der FC Carl Zeiss Jena jubelt mit dem Pokal des Gruppensiegers der Regionalliga Nordost
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Fußball | 3. und 4. Liga NOFV-Vertreter wollen vier Aufsteiger

Die Aufstiegsregelung zur 3. Liga bleibt ein brisantes Thema. Auch auf der NOFV-Tagung am Mittwoch waren sich die Vertreter der Drittliga- und Viertligaklubs uneinig - rollierendes System oder Änderung der Regionalliga-Staffeln? Letztlich war es eine sachliche aber auch hitzige Debatte der NOFV-Vertreter in Brandenburg/Havel. Ein Kompromiss wurde gefunden. Am Dienstag hatten sich die bayrischen Dritt- und Viertligisten getroffen.

der FC Carl Zeiss Jena jubelt mit dem Pokal des Gruppensiegers der Regionalliga Nordost
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NOFV-Vorschlag: Rollierendes System

Als Endergebnis der Tagung gab FSA-Präsident Erwin Bugar das rollierende System als NOFV-Vorschlag bekannt. Demnach sollen künftig drei der fünf Regionalliga-Meister direkt aufsteigen. Die beiden verbleibenden würden Aufstiegsspiele bestreiten, sodass am Ende vier Klubs in die 3. Liga aufsteigen. Demzufolge müssten vier Drittligisten in den Amateurbereich absteigen. Per Losentscheid würde fünf Jahre im Voraus feststehen, welche Staffelsieger die Aufstiegsspiele bestreiten. Bereits am Dienstag hatten die Drittligisten in einer gemeinsamen Erklärung die angestrebte Idee, auf fünf Absteiger zu erhöhen, abgelehnt. Somit steigen auch künftig nicht alle fünf Regionalliga-Meister auf.

Bugar bezeichnete die Lösung im MDR als "guten Kompromiss". Die Aufstiegschancen würden sich um 70 bis 80 Prozent erhöhen. Dieses Modell sei auch nicht auf Dauer angelegt, so Bugar. Nun müssten sich die Gremien des Deutschen Fußball-Bundes (Spielausschuss und Vorstand) mit dem Vorschlag der Landesverbände beschäftigen.

Hermann Winkler, Präsident des Sächsischen Fußballverbands, erklärte:

Es ist schwierig. Die Meinungen prallen aufeinander. Wir wollen unseren Verband und die starke Regionalligastaffel erhalten.

Hermann Winkler MDR

Drittliga-Abstiegskampf als Vabanque-Spiel

Wie existenziell wichtig die Frage nach drei, vier oder gar fünf Absteigern aus der 3. Liga ist, zeigt sich diese Saison: War die Liga immer schon extrem ausgeglichen, so entpuppt sich insbesondere der Abstiegskampf in der neuen Spielzeit als das reinste Vabanque-Spiel. Die Rote Laterne bekamen aus Mitteldeutschland schon Rot-Weiß Erfurt (aktuell am 10. Spieltag), der Chemnitzer FC (am 9.), Carl Zeiss Jena (am 8., 7. und 2.) und der FSV Zwickau (am 6. und 5.). 18 Mal gehörten bislang Teams aus Mitteldeutschland zu den letzten Drei in der Tabelle. Immerhin: Mit einem Sieg kann man auch schnell wieder klettern: So rückte der Hallesche FC am 9. Spieltag nach dem 2:1 bei Werder Bremen II von 17 auf 11.

Torjubel beim KSC.
Tristesse in Erfurt: RWE ist nach einer Niederlage in Karlsruhe Tabellen-Schlusslicht. Bildrechte: IMAGO

Vorschlag aus Bayern: "Meister muss aufsteigen"

Am Dienstag hatten sich die bayrischen Dritt- und Viertligisten im mittelfränkischen Wendelstein getroffen und einen gemeinsamen Vorschlag verabschiedet: Die Bayern sehen einen grundsätzlichen Reformbedarf ("drei Relegationsspiele sind unbefriedigend") und treten für vier statt drei Aufsteiger aus den Regionalligen ein. Die beiden Ligen Südwest und West sollen zwei feste Aufstiegsplätze erhalten, wobei sich die Drittligisten Haching und Würzburg der Stimme enthielten. In Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland nähmen rund 50 Prozent der deutschen Herrenmannschaft am Spielbetrieb teil.

Rainer Koch, Praesident BFV mit Daniel Bierofka, TSV 1860 Trainer Markus Fauser, Geschäftsführer TSV 1860
(V. re.) Rainer Koch, der Präsident des bayrischen Fußballverbands, mit Trainer Daniel Bierofka und Geschäftsführer von Neu-Regionalligist 1860 München. Bildrechte: IMAGO

Die anderen beiden Aufsteiger in Liga drei sollten nach der Formel "zwei aus drei" in einer Aufstiegsrunde ermittelt werden. Das würde die Aufstiegschancen für Vereine im Nordosten, Norden und Bayern von derzeit 50 auf 66,6 Prozent erhöhen. Die Regionalliga-Struktur mit fünf Ligen soll nicht angetastet werden. Setze sich das Prinzip "Der Meister muss aufsteigen" durch, dann treten die bayrischen Klubs weiterhin für vier Aufsteiger und dann vier Regionalligen ein. Der Vorschlag: Die Bayern kämen mit den Teams aus Sachsen und Thüringen zu einer Regionalliga Südost zusammen. Sachsen-Anhalt würde mit Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zur bisherigen Regionalliga Nord stoßen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 27. September 2017 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. September 2017, 20:24 Uhr

