Reinhard Grindel
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Fußball | Regionalliga-Reform Löst Hinterzimmer-Diplomatie den gordischen Knoten?

Es hat etwas von einer Koalitionsverhandlung in der Politik: Bei einem inoffiziellen Treffen in Frankfurt will der DFB bei seinen Landesverbänden einen Konsens in Sachen Regionalliga-Reform und Drittliga-Aufstieg finden.

Reinhard Grindel
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Löst Hinterzimmer-Diplomatie das Problem "Regionalliga-Reform und Drittliga- Aufstieg"? Am Mittwochabend lädt DFB-Präsident Reinhard Grindel zu einem inoffiziellen Treffen nach Frankfurt. Dort soll der gordische Knoten in kleinem Kreis gelöst werden. Es wird mit einer sehr langen Sitzung gerechnet.

Mit dabei sind ab 20:00 Uhr nach MDR-Informationen Vertreter von DFB, 3. Liga sowie von Regional- und Landesverbänden. Sachsens Fußball-Chef Hermann Winkler kündigte schon einmal an: "Wir sind nicht bereit, das Feld zu räumen." Der Nordosten will eine Reduzierung von fünf auf vier Regionalligen mit vier festen Aufsteigern. Die Regionalliga Nordost soll keinesfalls aufgelöst werden. Bleibt es bei fünf Ligen, will der Nordosten keine festen Aufsteiger in West und Südwest akzeptieren, sondern ein Rotationsprinzip installieren.

DFB will Kampfabstimmung vermeiden

Der DFB versucht eine Kampfabstimmung über dieses Thema beim Bundestag am Freitag in Frankfurt zu vermeiden. Die sieben Anträge sollen am Mittwoch möglichst zusammengefasst werden. Ob das gelingt, ist derzeit völlig offen. Sogar eine Verschiebung der Reform scheint aktuell nicht ausgeschlossen. Eines steht nun aber fest: Für eine Änderung der Anzahl der Regionalligen und des Drittliga-Aufstiegs ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit notwendig. Das war zunächst noch nicht klar.

cke

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 06. Dezember 2017 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Dezember 2017, 21:23 Uhr

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19 Kommentare

07.12.2017 15:50 M.S. 19

Meine Kritik geht hier an den NOFV, der sich keine Verbündeten sucht. Warum hat man sich z.B nicht mit dem Norden zusammengetan, oder mit den Bayern abgestimmt...stattdessen geht man mit seiner Maximalforderung ohne Unterstützung sofort an die Öffentlichkeit. Und natürlich kommt sofort Gegenwind, auch und gerade weil die letzten Jahre die Aufsteiger aus dem Osten dabei waren. Glaubt denn jemand, das ist ein Spiel? Hier geht es um knallharte fussballpolitische Interessen, und die setzt man sicherlich nicht per Presseveröffentlichung durch. Man sehe das mal aus bayrischer Sicht: Stärkster Mitgliedsverband, nach Zahlen stärkste RL, und man bekommt keinen Aufsteiger. Meint ihr, die Vereine und Spieler dort wollen nicht aufsteigen? Natürlich wollen die eine Garantie, und die haben sich mit anderen zusammengetan, bevor sie ihre Vorschläge vorgelegt haben. Ach ja, und für die Entfernungsmessung: Aachen-Eutin (Nord und West) sind fast genausoweit entfernt wie Neugersdorf und Oldenburg...

07.12.2017 15:29 M.S. 18

Ich komme aus dem Osten, und ich lebe schon immer hier, und ich hab noch live Oberligaspiele der DDR-Oberliga gesehen.
Und ich sehe nicht, wo ich mich bezüglich meiner Zahlen vertan habe...welche Regionalliga hat weniger Unterbau als der Nordosten nach der DFB-Statistik? Dazu kommt, dass der NOFV sich keinerlei Verbündete in den anderen Verbänden gesucht hat, sondern mit seinen "Ost muss bleiben" Projekt ohne Abstimmung sofort an die Öffentlichkeit gegangen ist. Welche andere Regionalliga soll denn aufgelöst werden? Wem schiebt man den schwarzen Peter zu? RL Nord-Nordost mit Fahrten von Bautzen bis Aurich, Auflösung der RL West? Fakt ist doch...5 Aufsteiger (und damit 5 Absteiger), selbst bei einer Aufstockung auf 22 Vereine in der Dritten Liga, bringen ungeheure Probleme. 20/4 wäre wohl gerade noch zu managen, auch wenn es dann schwierig werden dürfte, wenn plötzlich mehrere Mannschaften einer RL-Gruppe absteigen.

07.12.2017 13:25 knel 17

@15 ich stimme dir zu. Man muss weg von dem Gedanken...Wir brauchen unbedingt eine eigene Regionalliga...(gerade RL Nordost und Bayern)
4 gleichgroße Gebiete, so das auch die Fahrtkosten erträglich bleiben, müssen geschaffen werden.
Dann muss halt ein Vfb Auerbach nach Schweinfurt fahren...warum nicht?

07.12.2017 11:42 Magdebürger 16

Meine Meinung: 5 Ligen und 4 Aufsteiger. Alle Liegen mit 18 Mannschaften. Der Meister mit der schlechtesten Punkteausbeute bleibt in der Regionalliga. Das ist dann gerechter als jegliche Diskussion mit gesten Aufsteigern ofer rollierendem System.

