Fußball | Regionalliga Nordost : Kaltblütiger FCM erobert Tabellenspitze
6. Spieltag
Der 1. FC Magdeburg hat sich am Freitag mit einem Sieg bei der Reserve von Union Berlin vorübergehend an die Tabellenspitze gesetzt. Diese könnte sich RB Leipzig beim Topspiel in Auerbach am Sonntag zurückholen. Am Sonnabend empfängt Lok Leipzig den FC Carl Zeiss Jena zum Traditionsderby. Halberstadt und Plauen spielen zu Hause gegen den Nachwuchs von Cottbus bzw. Hertha BSC.
Der 1. FC Magdeburg hat die Tabellenspitze der Regionalliga Nordost vorübergehend übernommen: Am Freitag setzte sich der FCM bei der Reserve von Union Berlin mit 3:0 durch.
Magdeburg vor der Pause effizient
800 Mitgereiste FCM-Fans sahen einen verhaltenen Start ihrer Mannschaft: Erst nach 15 Minuten kamen die Elbestädter das erste Mal gefährlich vor Unions Torwart Patzler. Mit zählbarem Erfolg: Viteritti wurde von Beil mit einem Pass über die Abwehr freigespielt und netzte aus sieben Metern gegen die Laufrichtung des Keepers zur Gästeführung ein. Zuvor hatte Berlins Ujazdowski die erste Möglichkeit des Spiels, als er aus 15 Metern knapp am Tor vorbei schoss.
Bis zur 25. Minute beruhigte sich das Geschehen im Jahn-Sportpark. Danach wurde es eine abwechslungsreiche Partie. Berlins Herrmann hatte die große Möglichkeit zum Ausgleich, schoss den Ball aus sieben Metern aber über das Gehäuse. Drei Minuten später war Patzler bei einem Schuss von Viteritti zur Stelle. Nach einer guten halben Stunde hatten die Köpenicker erneut den Ausgleich auf dem Fuß: Herrmann schlenzte die Kugel aus 15 Metern über die Latte. Mitten in der Drangphase der jungen Berliner fiel das 0:2. Beil eroberte den Ball im Mittelfeld und passte auf Krieger. Der marschierte bis zur Grundlinie und bediente FCM-Stürmer Viteritti, welcher keine Mühe hatte, die Kugel aus Nahdistanz einzuschieben. Kurz vor der Pause verpasste Union den Anschluss, als Fritsche mit einem Schlenzer von der Strafraumgrenze an FCM-Torwart Tischer scheiterte.
Union mutig - FCM geschickt
Nach dem Wechsel blieb Magdeburg lange blass. Das ermutigte die "Eisernen", ihr Heil in der Offensive zu suchen und sich Gelegenheiten zu erspielen. Doch weder Giese, dessen Schuss nur Zentimeter am FCM-Tor vorbei zischte (54.), als auch Herrmann, dessen 16-Meter-Knaller neben dem linken Pfosten landete, vermochten es, den Ball über die Linie zu befördern. Magdeburgs Trainer Petersen reagierte mit einem Doppelwechsel, bei dem Moslehe und Burdenski in die Partie kamen (63.), um für neuen Schwung zu sorgen. Allerdings war bis zur 70. Minute weiterhin nichts von den Gästen zu sehen. Doch dann fiel das 0:3: Der eingewechselte Moslehe marschierte auf der rechten Außenbahn bis zur Grundlinie und bediente Beil, der freistehend aus Nahdistanz für den Endstand sorgte. Danach passierte nicht mehr viel. Die mitgereisten Fans hatten allen Grund, den neuen Tabellenführer zu feiern.
Das sagten die Trainer
Andreas Petersen (FCM): "Ich habe eine gute Unioner Mannschaft gesehen, die im Torabschluss ein großes Manko hatte. Wir haben unsere Treffer gut herausgespielt, hatten aber auch Phasen, in denen uns Union das Spiel schwer gemacht hat. Die Marke FCM zieht auch bei diesen Jungs. Wer nicht gegen uns heiß ist, der ist nicht heiß. Es gab viele Torraumszenen von beiden Teams, wir waren effektiver. Trotzdem war es ein verdienter Sieg, auch wenn das kein Superspiel war."
Engin Yanova (Union): "Das war ein Schritt in die richtige Richtung. Wir machen eine gute Jugendarbeit. Wir haben noch einige Probleme, aber das muss man mit geschicktem Zweikampfverhalten egalisieren. Da haben wir noch einiges vor uns. Großes Kompliment für die Spielweise, aber wir müssen die Fehler wie beim 0:1 einstellen. Wir befinden uns in einem Lernprozess und müssen mutig weiter machen. Wir hatten so viele Torchancen, wie in den letzten fünf Spielen nicht.
Sonnabend: Traditionsduell in Leipzig
Der 1. FC Lok Leipzig empfängt am Sonnabend den FC Carl Zeiss Jena zu einem echten Traditionsduell. Dabei könnten die Vorzeichen kaum unterschiedlicher sein. Aufsteiger Lok ist mäßig in die Saison gestartet. Zuletzt reichte es nur für eine 0:1-Niederlage beim FSV Zwickau. In der Tabelle rangieren die Leipziger aktuell auf Platz 14. Ganz anders sieht das in Jena aus. Acht Zähler nach vier Spielen stellt eine ordentliche Punktausbeute dar und bedeutet Tabellenrang vier. Mit einem Sieg wäre Jena beim Kampf um die Tabellenspitze weiter dabei. Hinzu kommt, dass das Team von Petrik Sander noch das Nachholspiel vom 1. Spieltag gegen den FSV Zwickau zu bestreiten hat.
Zwickau muss dagegen beim FSV Optik Rathenow ran. Zuhause ist der FSV in dieser Saison mit weißer Weste unterwegs. Auswärts hat Zwickau bisher einen Punkt verbucht. Gegen Rathenow deutet sich ein Duell auf Augenhöhe an. Zwickau hat ohne das Nachholspiel sieben Punkte auf dem Konto, Rathenow mit einem Spiel mehr genausoviele. Die Bilanz der "Optiker" ist mit zwei Siegen, einem Unentschieden und zwei Niederlagen relativ ausgeglichen.
Sonntag: Auerbach empfängt RB
Am Sonntag steigt die mit Spannung erwartete Spitzenpartie des Spieltages. Der VfB Auerbach empfängt die Rasenballer aus Leipzig. Die Vogtländer sind in dieser Saison zu Hause noch ungeschlagen und ohne Gegentor. 5:0 gegen Meuselwitz und 1:0 gegen Hertha BSC II lautet die Heimbilanz. Leipzig kommt mit vier Siegen in Folge und einem 3:0-Heimerfolg gegen Germania Halberstadt im Gepäck an die Göltzsch. Der Spieltag wird mit den Paarungen Germania Halberstadt - Energie Cottbus II, VFC Plauen - Hertha BSC II und ZFC Meuselwitz gegen den Torgelower SV Greif komplettiert.
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