Fußball | Regionalliga Scharfschütze Schmidt sorgt für Punkteteilung

7. Spieltag

Am siebten Spieltag der Regionalliga Nordost hat sich der FSV Budissa Bautzen mit einem 2:2 (0:0)-Unentschieden von Germania Halberstadt getrennt. In einer wilden Partie spielten die Hausherren von Anfang an den aggressiveren Ton und hätten in der ersten Halbzeit nach mehreren Hochkarätern in Führung gehen können. Die Führung gelang dann in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit durch Tony Schmidt. Danach drehte sich jedoch die Partie und die Gäste aus Halberstadt übernahmen das Ruder. Durch zwei Tore hätten die Gäste fast einen Auswärts-Dreier entführt. Scharfschütze Tony Schmidt sorgte, in der dritten Minute der Nachspielzeit, für die am Ende gerechte Punkteteilung.

Munteres Spielchen - Bautzen und Halberstadt aktiv

In den ersten Spielminuten zeigten sich die Hausherren aus Bautzen etwas offensiver ausgerichtet und erarbeiteten sich die erste erwähnenswerte Chance. Josef Müller setzte sich auf der rechten Außenbahn durch und flankte auf den zentral positionierten Tony Schmidt. Dieser ließ sich nicht lange bitten und zog einfach aus 16 Metern Tor-Entfernung ab. VfB-Goalie Paul Büchel konnte jedoch ohne Probleme halten (4.). Kurze Zeit später war es erneut Büchel, welcher nach einem Kopfball von Schmidt das 0:0 festhielt (9.).

In den nachfolgenden Spielminuten nahm sich die Partie eine spielerische Pause. Die Gäste aus Sachsen-Anhalt verweigerten in den ersten 20 Minuten größtenteils die Offensivbemühungen und konzentrierten sich vollends auf die Abwehr-Arbeit. Völlig aus dem Nichts hätten die Halberstädter fast die Auswärts-Führung erzielt. Nach einem missglückten Klärversuch der Bautzener Abwehr schnappte sich Tom Nattermann den Ball und zog im Strafraum sofort ab. FSV-Keeper Maik Ebersbach verhinderte mit einer Glanztat den Torjubel der Gäste (23.).

Der Bautzener Kapitän Franz Pfanne (rechts) ist vor dem Halberstädter Tom Nattermann am Ball und klärt. In der Halbzeit war es ein hart umkämpftes Spiel.
Der Bautzener Kapitän Franz Pfanne (rechts) ist vor dem Halberstädter Tom Nattermann am Ball und klärt. In der Halbzeit war es ein hart umkämpftes Spiel. Bildrechte: Torsten Zettl

Das Team von Andreas Petersen leckte nun Blut und erhöhte die Schlagzahl in der Offensive. Nach einem gut getimten Laufpass von Florian Eggert auf Florian Beil scheitert dieser aus spitzem Winkel am erneut glänzend reagierenden Maik Ebersbach (32.). Es wurde etwas wilder auf dem Platz. Josef Müller vom FSV suchte den Abschluss aus ca. 28 Metern Tor-Entfernung. VfB-Torwart Büchel konnte nur noch mit einem Reflex den Einschlag verhindern und boxte den Ball gerade so über die Latte (37.). So ging es torlos in die Kabine.

Bautzen verpasst Entscheidung - Halberstadt dreht Partie

Nach der Halbzeitpause schickten beide Trainer ihre Elf ohne personelle Veränderungen zurück auf den Rasen. Bautzen startete erneut etwas aggressiver und wurde sofort belohnt. Mit einem Traumtor von Schmidt ging der FSV in Führung (49.). Den Freistoß aus ca. 35 Metern nagelte Schmidt mit einem unglaublichen Strich in den linken Torwinkel des VfB-Kastens. Keine Chance für Büchel. Die Mannen von Torsten Gütschow wollten jetzt den Sack zumachen und schalteten in der Offensive zwei Gänge höher. Nach einer Flanke von der rechten Seite setzte sich Kevin Bönisch in der Zentrale durch und köpfte knapp am VfB-Kasten vorbei (55.).

