Fußball | Regionalliga Nordost : Plauen in Nachspielzeit bestraft
6. Spieltag
Der VFC Plauen hat nach zuletzt vier Niederlagen wieder gepunktet. Beim 3:3 gegen Hertha II war aber mehr drin, denn die Vogtländer sahen bis zur 90. Minute wie der Sieger aus.
Turbulente erste Hälfte
Plauen erwischte gegen technisch versierte Herthaner den besseren Start: Schon nach vier Minuten brachte Kousal den VFC mit einem Schuss von der Strafraumgrenze ins lange Eck in Führung. Drei Minuten später hatten die gut 1.000 Zuschauer den zweiten Torjubel auf den Lippen, als Kousal aus elf Metern auf das Gästetor abzog. Doch Berlins Torwart Sprint war zur Stelle und sorgte dafür, dass sein Team nicht schon früh mit 0:2 in Rückstand geriet. Danach entwickelte sich bis Mitte der ersten Halbzeit eine ausgeglichene Partie. Plauen wirkte etwas gefährlicher, ohne sich aber nennenswerte Chancen zu erarbeiten.
Nach 22 Minuten verpasste Kai Zimmermann das zweite Tor für den VFC, als er seinen strammen Schuss nur Zentimeter neben den Pfosten setzte. Vier Minuten später fanden die Gäste dem Weg zum Plauener Tor. Mit Erfolg: Ein Freistoß von März landete bei Breitkreuz, der den Ball aus 20 Metern aus halblinker Position zwischen den Schonern von VFC-Torwart Person durchschob. Danach hatte Plauen durch Kai Zimmermann (26.), Wolf per Kopf (32.) und Mark-Philipp Zimmermann (35.) Möglichkeiten zur erneuten Führung, doch beim aufmerksamen Sprint im Tor der Gäste war jeweils Endstation. Nach 39 Minuten wurde der VFC für seine couragierte Spielweise mit einem Tor durch Mark-Philipp Zimmermann belohnt, der von Kousal freigespiet wurde und aus fünf Metern per Flachschuss zum späteren Pausenstand traf.
Plauen macht den Sack nicht zu
Aus der Kabine kamen beide Teams unverändert. Plauen hatte zunächst weiterhin mehr Spielanteile und legte erneut durch Marc-Philipp Zimmermann das 3:1 nach, als er nach einem Pass in die Tiefe frei vor Keeper Sprint auftauchte und den Ball aus ca. zwölf Metern einnetzte. Nur zwei Minuten später verpassten es die Vogtländer, den Sack endgültig zuzumachen: Doppelpack-Schütze Zimmermann stürmte auf der Außenbahn an Zingu vorbei, doch seine Flanke in den Strafraum fand keinen Abnehmer. Danach übernahm Berlin die Initiative und visierte durch Leinau aus Nahdistanz und Neuendorf per Freistoß das VFC-Tor an, doch Person war stets zur Stelle. Nach 77 Minuten hatte Breitkreuz mehr Erfolg für die Gäste, als er einen Konter aus Nahdistanz erfolgreich abschloss. Danach drückte die Hertha-Reserve auf den Ausgleich, doch Plauen hielt dem Druck stand – bis zur Nachspielzeit: Da stand Stephan nach einer Flanke von Breitkreuz goldrichtig. Seinen Kopfball konnte Person noch parieren, beim Nachschuss war er machtlos. Bitter für den VFC, bei dem unter der Woche Finanzprobleme zum Vorschein kamen, was der neue kaufmännische Geschäftsführer Stefan Unger gegenüber dem MDR bestätigte: "Dem VFC Plauen geht es schon länger nicht gut. Er ist nie auf Rosen gebettet gewesen."
Trainerstimmen
Karsten Heine (Hertha): "Tore fallen immer genug, wenn Hertha BSC in Plauen spielt. Letztes Jahr war es ein 4:4, dieses Jahr 3:3. Wir sind durch das frühe Gegentor kalt erwischt worden. Dann gelingt uns der Ausgleich. Beim 2:1 für Plauen war der Ball lange in der Luft. Wir bekommen ihn nicht und der VFC nutzt diese Situation eiskalt zur Führung. Wir haben insgesamt guten Fußball gespielt. Mit drei Toren in der Fremde muss man eigentlich mehr mitnehmen. Daran müssen wir noch arbeiten. Das Spiel meiner Mannschaft nach vorn hat mir gut gefallen."
Dirk Berger (Plauen): "Ich bin vom Ergebnis her enttäuscht. Ergebnisse beschreiben nicht immer ein Spiel. Die Mannschaft ringt um einen Sieg. Drei Tore zu Hause und dennoch nur ein Punkt. In der ersten Halbzeit hätten wir ein oder zwei Tore mehr erzielen müssen. Dann kannst du den Gegner auch mal moralisch treffen. Wir müssen unseren Weg weitergehen, dann werden wir auch wieder Siege einfahren. Das Glück ist zurzeit nicht auf unserer Seite."

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