Fußball | Regionalliga Nordost Bautzen geht im Lausitzderby unter

25. Spieltag

Der FSV Budissa Bautzen hat im Lausitzderby gegen den FC Energie Cottbus eine deutliche "Packung" hinnehmen müssen und mit 0:4 (0:4) verloren. Dabei führten individuelle Fehler zu schnellen Cottbuser Toren, welche dem FSV früh das Genick brachen. Den Hausherren fehlten heute gänzliche spielerische Mittel, um den Tabellenzweiten aus Brandenburg ernsthaft gefährden zu können. Negativer Höhepunkt der Partie waren Chaoten, welche im Gäste-Block Pyrotechnik abfackelten und dadurch für eine 15-minütige Unterbrechung sorgten.

Bautzen mit katastrophaler erster Halbzeit

Bautzens Torhüter Norman Wohlfeld streckte sich vergebens und musste das frühe 0:1 hinnehmen (2.).
Bautzens Torhüter Norman Wohlfeld streckte sich vergebens und musste das frühe 0:1 hinnehmen (2.). Bildrechte: Torsten Zettl

Im Stadion an der Müllerwiese erwischten die Bautzener den denkmöglich schlechtesten Start. Die Gäste kombinierten sich gefällig durch die Abwehrreihe des FSV. Benjamin Förster erhielt im Strafraum den Ball und wurde durch Patrik Baudis gefoult. Den fälligen Elfmeter nahm sich Fabio Viteritti an und vollendete eiskalt zur frühen Führung für die Cottbuser (2.).

Die Gäste aus Brandenburg standen sehr hoch und drückten die Gastgeber weiter in ihre eigene Hälfte. Das führte wiederum zu vielen einfach Passfehlern bei der Budissa. Das Team von Claus-Dieter Wollitz zeigte sich in der ersten Halbzeit enorm effizient und nutzte auch die zweite große Chance des Spiels. Förster und Joshua Putze setzten sich mit einem Doppelpass auf der linken Außenbahn durch. Der letztgenannte zündete dann plötzlich den "Turbo" und schloss aus ca. 15 Metern platziert ab. FSV-Keeper Norman Wohlfeld konnte nur noch hinterherschauen und ein weiteres Gegentor quittieren (9.).

Darauf versuchten die Sachsen durch Kampf in die Partie zu finden. Jedoch fehlten im ersten Abschnitt die spielerischen Mittel und die letzte Genauigkeit, um die Gäste unter Druck zu setzen. Die Gastgeber brachen zum Erschrecken der Zuschauer völlig ein und kassierten weitere Gegentore. Lasse Schlüter mit einem platzierten Schuss (32.) aus ca. 13 Metern und Putze (35.) sorgten dafür, dass die Bautzener noch vor dem Halbzeitpfiff mit 0:4 in Rückstand gerieten. Beide Tore wurden wieder über die schwache linke Abwehrseite der Gastgeber herausgespielt.

Bis zur Pause schalteten die Cottbuser einige Gänge zurück und verschonten die heute miserabel aufspielenden Sachsen mit weiteren Gegentoren.

Harmlose Hausherren und Chaoten im Gäste-Block

In der zweiten Hälfte stand der Kampf im Vordergrund. Patrick Baudis (rechts, Bautzen) und Benjamin Förster (links, Cottbus) im Kopfballduell.
In der zweiten Hälfte stand der Kampf im Vordergrund. Patrick Baudis (rechts, Bautzen) und Benjamin Förster (links, Cottbus) im Kopfballduell. Bildrechte: Torsten Zettl

Nach der Halbzeitpause schickte FSV-Trainer Torsten Gütschow sein Team unverändert zurück auf den Rasen und hoffte auf eine Leistungssteigerung seiner Elf. Die Oberlausitzer versuchten in den Anfangsminuten der zweiten Halbzeit, die Partie etwas zu beruhigen und den Cottbusern so etwas den Wind aus den Segeln zu nehmen. Dies gelang auch teilweise. Jedoch konnte man in der eigenem Offensive keinerlei Akzente setzen. Es fehlten heute einfach die spielerischen Mittel, um die Mannschaft von Claus-Dieter Wollitz ernsthaft zu gefährden.

