Chemie-Spieler feiern nach dem 2:1-Sieg.
Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister

Fußball | Regionalliga Chemie gewinnt Kellerduell in letzter Minute

7. Spieltag

Da bebte der altehrwürdige Alfred-Kunze-Sportpark: Regionalliga-Aufsteiger Chemie Leipzig hat das Kellerduell gegen Schlusslicht Luckenwalde in allerletzter Minute gewonnen.

von Christian Kerber und Alexander Kunze (Leipzig)

Chemie-Spieler feiern nach dem 2:1-Sieg.
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Großer Jubel im "Leutzscher Holz": Aufsteiger Chemie Leipzig hat das Kellerduell gegen den FSV Luckenwalde in letzter Minute 2:1 gewonnen. Joker Philipp Wendt sorgte für den zweiten Saisonsieg des Demuth-Teams. Der Sieg im Aufeinandertreffen des Drittletzten gegen den Letzten könnte besonders für die Moral der Chemiker wichtig sein.

Drei Chancen vor der Pause für Chemie

Robert Petereit (Luckenwalde/li.) pariert eine Torchance von Florian Schmidt (Chemie).
Zunächst war Luckenwaldes Torwart Robert Petereit nicht zu überwinden. Hier hält er gegen Florian Schmidt. Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister

Beide Teams agierten zunächst nicht unbedingt gerade heraus. Die Tabellensituation "wir melden uns vom Abgrund" sorgte für eine gewisse Vorsicht. Die Gastgeber versuchten es denn auch mit einer höchst kontrollierten Offensive. Sicheres Aufbauspiel, Fehlervermeidung standen im Vordergrund. Zu drei Chancen kam das Team von Dietmar Demuth aber dennoch: Schmidt versuchte zu tunneln, doch FSV-Schlussmann Petereit ließ sich nicht überraschen (22.). Und auch als Wajer nach Doppelpass mit Kind frei vor Petereit auftauchte ließ sich der Keeper, der nach Rotsperre und einem Bankplatz sein Comeback feierte, nicht überwinden (37.). Eine Minute später setzte sich Rodriguez gegen zwei Gegner durch, verzog ab. Luckenwalde konnte offensiv nicht mehr als brenzlige Situationen bei der BSG-Abwehr hervorrufen. Ihr bester Mann Daniel Becker, fünf Tore in sechs Partien, hatte erkrankt kurzfristig passen müssen.

Joker Wendt sticht

Auch direkt nach dem Wechsel stand Torhüter Petereit im Mittelpunkt, als er einen Versuch auch acht Metern von Böttger zur Ecke entschärfte (47.). Wajer hatte ihn von der Grundlinie bedient. Und der Rechtsverteidiger blieb gleich vorne – und beförderte die anschließende Ecke aus drei Metern ins Netz. Petereit war chancenlos. Schon beim bislang einzigen Saisonsig der Leutzscher gegen Babelsberg war ihm das Goldene Tor gelungen. Doch die Führung hielt nur bis zur 57. Minute: Da nutzte Koplin die Tatsache, dass Chemie-Torhüter Latendresse-Levesque die Kugel nicht weit genug klären konnte, zu einem Schuss unter die Latte. Der Ausgleich gelang den Gästen mit der ersten richtigen Torchance.

Danach wurde die Begegnung immer zerfahrener. Gegen Ende nahmen die Gastgeber noch einmal Fahrt auf: Rodriguez knallte einen Nachschuss nach abgewehrtem Karau-Kopfball drüber (82.). Wendt machte es besser, als er eine Heinze-Ecke vom hinteren Teil des Fünfers ins lange Eck bugsierte (90.). In der Tabelle hat die BSG nun immerhin drei Zähler Vorsprung auf den Vorletzten Neustrelitz. Normalerweise steigen zwei Teams ab.

Manuel Wajer (li./Chemie/Nr. 4) erzielt das 1:0. Luckenbwalde-Keeper Petereit kann dem Ball nur hinterherschauen.
Wajer (Nr. 4) erzielte das 1:0 nach einer Ecke. Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister

Das sagten die Trainer:

Ingo Nachtigall (Luckenwalde): "Im Groben ist der Sieg sicher nicht unverdient. Für uns ist es bitter, weil wir wiederholt in der Nachspielzeit das Tor kriegen. Die Mannschaft ist am Boden zerstört, es ist schwer zu begreifen. Klar war, dass wir defensiv stehen müssen. Aber wir bekommen einfach zu viele Tore. Dort müssen wir ansetzen." 

Dietmar Demuth (Leipzig): "1:1 wäre sehr ärgerlich gewesen. Wir haben das Spiel bestimmt, hatten unsere Chancen und man hofft, dass man nach der Führung Ruhe reinbekommt. Wir haben aber Fehler gemacht, die Jungs sind dann kurz in ein Loch gefallen. Aber wir hatten noch unsere Chancen, davon hätte man einige machen müssen. Aber der Luckenwalder Torhüter hat eine klasse Leistung abgeliefert. Am Ende haben wir es erzwungen." 

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 16. September 2017 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. September 2017, 15:35 Uhr

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