Fußball | Regionalliga Chemie Leipzig gewinnt einen Punkt

9. Spieltag

Was für ein Fight im Alfred-Kunze-Sportpark: Mit viel Leidenschaft und eiserner Disziplin hat Chemie Leipzig gegen Wacker Nordhausen ein 0:0 ins Ziel gebracht. Am Ende versuchten es die Gäste mit der Brechstange, doch das chemische Bollwerk hielt. Für die Mannschaft von BSG-Trainer Dietmar Demuth war es die erste Punkteteilung in der Regionalliga.  

Leutzscher werden mutiger

Chemie wurde von den Nordhäusern zunächst in die Defensive gedrängt. Die Leutzscher Abwehr stand aber sicher und hatte bei den hohen Bällen der Gäste keine Probleme. Von Entlastungsangriffen war bei den Chemikern eine Weile nichts zu sehen, doch nach einer Viertelstunde kämpften sich die Leutzscher Meter um Meter nach vorn. Sie wurden mutiger.

In der 25. Minute hatte Daniel Heinze endlich die erste nennenswerte Chance für die Hausherren. Der Mittelfeldspieler nahm die Kugel direkt, verzog allerdings aus 22 Metern rechts neben den Kasten. Kurz danach setzte Nordhausens Bedi Buval den Kollegen Lucas Scholl in Szene. Sein Schuss von der Strafraumgrenze zischte knapp am Tor von Chemie-Schlussmann Julien Latendresse-Levesque vorbei. Ansonsten waren Möglichkeiten auf beiden Seiten rar gesät.

Kurze Analyse zur Halbzeit. Kaum waren die Nordhäuser in Ballbesitz, formierte sich bei Chemie eine Sechserkette. Rintaro Yajima stellte die Passwege zu, vorn attackierten Heinze und Max Hermann die ballführenden Wacker-Spieler. Zudem heftete sich Lars Schmidt an die Fersen von Nordhausens Cihan Ucar und verfolgte den Türken auf Schritt und Tritt.

Cihan Ucar (Nordhausen) und Rintaro Yajima (30, Chemie).
Rintaro Yajima wirbelt vor Nordhausens Cihan Ucar. Bildrechte: Picture Point

Lattentreffer für Nordhausen in der Nachspielzeit

Auch nach der Pause rannten die Nordhäuser weiter an, die Lücke fanden sie aber nicht. Stattdessen hatte Chemie eine gute Möglichkeit in der 52 Minute. Nach einem Eckball stieg Philipp Wendt am höchsten und prüfte Nordhausens Torwart Kevin Rauhut mit einem scharfen Kopfball. Gefahr kündigte sich für die Gastgeber fünf Minuten später bei einem Freistoß von Nordhausen an. Scholl schritt zur Tat und jagte die Kugel einen halben Meter über den Querbalken des Chemie-Tores.

Nun wurde der Druck der Nordhäuser stärker. Nach einer Häußler-Flanke kam Nils Pichinot angesprungen und setzte die Kugel knapp über die Latte (75.). In der Schlussphase versuchte es die Gäste mit der Brechstange. Das war nichts für schwache Nerven, in der Nachspielzeit stockte den Chemie-Fans dann doch noch einmal der Atem. Nach einem Scholl-Freistoß köpfte der eingewechselte Petar Lela auf die Lattenoberkante des Leipziger Gehäuses. Überstanden. Chemie Leipzig hatte gegen den Favoriten aus Nordhausen einen Zähler gesichert.

v.l.: Lucas Scholl (Nordhausen), Nicolas Ludwig (17, Chemie) und Tobias Becker ( Nordhausen)
Nicolas Ludwig behauptet sich gegen die Nordhäuser Lucas Scholl und Tobias Becker. Bildrechte: Picture Point

Das sagten die Trainer:

Volkan Uluc (FSV Wacker 90 Nordhausen): "Ein hitziges Spiel in einer großartigen Atmosphäre. Ich bin nicht unzufrieden, wir haben uns in dieser Saison auswärts immer schwer getan. Das darf uns natürlich so nicht passieren, da müssen wir an uns arbeiten. Es ist im Moment sehr schwierig, wenn da eine Vierer-, eine Sechserkette steht, wenn die Gegner sich defensiv stellen. Da müssen wir eine Lösung finden. Das sind die Punkte, die uns nach oben fehlen."

Dietmar Demuth (BSG Chemie Leipzig): "Es war klar, dass wir heute fußballerisch wenig ausrichten können und es defensiv angehen müssen. So gesehen bin ich zufrieden und hoffe, dass die Jungs jetzt gesehen haben, wie es kämpferisch und mit Leidenschaft gehen kann. Darauf kann man sicher aufbauen, der Negativtrend ist gestoppt. Es ist eine Grundlage zum Weitermachen."

jmd

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 30. September 2017 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. September 2017, 15:37 Uhr

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2 Kommentare

01.10.2017 12:19 Ne Anmerkung 2

Wo ist denn der Erfolgsfan von der Südharzfront ?
Bei Siegen immer die große Klappe.
Nun hat Vieselbach verloren und Nordhausen gegen Chemie nichts gerissen.
Ihr steigt nie auf.

30.09.2017 16:09 Mike 1

Na da wird aber einer im Südharz jetzt schmollen.
Der Wacker-Express gerät ins Stocken.
Die Unaufsteigbaren holen nur einen Punkt gegen Chemie.
Die Spreewaldgurken ziehen unaufhaltsam davon.
Die können es halt.