Fußball | Regionalliga : "Wurf-Schrauben" statt "Wackel-Tribüne" als Absagegrund
Das Bauamt Zwickau hat am Montag die Absetzung der Regionalligapartie des FSV Zwickau gegen Carl Zeiss Jena mit der Gefahr von Wurfgeschossen begründet. Weil die von der Tribüne abgelösten Metallteile als Wurfgeschosse hätten missbraucht werden können, sei die "allgemeine Sicherheit" nicht mehr gewährleistet gewesen. Das gaben das Amt für Bauordnung und der Verein in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekannt.
Jena verwundert
In der Erklärung heißt es weiter, die Standfestigkeit der Tribünen sei, entgegen erster Meldungen, nicht gefährdet gewesen. Daran hätte auch das Lösen der Muttern nichts geändert. In Abstimmung zwischen Verein, der Stadt und dem Hersteller seien technische Verbesserungen veranlasst worden.
Zu den Änderungen könne aus Sicherheitsgründen aber keine Auskunft erteilt werden. Das Fußballspiel war am Sonnabend wegen Sicherheitsbedenken abgesetzt worden, nachdem an der Gäste-Tribüne fehlende und gelockerte Schrauben entdeckt worden waren. Zu dem Zeitpunkt warteten im Zwickauer Sportforum "Sojus 31" bereits mehrere hundert Jena-Fans auf der Tribüne auf den Anpfiff. Bei Carl Zeiss stoßen diese Aussagen auf Verwunderung. Jenas Pressesprecher Andreas Trautmann meinte zum MDR: "Diese Begründung höre ich zum ersten Mal. Das ist für mich schwer nachvollziehbar. Denn es bleibt die Frage, wie sich Teile, die als Wurfgeschosse herhalten können, lockern können und wo diese losen Teile dann herkommen."
Polizei ermittelt
Die Polizei hat dazu Ermittlungen aufgenommen. Geprüft wird, ob ein Sabotageakt vorliegt, da bei Bau-Abnahmen am Donnerstag und Freitag noch alles in Ordnung gewesen sein soll. Nach Angaben eines Polizeisprechers geht es um die Frage, ob sich die Flügelschrauben in der Stahlrohrtribüne von selbst gelockert haben können. Mit Ergebnissen werde Ende der Woche gerechnet.
Zu dem Spielausfall hat das Sportgericht des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) ein Verfahren eröffnet. Bis Freitag haben die Vereine Zeit für Stellungnahmen. Geurteilt wird voraussichtlich in der kommenden Woche. Sowohl eine Neuansetzung des Spiels als auch eine Wertung durch das Sportgericht sind möglich.
Fans sollen entschädigt werden
Die Carl-Zeiss-Fans sollen ihre Tickets für das abgesagte Spiel zurückgeben können. PressesprecherTrautmann sagte dem MDR: "Wir wollen den Fans einräumen, vom Schadenersatz Gebrauch machen zu können." Die Klubs arbeiten gerade an einer Lösung. Die soll so aussehen, dass die Carl-Zeiss-Anhänger ihre Karten in Jena zurückgeben können. Das würde 140 Kilometer für An- und Abreise sparen. Gegen das Ticket soll es das Eintrittsgeld zurückgeben. Nachteil: Bei einem Wiederholungsspiel müssten sie sich eine neue Karte besorgen.
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