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12 Kommentare

29.09.2017 08:34 Bernd 12

@11 Sie scheinen nicht in Deutschland zu leben. Sonst wuessten Sie wer in Deutschland bestimmt - der Osten kaum. Sicher die Kanzlerin ist im Osten aufgewachsen (nicht geboren!!) aber macht sie Politik fuer den Osten (also ich meine nicht den Nahen Osten) - kaum. Genauso ist es beim Fussball die Entscheidungen werden woanders getroffen. Und mit der Statistik haben die ein Argument. Sicher Neugersdorf - Illertissen das sind schon Entfernungen, auch Fuerstenwalde - Flensburg. Und sicher man kann sich eine RL Nordost wuenschen, nur wer weiss wie es in D laeuft wird das nicht als realistisch sehen.

28.09.2017 15:28 Pi Latus 11

@4 erfurter76: Wie lange dauert eine Busfahrt z.B. von der Oberlausitz bis ins tiefste Bayern? Und einen Tag vorher anreisen, wenn die Spieler "normal" berufstätig sind? Wenn 4 Regionalliga-Staffeln, dann die Nordost-Staffel in ihrer jetzigen Ausdehnung - alles andere ist dummes Geschwätz.

28.09.2017 13:17 Irma 10

"Losverfahren" oder "Rotation" alles unnötig. Es soll an der Prämisse festgehalten werden, dass der Staffelsieger aus der Regionalliga aufsteigt. Wie viele RL es gibt, Bedarf der Kreativität der Funktionäre. Gegebenenfalls müssen die unteren Ligen flexibler gestaltet werden in der Anzahl der Mannschaften. Die Anzahl der Sitze im Bundestag werden auch flexibel gestaltet :-)

28.09.2017 12:47 Bitte mal ernsthaft! 9

Vom Südharz bis zu den Alpen wäre schon sehr deftig, wenn man bedenkt, dass es sich immer noch um Regionalliga-Fußball handelt. Umgekehrt ist eine Auswärtsfahrt an die dänische Grenze auch nicht gerade human für semi-professionellen Fußball. Deshalb sollte man den Vorschlag der Zerschlagung der Nordost-Staffel bitte in der Tonne entsorgen.

28.09.2017 11:57 Neutrino 8

Verstehe Diskussion nicht. 4 Regionalligen und 4 Aufsteiger/Absteiger. Ist doch dann glasklar, oder?

28.09.2017 11:05 Echter Thüringer 7

Was ist den das für ein Blödsinn. Ein durchgängiges 3-System von der Bundesliga bis einschließlich Oberliga und ohne jeder Relegation d.h.:
1. eien 1. Bundesliga mit 3 Auf- bzw. Absteigern
2. eine 2. Bundesliga mit 3 Auf- bzw. Absteigern
3. eine 3.Liga mit 3 Auf- bzw. Absteigern
4. drei Regionalligen mit je eine Aufsteiger und drei
Absteiegrn
5. neun Oberligen mit je einen Aufsteiger und drei Absteigern.
Darunter die entsprechende Zahle an Verbands-(Landes.)ligen usw. mit den entsprechende Auf- und Absteigen.
Die Anzahl der Mannschaften in den Ligen 1-5 sollte so bleiben wie sie ist bzw. dürfte die Zahl 20 (wie jetztt in Liga 3) nicht überschreiten. Mit den entsprechenden Fernsehgeldern bzw. einer vernümnftigen Vermarktung durch den DFB/DFL ist dieses Model durchaus finanzierbar.

28.09.2017 10:32 Jens , Chemnitz 6

Regionalligen wieder auf drei Staffeln zurückstufen. Die zweiten Mannschaften der Profivereine eine eigene Meisterschaft durchführen lassen .Mehr Geld als Fahrtkosten und Unterkunft für die Regionalliga Mannschaften vom DFB und schon ist das thema erledigt .

28.09.2017 09:32 Bernd 5

Der Vorschlag Bayerns mit den Rigionalligen Suedost und Nord/Nordost hat etwas. Denn Bayern mit zu Sued und der Osten mit einer eigenen Regionalliga ist wohl in den Gremien nicht durchsetzbar.

28.09.2017 08:06 erfurter76 4

Die Umsetzung mit 4 RL macht Sinn.
Leider ist der beste Unterteilungspunkt in der NOFV Oberliga Nord und NOFV Oberliga Süd. Nord in die RL Nord und Süd in die RL Bayern.
Das Problem sind aber die weiten Wege die entstehen! Hier muss der DFB eine Reisekostenpauschale für die 2 Flächengroßen RL ausschütten. Dann passt es.

28.09.2017 06:54 mitch 3

Die geltende Regelung ist keineswegs "deppert". Als die 3. Liga etabliert wurde, gab es nämlich genau drei Regionalligen, aus denen der jeweilige Meister auch direkt aufgestiegen ist.

Dann wollte man aber mehr Staffeln, u.a. Bayern eine für sich allein. Dadurch gibt es nun mehr Meister. Und jetzt findet man es ungerecht, dass nicht alle mehr direkt aufsteigen können? Genau so wollte man das doch, als man die Regionalligen geteilt hat.