Fußball | Regionalliga : RB Leipzig: Im dritten Anlauf in die 3. Liga?
2009 wurde Rasenballsport Leipzig aus der Taufe gehoben. Mit vielen Millionen des Red-Bull-Gründers Dietrich Mateschitz sollte Fußball-Leipzig aus dem Dornröschenschlaf wach geküsst werden. Doch die Bilanz ist ernüchternd: Im dritten Jahr arbeitet schon der vierte Trainer bei RB – und noch immer schlummert der Klub in der Regionalliga.
Dritter Anlauf mit viertem Trainer
Kein Wunder, dass Team und Trainerstab nach zwei verpassten Aufstiegen im Sommer wieder umgekrempelt wurden. Mateschitz engagierte den ehemaligen Bundesliga-Trainer Ralf Rangnick als Sportdirektor. Und Rangnick servierte in einer seiner ersten Amtshandlung den wortkargen Peter Pacult ab und lotste Alexander Zorniger zu RB. Der 44-Jährige hat seinen Fußball-Lehrer in der Tasche und trainierte zuletzt Süd-Regionalligist SG Sonnenhof Großaspach. In Leipzig erwartet den Schwaben die gleiche Spielklasse, aber ganz andere Bedingungen - und viel mehr Druck. Hier zählt nur der Aufstieg. Und dafür reicht dank neuer Regionalliga-Reform nicht mehr der erste Platz. RB muss Staffelsieger werden und danach noch Aufstiegsspiele bestreiten. "Schwachsinn", nennt Zorniger die Regelung. Doch RBL wird sich der Aufgabe stellen. Als größten Konkurrenten nennt Zorniger Carl Zeiss Jena, denn Absteiger seien immer gefährlich.
"Für mich ist es der erste Anlauf"
Eigentlich kann sich RB aber nur selbst schlagen. Die Mannschaft hat Drittliga-Niveau. "Für mich waren es ja 20 Neuzugänge. Sie machen mir relativ viel Spaß. Auch wenn ich jeden noch ein bisschen weiterbringen möchte", sagte Zorniger dem MDR. Von den sieben Neuzugängen waren sechs schon vor ihm da. Überzeugt ist er dennoch von allen. Wer kann schon in der Regionalliga auf namhafte Profis wie Juri Judt (1. FC Nürnberg) oder Torwart Fabio Coltorti (FC Lausanne) setzen? Ganz klar, dass RB wieder der Gejagte sein wird. Doch Zorniger nimmt den Druck (noch) gelassen. "Es hat bisher nicht geklappt nach oben zu springen, aber für mich ist es ja der erste Anlauf. Deshalb beschäftige ich mich nicht mit der Vergangenheit."
Nach vorn blicken unter Zorniger auch wieder Carsten Kammlott und Paul Schinke. Beide waren unter Pacult nicht die erste Wahl. In der Vorbereitung meldeten sie mit guten Leistungen Ansprüche auf die ersten Elf an. Zorniger hat die Qual der Wahl, muss aus 21 Spielern die besten Elf finden. Noch hat er zwei Wochen Zeit dafür.
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