07.12.2017 08:21 Leipziger 15

@6 Ich weiß, dass es ein übertriebenes Beispiel sein sollte, aber sich nicht verausgaben zu müssen, ist ja wohl kein Vorteil bei Wettbewerben, die nach einem Jahr entschieden werden. Danach müsste ja jetzt Istanbul die CL gewinnen, weil sie sich in der schwächsten Gruppe durchgesetzt haben, trotzdem sehr unwahrscheinlich. Die Verbände SW und W haben ihre Privilegien aber oftmals auch damit begründet, dass sie die stärksten Ligen haben. Das ist durch die Argumente 3 und 5 aber objektiver widerlegt als die Anzahl irgendwelcher Mannschaften.
Ausgangspunkt der Diskussion war die Forderung nach "Meister müssen aufsteigen", das sollte man im Verlauf der Debatte nicht vergessen und das geht (bei 4 Absteigern) nur mit 4 RL. Da es hauptsächlich um regionale Aspekte geht (Fahrtkosten...), ist nur eine Aufteilung in 4 flächenmäßig gleichgroße Ligen sinnvoll (wie auch immer die heißen). Die Fahrtkosten und Reisezeiten für 400km Autobahn bleiben gleich, egal wie viele Einwohner es unterwegs gibt.

07.12.2017 07:16 Wo geht es hin? 14

@Rainman - Zitat von Ihnen: "Entweder haben wir ein gemeinsames Deutschland oder nicht. Weg von der Ost/West Denke." Zitat Ende. GENAU DAS sollte der DFB verinnerlichen. Aber dazu ist der DFB eben nicht bereit. Wie Wollitz vor kurzem gut beschrieben hat...

07.12.2017 01:55 Mario becker 13

Ergänzung:

Ein rotierendes Modell mit den 6 Teilnehmern, also 2 fixe und 4 in die Relegation im 3 Jahresryhtmus, hätte im Übrigen zur Folge, dass:

der Meister aus dem Südwesten in 2 von 3 Jahren direkt aufsteigt, im 3.ten Jahr Relegation spielt

der Vizemeister Südwest in allen 3 Jahren Relegation spielt.

Die anderen 4 Meister in 2 von 3 Jahren Relegation spielen und in einem Jahr direkt Aufsteigen.

Kommt auf das selbe raus, wie das 2 aus 3 Modell mit BY,N und NO für die 3 Verbände, was aktuell auf dem Tisch liegt.

Der SW stellt mit selben Argument 2 Teilnehmer, wie die RL N, NO und BY einen Teilnehmer stellen.

Gleiches muss gleich behandelt werden ...

07.12.2017 01:48 Mario Becker 12

Natürlich sind die Anzahl der Mannschaften ein objektives Kriterium. Sonst gründen wir die Regionalliga Essen und weil es eine ist hat der Meister die selben Rechte wie die anderen RL auch.

Die Zahl der Mannschaften deckt sich auch mit der Bevölkerungsstruktur.

Der sportliche Erfolg ist kein Maßstab, denn das sind immer Momentaufnahmen und außerdem der Meister der sich durchsetzt, spielt nächstes Jahr nicht mehr in dieser RL. Also könnte man sogar argumentieren, das diese RL genau deshalb schwächer geworden ist.

Es gibt Regeln im DFB, darunter auch, dass Landesverbände unteilbar sind und selbiges gilt wenn möglich für die Bundesliänder.

In keinem seiner Vorschläge berücksichtigt der Nordosten die 2 Teilnehmer, die der Südwesten zurecht stellt.

Die Führung hat versagt einen Vorschlag einzureichen, der Mehrheitsfähig ist, wie direkter Aufstieg des Meister SW (dafür Vizemeister fällt raus) und eine Doppelte KO Runde um die 3 restlichen Plätze aus den 4 Meistern.

06.12.2017 00:49 Antipolemiker 11

@M.S.:
Woher nehmen Sie ihre Zahlen bezüglich Mitglieder und Vereinen?
Diese häufig in den Medien verbreitete Aussage, das die NOFV am kleinsten bezüglich Vereinen und Mitgliedern bezüglich der 5 Landesverbände ist, ist schlichtweg falsch!
Kurze Recherche auf der DFB Homepage und man weiß Bescheid, aber anscheinend ist die Wahrheit heutzutage nur nettes Beiwerk wenn es die eigenen Interessen schmücken kann!

06.12.2017 00:36 Nur mal so Teil II 10

letzten Spieltag die Klasse hält erst mal schauen welche Mannschaften aus der 3 Liga bzw. 4 ..5 . ect Absteigen um zu sehen ob die Klasse wirklich gehalten wird. Das geht nicht. Unfair wären Feste Aufsteiger das ist Klar und es würde die Diskrepanz zwischen Ost und West noch verstärken. Wenn man die Regionalliga Struktur so beibehält warum nicht am Ende die Aufsteiger Ausspielen? 5 Mannschaften Jeder gegen jeden und 4 Steigen auf. Da ist doch dann für jeden etwas dabei:
1.) Gleiches Recht für alle
2.) Die Sportlich schwächste Mannschaft bleibt in der Regionalliga
3.) Vermarktung durch DFB und Verbände
4.) Mehr und Spannende Spiele für Fans
Wie alles im Leben gibt es keinen Perfekten und gerechte Sache aber so würde ich sagen geht es in die Richtung.
Und jetzt mal Hand auf´s Herz wer hat sich die Spiele nicht gerne angeschaut? Ob nun Jena oder Magdeburg oder Zwickau. Tolles Wetter damals schöne Stimmung in den Stadien und Ergebnis für den Osten Perfekt.

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Fußballfans jubeln.
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