Fußball | Regionalliga Meuselwitz erkämpft sich Punkt in Berlin

Nachholspiel 1. Spieltag

Im Nachholspiel des ersten Spieltages hat der ZFC Meuselwitz nach einer ansprechenden Leistung ein 2:2 (0:1) beim FC Viktoria Berlin herausgespielt. Dabei lag die Weber-Elf lange Zeit verdient mit 1:0 in Führung und überzeugte vor allem mit spielerischer Leichtigkeit und der notwendigen Aggressivität. Erst in der Mitte des zweiten Abschnittes kam die Heim-Elf ins Spiel und überlistete die Thüringer mit einem Doppelschlag. Von diesen zwei Treffern musste sich der ZFC erst einmal einige Minuten erholen und hatte Glück, dass sie nicht noch ein drittes Tor fingen. Kurz vor dem Schlusspfiff kam die Erlösung für den ZFC. Horoszkiewicz schnappte sich nach einem Freistoß den Abpraller und netzte zum umjubelten und verdienten 2:2 ein.

ZFC überrascht Viktoria Berlin

Durch Umbaumaßnahmen fand die Nachholpartie des ersten Spieltages nicht wie gewohnt im Stadion Lichterfelde statt sondern auf dem Ernst-Reuter-Sportfeld. Die Zuschauer sahen in den Anfangsminuten ein sehr gemächliches Spieltempo. Beide Teams versuchten zuerst ihre Defensive abzusichern und schalteten nur vereinzelt offensiv um. Die Mannschaft aus der Hauptstadt hatte die erste Chance der Begegnung durch Daniel Schulz. Nach einem Freistoß kam der Viktoria-Spieler frei zum Kopfball und köpfte knapp am ZFC-Kasten vorbei (4.). Für den ZFC zog Rene Weinert nach Chancen gleich. Kurzentschlossen zog er aus ca. 10 Metern und spitzen Winkel ab. Jedoch war der Schuss am Ende zu lasch (9.).

Yves Brinkmann (Meuselwitz) gelang der verdiente 1:0-Treffer (26.).
Yves Brinkmann (Meuselwitz) gelang der verdiente 1:0-Treffer (26.). Bildrechte: IMAGO

In den nachfolgenden Spielminuten steigerten beide Teams deutlich das Spieltempo. Jedoch fehlte auf beiden Seiten der letzte öffnende Pass, um die Abwehrreihen zu überlisten. Am gefährlichsten wurde es überwiegend durch Standard-Situationen. Eine Ausnahme bildete die Führung der Gäste aus Thüringen. Nach einem herausragenden Solo von Andy Trübenbach über den ganzen Platz und der Ablage auf Sebastian Albert, stand Yves Brinkmann alleine im Strafraum von Viktoria und verwertete die Albert-Flanke souverän zur 1:0-Führung (26.).

Danach war dann ordentlich Feuer im Spiel. Brinkmann scheiterte kurz nach der Führung nach einer erneuten Flanke von Albert an dem glänzend reagierenden Dominik Kisiel (33.). Auf der Gegenseite scheiterte Ümit Ergirdi mit einem strammen Schuss an der Latte des ZFC-Kasten (36.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff verpasste Trübenbach knapp das 2:0. Der Meuselwitzer sah, dass Kisiel zu weit vor dem Kasten stand und zog aus 50 Metern ab. Sein Schuss strich knapp am Pfosten vorbei (43.).

Berlin dreht das Spiel - Meuselwitz mit Moral

Nach der Halbzeitpause schickten beide Trainer ihre Teams unverändert zurück auf den Rasen und die Elf von Heiko Weber setzte in den ersten Spielminuten gleich ein wichtiges Zeichen an die Hausherren. ZFC-Spieler Francesco Lubsch peilte sofort den Strafraum der Viktorianer an und ließ einen beherzten Schuss aus ca. 15 Metern ab. Jedoch knapp vorbei (46.). Die Zipsendorfer wollten die Führung so schnell wie möglich ausbauen und agierten im Offensivspiel sehr leichtfüßig und zielstrebig.

FC-Trainer Thomas Herbst sah sich nun gezwungen, seine Elf etwas offensiver auszurichten und nahm personelle Veränderungen vor. Vor allem der eingewechselte Murat Bildirici sollte das Offensivspiel der Berliner neu beleben. Es fehlte jedoch auch in den nächsten Spielminuten an der zündenden Idee, um die Meuselwitzer Abwehr zu überraschen. Bei der Weber-Elf überzeugte heute vor allem der erst kürzlich genesene Trübenbach. Der Meuselwitzer zeigte sich in jeder Szene gedankenschnell und kreierte etliche gefährliche Situationen für den ZFC. Ein klarer Zugewinn im Spiel der Thüringer.

In wenigen Minuten stellten die Hausherren das Spiel jedoch komplett auf den Kopf. Nach einer Ecke und dem fehlgeschlagenen Klärversuch von Pierre Le Beau kam Sascha Schünemann an den Ball. Er zog aus 25 Metern direkt ab und erzielte das glückliche 1:1 (67.). Kurz darauf dann ein weiterer Schock für den ZFC. Die Viktorianer gingen sogar noch in Führung. Nach einem feinen Pass von Ümit Ergirdi stand Karim Benyamina völlig blank und spitzelte den Spielball zur überraschenden Führung über die Torlinie (71.).  

Für den viel umjubelten 2:2-Ausgleich in letzter Minute sorgte Gracjan Horoszkiewicz (ZFC Meuselwitz).
Für den viel umjubelten 2:2-Ausgleich in letzter Minute sorgte Gracjan Horoszkiewicz (ZFC Meuselwitz). Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister

In den letzten Spielminuten versuchten die Zipsendorfer noch einmal mit aller Macht zurück in die Partie zu finden. Dies gelang glücklicherweise, wenn auch auf dem allerletzten Drücker. Nach einem Freistoß von Albert verlängerte Gracjan Horoszkiewicz mit den Kopf und traf den Pfosten. Den Abpraller schnappte sich der ZFC´ler jedoch erneut und traf zum viel umjubelten 2:2 in die Maschen für die Thüringer (90.). Am Ende ein redlich verdienter Punkt für die Elf von Weber.

Das sagten die Trainer:

Heiko Weber (Meuselwitz): "Die Zuschauer sahen hier ein faires und gutes Spiel. Wir sind glücklich über den späten Ausgleich. Die Viktoria-Offensive war sehr stark aber deren 1:1 war etwas glücklich. Mit den drei jungen eingewechselten Spielern haben wir das Unentschieden erzwungen."

Thomas Herbst (Berlin): "In der ersten Halbzeit waren wir zu zögerlich und nicht entschlossen genug, was ich meiner Mansnchaft vorwerfe. Eine Führung hätte uns deutlich mehr Ruhe gebracht. Dann haben wir viel investiert und das Spiel in wenigen Minuten gedreht. Doch im Abschluss blieben wir teilweise schlampig. Der Ausgleich war sehr bitter für uns. Aus dieser Partie müssen wir einige Lehren ziehen. Zum Beispiel haben die erfahrenen Spieler zu viele Bälle verloren."

Über dieses Thema berichtet "MDR aktuell" MDR Fernsehen | 09.08.2017 | ab 21:45 Uhr

tw & fw

Zuletzt aktualisiert: 09. August 2017, 23:33 Uhr

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