Fußball | Regionalliga Kein Sieger im Duell der Aufsteiger

10. Spieltag

Aus der Oberliga kannte man sich gut. Nun lieferten sich Germania Halberstadt und Chemie Leipzig in der Regionalliga das erste Gefecht. Beide Aufsteiger schenkten sich nichts und trennten sich letztendlich 1:1. Unterm Strich ein gerechtes Resultat. Für die Chemiker war es der erste Punktgewinn auf fremdem Platz.

Chemie-Kapitän Karau beim Aufwärmen verletzt

Chemie-Kapitän Stefan Karau.
Chemie-Kapitän Stefan Karau musste passen. (Archiv) Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister

Leichte Verwirrung gab es vor dem Anpfiff. Chemie-Kapitän Stefan Karau hatte sich beim Aufwärmen verletzt und wurde in der Startformation von Sebastian Hey ersetzt. Dafür rückte Marko Trogrlic nach, der gar nicht auf dem Spielbogen stand. Mit dem Einverständnis des Schiedsrichters und der gastgebenden Mannschaft durfte der BSG-Abwehrspieler nachnominiert werden.

Torlose erste Hälfte

Von Abtasten keine Spur. Die Chemiker begannen forsch und versuchten, die Halberstädter unter Druck zu setzen. Das gelang und eröffnete den Leutzschern Chancen. In der 13. Minute erreichte eine blitzsaubere Flanke von Nicolas Ludwig den Japaner Rintaro Yajima, dessen Kopfball Halberstadts Keeper Paul Büchel mit einer Glanztat entschärfte. Und Chemie setzte nach. Drei Minuten später vertändelte Patrik Twardzik den Ball. Ludwig schnappte sich die Kugel, zog ab und zwang Büchel zur nächsten Rettungstat.

Danach blieb es ein intensives Spiel. Beide Mannschaften neutralisierten sich, die Abwehrreihen standen gut. In der Schlussviertelstunde erarbeiteten sich die Gastgeber ein leichtes optisches Plus. Adli Lachheb hatte kurz vor Ultimo der ersten Hälfte noch eine Chance, sein Kopfball vom zweiten Pfosten in die Mitte wurde aber problemlos von den Leipzigern geklärt.

Paul Büchel
Halberstadts Schlussmann Paul Büchel war hellwach. Einmal musste er jedoch hinter sich greifen. (Archiv) Bildrechte: IMAGO

Halberstadt führt

Die zweite Hälfte begann wie gemalt für Halberstadt. Nach einem Gestocher im Strafraum fühlte sich kein Chemiker für Florian Beil verantwortlich. Der Stürmer stand blank und schmetterte die Kugel aus sechs Metern zur Germania-Führung in die Maschen (50.). Die Petersen-Elf wollte nachlegen und war durch den Torschützen Beil nah dran, der aus drei Metern das Außennetz des Gästetores traf.  Ein Warnschuss der Hausherren, den die Chemiker wohl verstanden.

Chemie kommt zurück

Die Grün-Weißen rafften sich auf, drängten nach vorn und schnupperten in der 65. Minute am Ausgleich. Ludwig stand frei und knallte die Kugel an die Lattenunterkante. Von da sprang das Leder an den Innenpfosten und in die Arme von Büchel. Glück für die Germania am Feiertag.

Nach 78 Minuten war es dann soweit – die Chemiker und ihre rund 500 mitgereisten Fans bejubelten das 1:1. Der eingewechselte Marko Trogrlic spielte Max Hermann an, der trocken abzog und den Ball flach in der linken Ecke versenkte. Diesmal streckte sich Halberstadts Schlussmann vergeblich. Danach waren die Leutzscher am Drücker. Manuel Wajer hatte drei Minuten vor Schluss das 2:1 auf dem Fuß, sein satter Schuss aus Nahdistanz konnte Büchel mit einem Blitzreflex entschärfen. So blieb es beim 1:1. Letztendlich ein gerechtes Unentschieden zwischen den beiden Aufsteigern.

Das sagten die Trainer:

Dietmar Demuth
Chemie Leipzigs Coach Dietmar Demuth. (Archiv) Bildrechte: IMAGO

Dietmar Demuth (BSG Chemie Leipzig): "Hätte man mir vorher angeboten, hier einen Punkt mitzunehmen, hätte ich das sofort unterschrieben. Nach dem Spielverlauf bin ich allerdings nicht zufrieden. Denn nach den klareren Chancen hätten wir hier drei Punkte holen können. Wir haben es in der ersten Halbzeit nicht verstanden, durch Yajima und Ludwig die Möglichkeiten zur Führung zu nutzen. Später haben wir schlecht verteidigt und sind in Rückstand geraten. Noch vor drei Wochen hätten wir wohl sang- und klanglos verloren. Heute ist die Mannschaft aber aufgestanden und hat sich in einer Art und Weise gegen die drohende Niederlage gestemmt, mit der ich sehr zufrieden bin."

Andreas Petersen
Germania-Coach Andreas Petersen. (Archiv) Bildrechte: IMAGO

Andreas Petersen (VfB Germania Halberstadt): "Ich bin heute heute mit dem, was wir spielerisch gezeigt haben, nicht ganz zufrieden. Es waren kraftraubende Tage, da fehlte vielleicht etwas die Frische. Aber auch Chemie hatte am Sonnabend gespielt und hier eine großartige Vorstellung abgeliefert. Ich halte das Unentschieden für gerecht, muss aber wieder bemängeln, dass es uns nach der Führung nicht gelungen ist, das zweite oder sogar dritte Tor zu erzielen. Auch alle anderen Ergebnisse zeigen, wie stark und verrückt diese Liga ist. Und dass jeder jeden schlagen kann. Am Ende kann ich mit dem einen Punkt leben."

jmd

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 03. Oktober 2017 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Oktober 2017, 15:28 Uhr

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