Durch die offensive Ausrichtung der Budissa wurden die Konter-Räume für Halberstadt größer und das nutzten die Sachsen-Anhalter sofort aus. Über die rechte Außenbahn setzte sich Beil durch und flankte auf den lauernden VfB-Stürmer Nattermann. Dieser hatte nur noch wenig Probleme und schob zum 1:1-Ausgleich ein (60.). Danach veränderte sich das Spielgeschehen etwas. Plötzlich gaben die Aufsteiger den Ton an und wären fast durch einen platzierten Beil-Schuss in Führung gegangen (68.).

Tony Schmidt erzielte heute zwei wunderschöne Tore. Musste sich am ende aber Kritik für seinen provokanten Jubel (2:2) vor der VfB-Trainerbank anhören.
Tony Schmidt erzielte heute zwei wunderschöne Tore. Musste sich am ende aber Kritik für seinen provokanten Jubel (2:2) vor der VfB-Trainerbank anhören. Bildrechte: Torsten Zettl

Wenige Minuten später war es dann so weit. Die Elf aus Halberstadt drehte die Partie. Benjamin Boltze lief ungehindert auf den Strafraum der Bautzener zu und passte im richtigen Moment in den Lauf von Beil. Dieser netzte zur überraschenden Führung ein (77.). In den letzten Spielminuten setzten die Kicker aus Sachsen noch einmal Alles auf eine Karte und schafften mit der allerletzten Aktion sogar noch den Ausgleich. Wieder war es "Scharfschütze"Schmidt, der aus ca. 20 Metern Tor-Entfernung den rechten Torwinkel ins Visier nahm und erneut spektakulär traf. Ein wahnsinns Ende für ein unglaubliches Regionalliga-Spiel. Für beide Mansnchaften war das heute ein wichtiger Punkt.

Das sagten die Trainer:

Andreas Petersen (Halberstadt): "Die Zuschauer haben hier natürlich ein ordentliches Spiel gesehen. Nach der komplizierten Anreise waren wir von Anfang an drin. Budissa mit guten Chancen am Anfang. Danach haben wir uns ganz gut reingearbeitet. In der zweiten Halbzeit gerieten wir nach einem Sonntags-Schuss von Schmidt in den Rückstand. Den Schuss hätte man aber auch halten können. Da hat unser Torwart wirklich schlecht ausgesehen. Ein Kompliment an unsere Mansnchaft wie sie dann zurückgekommen ist. Wir machen aus einem Rückstand eine 2:1-Führung und mussten dann eigentlich direkt den Deckel draufmachen. Machen wir aber nicht. Wie dann Tony Schmidt vor unserer Trainerbank gejubelt hat war einfach respektlos. Meinen Spieler würde ich eine knallen. Das gehört sich einfach absolut nicht. Wir haben hier im Endeffekt zwei Punkte liegen lassen."

Torsten Gütschow (Bautzen): "Ich gehe mit einigen Aussagen von Andreas mit. Bis zum 1:0 haben wir fußballerisch ein gutes Spiel gemacht. Danach haben wir ein bisschen den Spielfaden verloren und waren einfach viel zu hektisch. Wir wollten unbedingt den Deckel draufmachen und haben Halberstadt zu viel Räume gegeben. Das 2:1 hat mich wirklich geärgert. Keiner hat den Gegenspieler angegriffen. Hinten raus machen wir das Tor sicherlich glücklich. Aber wir haben halt auch nicht aufgesteckt und belohnen uns dann am Ende mit dem Punktgewinn."

tw & mr

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 16. September 2017 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. September 2017, 18:01 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

9 Kommentare

17.09.2017 16:36 detteG 9

Ich habe das Spiel nicht vor Ort gesehen, mir fällt jedoch auf, dass hier mehrfach über die Arroganz von Herrn Petersen geschrieben wird. Dazu folgendes von mir:, die Mannschaft VfB Germania ist nicht Herr Petersen, sie wird von ihm trainiert, mehr nicht. Zur Arroganz von Herrn Petersen kann ich nur sagen, Ja !. Habe noch seinen Antritt und 1.Pressekonferenz als "Fußballlehrer" beim 1. FCM in Erinnerung, dort sprach der Herr davon bis dato nur bei maroden Vereinen trainiert zu haben, und nun für "Höheres" berufen zu sein ( er wechselte seinerzeit vom VfB Germania nach Magdeburg ) .Meines Erachtens eine Frechheit.
Er musste dann dort gehen, weil Mangel an Lizens. Nun haben wir ihn wieder an der Backe. "Personenkult", schöne Grüße aus HBS, Dette G.