Für die gefährlichen Torchancen sorgte weiterhin nur der Tabellenzweite. Förster setzte sich erneut stark auf der linken Außenbahn durch und flankte in den Bautzener Strafraum. Dort stand Putze völlig blank und köpfte platziert auf den FSV-Kasten. Budissa-Keeper Wohlfeld reagierte sensationell und kratzte den Ball noch gerde so von der Linie (60.).

Negativer Höhepunkt der Partie. In der 68. Minute wurde das Spiel wegen gezündeter Pyrotechnik im Cottbusser Block die Partie für 15 Minuten unterbrochen.
Negativer Höhepunkt der Partie. In der 68. Minute wurde das Spiel wegen gezündeter Pyrotechnik im Cottbusser Block die Partie für 15 Minuten unterbrochen. Bildrechte: Torsten Zettl

Die Partie wurde im letzten Spieldrittel durch Chaoten im Cottbuser Block unterbrochen, welche mit Abbrennen von Pyrotechnik negativ auffielen und eine ca. 15 minütige Pause erzwangen (68.).

Nach diesem negativen Höhepunkt wurde die Partie wieder fortgeführt. Der Spielfluss war jedoch völlig raus. Es passierte spielerisch nur noch wenig. Lediglich der Cottbuser Daniel Svab sorgte für einen Aufreger. Seine Flanke von der linken Seite entwicklete sich zum gefährlichen Torschuss. FSV-Keeper Wohlfeld klärte in letzter Sekunde und verhinderte einen weiteren "Einschlag" (75.).

Am Ende eine verdiente, auch in der Höhe, Heimniederlage für die Bautzener, welche weiterhin auf dem vorletzten Tabellenplatz festhängen. Die Cottbuser konnten mit dem heutigen Sieg den Rückstand auf Jena verkürzen und haben nur noch fünf Punkte aufzuholen.

Das sagten die Trainer:

Claus-Dieter Wollitz (Cottbus): "Ich denke das ganze Momentum war heute bei uns. Nach zwei Minuten stand es schon 1:0. Wunderschönes 2:0, 3:0 und 4:0. Nach der Halbzeit ist uns ein bisschen die Spannung verloren gegangen. Das ist denke ich nach so einer ersten Halbzeit mehr als menschlich. Wir hätten natürlich gerne noch etwas mehr für unser Torverhältnis getan. Jedoch wäre das auch etwas zu viel des Guten gewesen. Ich hoffe, dass Budissa sich von der heutigen Partie nicht birren lässt. In den letzten Partie haben sie sehr gute Spiele gezeigt."

Torsten Gütschow (Bautzen): "Wenn man mit 0:4 verliert, hat man verdient verloren. Glückwunsch an Cottbus zum Sieg. Irgendwie habt Ihr heute in einer anderen Liga gespielt. Nach dem 0:3 war das Spiel für uns eigentlich vorbei. Auf dem Platz wollten wir wieder viel auf spielerische Lösungen setzen. Jedoch hat das Cottbus sehr gut gemacht und unsere Spieleröffnung entscheident gestört. Wir müssen jetzt unbedingt schnell aus den heutigen Fehlern lernen und positiv auf Spiel am Mittwoch gegen Fürstenwalde schauen. Mit der richtigen Einstellung werden wir das noch schaffen."

tw/mr

Dieses Thema im Programm | MDR FERNSEHEN Sport im Osten | 19.03.2017 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. März 2017, 08:34 Uhr

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3 Kommentare

19.03.2017 17:40 Karin Kern 3

könnte man ... dann wären sie aber....

19.03.2017 17:40 Schwarzwaldsachse 2

Die Cottbusser Fans haben aber auch ein Pech !! da kämpfen sie seit Jahren um den Fair Play Pokal und dann schleichen sich fremde Chaoten in den Gästeblock ! So ein Pech aber auch! ,,,Die Ultras haben sicher geweint als sie das mit ansehen mussten ! wer Ironie findet kann sie behalten ! Tschüss..

19.03.2017 16:46 Oberlausitzer 1

Die Aussage vom Cottbusser Trainer Wollitz am Mikrofon des mdr betreffs der Ausschreitungen sind eine absolute Frechheit. Man könnte bei seinen Worten denken, dass es Bautzner waren. Es waren aber definitiv keine Budissa-Anhänger für die Ausschreitungen verantwortlich.