Fußball | Regionalliga : Kommt Lok Leipzig mit einem blauen Auge davon?
Wohlhabende Fußballvereine muss man in Deutschland unterhalb der 1. Bundesliga suchen. Es gibt nicht viele. Die meisten Klubs kämpfen Saison für Saison um Sponsoren und eine wirtschaftlich solide Lage. Und manchen gelingt es nicht. In eine ziemliche Schieflage ist Lok Leipzig geraten.
Im Etat des Regionalligisten Lok Leipzig fehlt nach Informationen der "Leipziger Volkszeitung" eine sechsstellige Summe. Von 200.000 Euro ist die Rede. Seit September hat der Verein keine Stadionmiete mehr gezahlt. Und auch die Spieler warten noch auf das letzte Monatsgehalt. Wenn das Geld nicht kurzfristig beschafft wird, droht die Insolvenz.
Vize-Präsident: "Finanzielle Durststrecke"
Vize-Präsident Bernd Wickfelder bestätigte auf MDR-Anfrage die angespannte Finanzlage, malte aber nicht schwarz: "Wir befinden uns in einer finanziellen Durststrecke, die müssen wir überstehen", sagte der Unternehmer, der es schade fände, wenn der Verein wegen 100.000 Euro den Bach hinunterginge. Wickfelder hat noch Ideen für Rettungsanker im Kopf, aber "die greifen nicht kurzfristig, bringen erst in zwei, drei Monaten Geld". So ist eine Trikot-Aktion geplant. Fans sollen ihren Namen gegen eine entsprechende Summe auf den Jerseys verewigen dürfen. Dafür gibt es schon 120 Interessenten. 500 könnten pro Trikot in winziger Schrift gedruckt werden.
Doch dieses Geld kommt zu spät. Lok braucht sofort Bares – und damit die Hilfe von großen Sponsoren. Investor Stefan Lindner will das Lok-Konto seit Wochen wachsen lassen. Warmen Worten folgte bisher aber kein warmer Geldregen. Geholfen hat bisher auch immer Präsident Michael Nozon. Doch ob er noch einmal ins Geldsäckl greift, ist ungewiss. Das Vereins-Oberhaupt ist für die Presse nicht zu sprechen – und sicher auch nicht gerade gut gelaunt. Schließlich wurde er zuletzt von eigenen Fans angefeindet, weil er sich ein im Dezember gewährtes Darlehen über 50.000 Euro wie geplant von den inzwischen überwiesenen Mitgliedsbeiträgen zurückholte. Die dritte Variante ist ein Darlehen. Privatpersonen müssten mit ihrem Eigentum für Lok bürgen. Freiwillige werden gerade gesucht.
Weniger Fans als geplant
Doch wo kommt der existenzgefährdende Liquiditäts-Engpass her? Zum einen aus völlig verkorksten Planungen der Zuschauereinnahmen. Lok kalkulierte mit deutlich mehr Fans in der ersten Saisonhälfte und nahm dadurch 100.000 Euro weniger ein als geplant. Zum anderen aber sicherlich auch aus Misswirtschaft und falschen Versprechungen. Denn die Geldprobleme sind nicht neu. Das Loch wird nur immer größer.
Dass für Mittwoch geplante Testspiel von Lok gegen IMO Merseburg ist übrigens wegen der Unbespielbarkeit des Platzes ausgefallen.
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