Torjubel
Torjubel beim ZFC Meuselwitz (Archivbild). Bildrechte: IMAGO

Fußball | Regionalliga Meuselwitz schießt sich aus dem Keller

8. Spieltag

Meuselwitz kann doch noch siegen. Im Kellerduell gegen Chemie Leipzig feierten die Thüringer am Sonntag einen verdienten und klaren Sieg - der allerdings etwas zu hoch ausfiel.

von Dirk Hofmeister und Frieder Wittmann (Meuselwitz)

 Torjubel
Torjubel beim ZFC Meuselwitz (Archivbild). Bildrechte: IMAGO

Nach drei sieglosen Spielen in Serie hat Meuselwitz wieder gewonnen. Im Kellerduell gegen Chemie Leipzig gelang am Sonntag ein deutlicher 4:1-(1:1)-Sieg. Damit klettern die Thüringer aus der Abstiegsregion auf den achten Tabellenplatz. Chemie bleibt dagegen Regionalliga-16.

Chemie beginnt stark

ZFC Meuselwitz - Chemie Leipzig
Jubel bei Chemie nach dem 0:1 von Daniel Heinze. Bildrechte: BSG Chemie Leipzig/Christian Donner

Der ZFC hatte zunächst Probleme mit den weit aufgerückten Chemikern, die sehr offensiv und mit aggressivem Pressing ins Spiel gingen. Chemie-Trainer Dietmar Demuth und die rund 800 mitgereisten Leipziger Fans unter den 1.987 Zuschauern konnten sich sogar über die Chemie-Führung freuen: Nach schnellem Konter und schönem Doppelpass mit Florian Schmidt traf Daniel Heinze aus 16 Metern (16.). Heinze knüpfte damit an seinen letzten Auftritt in Meuselwitz an: Mit dem damaligen FC Sachsen gastierte Heinze zuletzt 2008 auf der Glaserkuppe. Beim damaligen 2:0-Sieg steuerte er einen Treffer bei.

An diesem September-Sonntag sollte es aber kein 2:0 für Leipzig geben. Chemie nutzte seine Überlegenheit der Anfangsminuten nicht, Rintaro Yajima (25.) und Alexander Rodriugez-Schwarz (30.) ließen weitere Möglichkeiten liegen. Zudem fand Meuselwitz ab Mitte der ersten Halbzeit besser ins Spiel, konnte mit schnellen Angriffen die Defizite in der Chemie-Abwehr offenlegen. Nach pomadigem Beginn kam der ZFC nun auch zu Chancen. Bei der ersten guten ZFC-Möglichkeit konnte Chemie-Keeper Julien Latendresse-Levesque noch einen Kopfball von Felix Müller gedankenschnell parieren (34.) Nach der ersten Meuselwitzer Ecke traf aber Francesco Lubsch zum 1:1 - am kurzen Pfosten köpfte er in die kurze Ecke (38.).

Le Beau bringt ZFC auf Siegerstraße

ZFC Meuselwitz - Chemie Leipzig
Zweikampf zwischen Leipzigs Stefan Karau (re.) und Andy Trübenbach (ZFC). Bildrechte: BSG Chemie Leipzig/Christian Donner

Mit Wiederanpfiff blieb der ZFC am Drücker, kurz nach der Pause setzten sich die Meuselwitzer mit vier Ecken in Folge im Chemie-Strafraum fest. Die Leipziger verteidigten das Remis aber lange Zeit gut. Vor allem Torhüter Latendresse-Levesque hielt die Gäste im Spiel. Bei seinen besten Aktionen entschärfte er Schüsse von Janik Mäder aus Nahdistanz (60./64.). Chemie kam nur selten zu Entlastungsangriffen, ein Kopfball von Sebastian Hey zählte dazu (62.).

Mit zunehmender Spieldauer konnte Meuselwitz, das den Leipzigern spielerisch und kämpferisch überlegen war, den Druck erhöhen. Nach einem Freistoß von Sebastian Albert brach Pierre Le Beau den Bann. Mit der Fußspitze traf er an die Lattenunterkante und ins Tor (69.). Nun spielte sich der ZFC in einen Rausch: Mäder erhöhte nach schönem Solo gegen Chemie-Kapitän Stefan Karau und einem "Tunnel" gegen Latendresse (78.). Mit einem Knaller aus 16 Metern ins rechte Eck erzielte Yves Brinkmann den Endstand (87.) - der etwas zu hoch ausfiel.

Das sagten die Trainer:

Dietmar Demuth (Leipzig): "In der ersten Halbzeit haben wir wenig zugelassen. Mit einem herrlichen Konter gingen wir in Führung, vergaßen aber, das zweite Tor zu machen. Mit der zweiten Halbzeit war ich sehr unzufrieden, weil wir bei den Standards eine falsche Zuordnung hatten. Und so haben wir den Gegner mehr und mehr aufgebaut. Für uns gilt es, entsprechende Hebel anzusetzen, damit wir bewusster auftreten können."

Heiko Weber (Meuselwitz): "Wir haben uns auf solche Gegner wie Chemie, der kein normaler Aufsteiger ist, sehr gefreut. Denn dann herrscht richtige Fußballatmosphäre im Stadion. Wir haben heute kräftemäßig und körperlich sichtbar alles abgerufen. Mein Team hatte den Willen, mit Herz und Verstand den Rückstand zu korrigieren. Das super-Mäder-Tor war der Kulminationspunkt, um den Gegner zu bezwingen. Ich freue mich für den Verein und die jungen Spieler, die sehen konnten, wie man seine Fans begeistern kann."

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 24. September 2017 | 16:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. September 2017, 15:24 Uhr

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3 Kommentare

24.09.2017 20:46 Loko 66 3

Tut mir zwar leid für Chemie aber mit der momentanen Manschaft steigst du ab.
Da muss die halbe Mannschaft durch Neue ausgetauscht werden - aber woher nehmen wenn nicht stehlen. Der Aufstieg kam 1-2 Jahre zu früh.
Und auch die Trainerfrage müsste mal neu diskutiert werden

24.09.2017 17:50 sorgloser 2

Schöner Mist,gut angefangen und in der 2. Hz. durch sehr unglückliche Wechsel bei Chemie (warum nicht T.Kind mit Yajima ??? ) stark nachgelassen. Schade ein paar Pünktchen sollte man auch Auswärts holen! Naja ich denke es wird bis zum Schluß sehr schwer für unsere Jungs - aber im weiter und Vertrauen ins große Ganze mit den Fans im Rücken wird es am Ende reichen. Nächste Woche,nächste Chance zum Dreier gegen auch wieder starke Doppelkörner :-)

24.09.2017 16:08 Fan Achim 1

In der 2.Halbzeit eine Demonstration der Stärke unseres ZFC gegenüber immer schwächer werdenden Chemiekern.Sieg verdient, aber etwas zu hoch ausgefallen,