16.09.2017 22:25 Pi Latus 8

Sportfreund Petersen hat doch auch seinen Co-Trainer gewähren lassen, ohne einzugreifen. Dass ein Co-Trainer des Gastes (hier Sportfreund Gerlach) von der 1. bis zur letzten Minute Anweisungen an die Spieler am ganzen Spielfeld entlang (auch in der Coaching-Zone von Budissa) gegeben hat, war in Bautzen einmalig. Dazu hat Herr Petersen 90 Minuten lang geschwiegen. Der Jubel der Bautzner vor der Coachingzone der Halberstädter sollte nur zeigen, dass es die Mannschaft von Budissa auch noch gibt und dass sich Halberstadt als Gast nicht alles erlauben kann. Schade, dass das Petersen nicht erkannt hat.

16.09.2017 16:15 Bautzener 7

@Fan Achim
Deraufmerksame Beobachter hat in Meuselwitz allerdings auch gesehen, dass die Bautzener vom anwesenden Meuselwitzer Volk bepöbelt wurden, was selbstverständlich eine entsprechende Gegenreaktion auf dem Feld zur Folge hat. Aktion - Reaktion! Zu solchen Dingen gehören immer zwei!

16.09.2017 12:08 Fan Achim 6

Ein Toni Schmidt hat auch in Meuselwitz ständig die Zuschauer provoziert, er ist ein sehr guter Spieler aber kein fairer Sportsmann!!

16.09.2017 09:56 Mittelstürmer 5

Der Herr Petersen hat mal wieder großen Rand. Aber bei ihm heißt es eben nur: große Gusche und nix dahinter! Vorallem nix im Hirnkasten. Das was die Halberstädter Bank an Niveaulosigkeiten, Provokationen und Unfairness an den Tag gelegt hat, war unter aller Kanone. Wenn jemand die 3 Punkte definitiv nicht verdient hat, dann dieser Pfeifenverein. Sich jetzt noch über Schmidts Jubel zu mokieren zeigt nur, wie egomanisch diese Möchtegern-Fußballer sind. Man kann Petersen, Gerlach und dem VfB nur eins wünschen: den baldigen ABSTIEG!!!

16.09.2017 03:49 Fragesteller 4

Mag ja ein gutes Spiel gewesen sein, aber beim MDR hat man es hier nicht wirklich mit der Rechtschreibung und Grammatik. Note sechs, bitte setzen!

[Danke für den Hinweis und für das gute Auge. ;-) Wir prüfen das nochmal. Liebe Grüße, MDR.de-Redaktion

15.09.2017 22:53 Aj the F 3

Da kann Herr Petersen ja gleich bei seinem Trainerstab anfangen und seinem Co benehmen bei bringen! Nach dem seinem Kasperletheater braucht er sich weiß Gott nicht zu beschweren... provoziert permanent, tätschelt Gegner und reklamiert. Jeder Aktion folgte eine peinliche Reaktion zum fremdschämen.

15.09.2017 22:34 Bautzener 2

Herr Petersen soll mal die Luft anhalten und auf seinen Co achten. Herr Gerlach sprang nach dem Führungstreffer für Halberstadt ziemlich respektlos an der Linie rum und provozierte immer wieder mit Ball halten und Gesten Richtung Bautzener Spieler. Damit fing alles an. Tony Schmidt hätte nicht so reagiert, wenn Herr Gerlach nicht so ausgeflippt wäre. Schmidt ist ein Sportsmann!

15.09.2017 22:20 Bautzner 1

Es heißt immer noch die FSV und nicht der.