Fußball | Regionalliga : Holm Pinder: "Wollen guten einstelligen Platz"
Der ZFC Meuselwitz ist die kleinste deutsche Stadt, in der Regionalliga-Fußball gespielt wird. Belächelt werden die Ostthüringer aber schon lange nicht mehr. Die Mannschaft von Trainer Holm Pinder hat sich mit konstant guten Leistungen in den letzten Jahren Respekt verschafft – und genießt zudem den Ruf des Favoritenschrecks. Und daran soll sich auch in dieser Spielzeit nichts ändern.
ZFC auf der Suche - Hauswald kommt
Dabei hakte es nach gutem Start in die Vorbereitung zuletzt. "Drei Wochen der Vorbereitung liefen richtig gut. Jetzt ist eine Flaute - das ist okay. Aber gegen die schwächeren Gegner Altenburg und Piesteritz fehlte es an der Einstellung. Das hat mir nicht gefallen", sagte der Coach dem MDR. Dabei präsentierte sich der ZFC zu Beginn der Vorbereitung gegen den Chemnitzer FC, Dynamo Dresden und auch den FC Brentfort in guter Verfassung. Zuletzt fehlte es aber an einem Denker und Lenker, der die anderen Spieler mitreißen kann. Die Neuzugänge Sebastian Albert (Piesteritz) und Patrick Schröter (Plauen) haben sich zwar genauso wie Keeper Chris Flader (Chemnitzer FC II) "gut präsentiert". Führungsspieler sind sie aber (noch) nicht. Der Ex-Erfurter Martin Hauswald könnte einer sein. Der Vertragsabschluss steht hier unmittelbar bevor. Zudem sucht Pinder noch nach zwei weiteren Verstärkungen. "Wir würden gern noch zwei holen, einen Stürmer und einen Defensivallrounder." Verständlich, denn mit Philipp Riese hat der ZFC einen starken Abräumer verloren. Zudem verließen vier weitere Spieler den Verein. Routinier Karsten Oswald beendete ebenfalls seine Karriere und steht nun als Co-Trainer zur Verfügung.
Schlosser & Geißler sagen ab
Dass der ZFC in dieser Saison den vierten Platz anpeilt, hatte Präsident Hubert Wolf in die Kameras gesagt. Pinder relativierte dies: "Damals hatten wir geplant mit Spielern wie Marcel Schlosser und Tom Geißler. Doch beide entschieden sich für den FC Carl Zeiss Jena und damit für professionellen Fußball. Unter unseren Gegebenheiten peilen wir einen guten einstelligen Tabellenplatz an." Mit der neuen Regionalliga Nordost kann der Coach des ZFC gut leben. "Die Mannschaften, die aus der Berliner Region dazukommen, kennen wir nicht. Da wissen wir nicht, was uns erwartet." Teams wie Zwickau, Lok oder Auerbach kenne man dagegen gut. Neben den kürzeren Anreisewegen würden diese Teams auch Auswärtsfans mitbringen. "Da ist insgesamt mehr Zuschauerinteresse vorhanden als bei Spielen gegen Wilhelmshaven."
Pinder: "Wollen Opitmum herausholen"
Wer in der neuen Liga der Favorit ist, steht für den 42-jährigen Trainer außer Frage. "RB Leipzig will aufsteigen, hat die Qualität und auch die Möglichkeiten." Man habe aber in den vergangenen Spielzeiten auch gesehen, dass eingespielte Teams gut gegenhalten können. "In dieser Saison sehe ich aber eigentlich keinen Widersacher. Höchstens vielleicht Jena mit einem guten Mix aus jungen und erfahrenen Spielern." Ob der ZFC wieder das Zünglein an der Waage spielen wird, ist Pinder eigentlich egal. Es gehe nicht primär darum, RB ein Bein zu stellen. "Für uns geht es um Prämien, die wir verdienen können. Wir werden versuchen, das Optimum herauszuholen."

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