakten Defensive heraus und lauerten auf mögliche Kontergelegenheiten.

Diese ergaben sich aber in den nächsten Spielminuten nicht. Beide Mannschaften neutralisierten sich weitest gehend. Das Spiel benötigte neue Impulse. Die Trainer Linkert und Efe wechselten zum ersten Mal aus und brachten die frischen Barth und Stang. Die erste offensive Bemühung ging dann wieder auf das Konto der Babelsberger. Cepni und Shala spielten sich mit einer schönen Kombination durch das Mittelfeld der Bautzener. Shala legte dann ab auf den mitgelaufenen Steinborn, welcher den Ball aber nicht richtig traf und leicht verzog (69.). Das war aber nur ein kurzes Leuchtfeuer in einer weitestgehend ereignislosen zweiten Halbzeit.

Die Zuschauer stellten sich langsam auf ein leistungsgerechtes Unentschieden ein, als die Babelsberger wie aus dem Nichts erneut in Führung gingen. Der Torschützer zum 0:1 machte es noch einmal. Nach einer schönen Flanke von Saalbach kam Sindik ungestört zum Kopfball und verwertete diesen ungefährdet zum 1:2. Die Bautzener waren nun sichtlich geschockt und versuchten noch einmal durch den Kampf zu einem Ausgleich zu kommen. Die Gäste aus Babelsberg spielten die Endphase jedoch clever herunter und entführten etwas glücklich, drei Auswärtspunkte aus dem Stadion Müllerwiese.

Trainer Reimund Linkert, Budissa Bautzen, gerät immer mehr unter Zugzwang.
Trainer Reimund Linkert, Budissa Bautzen, gerät immer mehr unter Zugzwang. Bildrechte: IMAGO

Bei den Bautzenern muss man nun von einem Fehlstart in die Saison sprechen. Der Druck für Reimund Linkert wird nicht geringer und mit Jena, Englische Woche - nächster Mittwoch, steht den Sachsen die nächste schwere Aufgabe vor der Haustür.

Das sagten die Trainer:

Reimund Linkert (Bautzen): "Nach null Punkten aus zwei Spielen, sind wir natürlich nicht so gestartet wie wir es wollten. Für mich gibt es heute zwei Knackpunkte in diesem Spiel. Das ist einmal der 1:1 Ausgleich und anderseits die Situation in der zweiten Halbzeit, als Barth die Chance für eine mögliche Führung unsererseits nicht nutzt und wir im Gegenzug das 2:1 kassieren. Das sind die zwei Knackpunkte die uns so als Mannschaft nicht pasieren dürfen. Denn wir wussten um die Stärke von Babelsberg, welche letztes Wochenende gegen Nordhausen ein gutes Spiel abgeliefert hatten. Wir wussten, dass wir in dem heutigen Spiel oft hinterherrrennen müssen. Besonders in den ersten 20 Minuten mussten wir Lehrgeld bezahlen. Wir waren in den Räumen nicht gut aufgestellt und haben das etwa ab der 30. Minute korrigiert. In der zweiten Halbzeit haben wir das besser gemacht, besser verteidigt und vorne zu Torchancen gekommen. Nur die Belohnung fehlte. Wir müssen für unser Spiel einen gesunden Mittelweg finden. Die Jungs wollen lernen, die werden lernen und dann gibt es zwangsläufig die verdienten Punkte."

Cem Efe (Babelsberg): "Wir können absolut zufrieden sein weil wir wussten welche Qualität die Mannschaft von Budissa Bautzen hat. Wir haben unter den Temperaturen den Ball gut laufen lassen und haben uns ab der ersten Sekunde des Spiels gute Chancen erarbeitet. Ich glaube wir hätten in den ersten 10 - 15 Minuten 2:0 vorn liegen können. Die erste Halbzeit haben wir komplett so gespielt wie wir es haben wollten. Die Chancen waren absolut da. Das 1:0 für Bautzen kam in der Phase, für mich, überraschend. Was wir dann aber gut machen, dass wir relativ zügig den Ausgleich nachlegen. Das tat uns natürlich sehr gut. In der zweiten Halbzeit war Bautzen aktive und wir etwas zu träge im Umschaltspiel. Wir haben viel zu lange den Ball gehalten und keine Gegenspieler überspielt. Aber dennoch geht für mich der Auswärtssieg meiner Mannschaft voll in Ordnung. Ich wünsche Budissa Bautzen Alles Gute."

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tw/mr

Zuletzt aktualisiert: 07. August 2016, 19:47 Uhr

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1 Kommentar

07.08.2016 16:46 Oberlausitzer 1

@mdr: Andis Shala wurde 1988 in Gjakova (Jugoslawien) geboren und besitzt die deutsche und albanische Staatsbürgerschaft. Er ist kein Tscheche.