Fußball | Regionalliga FC Oberlausitz dreht Partie gegen Hertha

7. Spieltag

von Christian Kerber und Jens Kölz (Neugersdorf)

Nach drei sieglosen Partien mit elf Gegentreffern hat der FC Oberlausitz wieder einen Erfolg gelandet. Am Sonntag schlugen die Sachsen Hertha II 3:1.

Zwei Schiedsrichterentscheidungen zugunsten von Neugersdorf

Eine Umstellung hatte FCO-Trainer Vragel da Silva, der nach dem 2:5 beim Berliner AK sein Team ins Gebet genommen hatte, vorgenommen: Merkel spielte für Gerstmann. Seine Elf begann mit viel Schwung, ehe die Berliner Oberwasser bekamen: Das nutzte Mirbach zur Führung (27.). Der freie Covic verpasste aus zwölf Metern das 0:2, als er den Ball daneben setzte (34.). Drei Minuten später griff Schiedsrichter Ostrin (Eisenach) ins Geschehen ein: Mittelstädt und Petrick rasselten zusammen, der Referee stellte den bundesligaerfahrenen Berliner mit Gelb-Rot vom Platz, weil er eine Schwalbe erkannte. Ob dem wirklich so war, darüber konnte man zumindest mächtig streiten. Die Zuschauer waren sich da auch zunächst nicht einig. Nach Ansicht der TV-Bilder geht die Entscheidung aber in Ordnung. Mittelstädt hob ab. Neugersdorf nutzte die Überzahl rasch: Mareks ebenso langes wie hohes Bein beförderte die Kugel über die Linie (43.). Auch hier waren die Berliner sauer, Baak protestierte vergeblich auf zu hohes Bein.

Torszene zum 1:1 durch Josef Marek
Beim 1:1 durch Marek protestierte Hertha vergeblich. Bildrechte: Florian Richter

Der Joker trifft doppelt

In Hälfte zwei setzte Vragel da Silva auf Mittelfeldmann Gerstmann, der für Penc in die Partie kam. Eine Maßnahme, die sich auszahlen sollte. Nach Ecke und Verlängerung nickte Gerstmann am rechten Pfosten ein (49.). Danach versuchten beide Teams immer wieder schnell durch das Mittelfeld zu kommen. Die einen wollten die Vorentscheidung, die anderen den Ausgleich. Mit einem Dreifach-Wechsel - eine Maßnahme, die man auch nicht oft sieht - bekräftigte Hertha-Coach Covic das Vorhaben (71.). Doch die Chancen hatten die Gastgeber: Zunächst tanzte Djumo glänzend fast die gesamt Berliner Defensive aus, aber Torunarigha konnte seinen Abschluss noch blocken (75.). Dann stach Joker Gerstmann noch einmal zu: Nach einem kleinen Sturmlauf über rechts nagelte er die Kugel ins linke Dreiangel (80.).

Bocar Djumo umspielt Luis Maria Zwick (Torwart Hertha BSC II.) und kann den Ball trotzdem nicht im Tor unterbringen.
Die Entscheidung verpasste Bocar Djumo nach tollem Solo nur knapp. Bildrechte: Florian Richter

Das sagten die Trainer:

Ante Covic (Berlin): "Wenn man drei Gegentore fängt, macht man eigentlich seinen Spielern einen Vorwurf, heute hat aber der Schiedsrichter brutalen Einfluß auf dieses Spiel genommen. Wir sind nach der ersten Neugersdorfer Chance besser ins Spiel gekommen und wir hatten die Riesenchance auf 2:0 zu erhöhen. Danach nahm der Schiedsrichter das Spiel in die Hand, das Foul passierte 35 Meter schräg vor dem Tor. Später bekommen wir das 1:1. Beim 2:1 haben wir uns nicht gut angestellt. Ich habe Respekt vor dem Gegner, meine Wut geht heute in eine andere Richtung."

FCO Trainer Vragel Da Silva wirkt nicht zufrieden.
FCO-Trainer Vragel da Silva Bildrechte: Florian Richter

Vragel da Silva (Neugersdorf): "Die Gelb-Rote Karte hat das Spiel natürlich beeinflußt. Aber um zu sagen, was in dieser Szene geschah, war ich zu weit weg. Es war eine sehr harte Entscheidung. Wir haben den Gegner anfangs unter Druck gesetzt. Danach hatte Hertha besser ins Spiel gefunden, weil wir ihnen zuviel Raum gelassen haben. Nachher haben wir wieder Fußball gespielt. Wir haben gekämpft und gearbeitet. Für uns war es ein ganz wichtiger Sieg."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 17. September 2017 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. September 2017, 16:46 Uhr

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1 Kommentar

17.09.2017 15:42 Stift 1

Warum gehen nur so wenig Lausitzer zur eigenen Mannschaft?