Handball Insolvenzverwalter des HC Leipzig bestellt

Im Insolvenzverfahren des früheren Handball-Meisters HC Leipzig ist am Donnerstag der nächste Schritt zur Entschuldung eingeleitet worden. Wie die Leipziger Anwaltskanzlei Stapper mitteilte, ist der Insolvenzverwalter benannt worden. Rechtsanwalt Christoph Alexander Jacobi soll
"im Eiltempo gemeinsam mit dem Geschäftsführer und weiteren wichtigen Beteiligten die Möglichkeiten für eine Restrukturierung des Geschäftsbetriebes des HC Leipzig" sondieren.

Handball HC Leipzig Logo HCL
Bildrechte: HC Leipzig

 Insolvenzantrag am vergangenen Sonnabend

Kay-Sven Hähner
Hähner soll "Prozess unterstützen" Bildrechte: WORBSER-Sportfotografie

Bei der Sanierung des Pleite gegangenen sechsfachen Meisters soll auch Manager Kay-Sven Hähner helfen, Hähner, unter dessen Verantwortung sich in den vergangenen Jahren Schulden in Höhe von 1,3 Millionen Euro angehäuft hatten, bleibt bis auf Weiteres HCL-Geschäftsführer. Am vergangenen Samstag hatte er beim Amtsgericht Leipzig Insolvenz angemeldet. Dadurch muss Leipzig aus der Bundesliga in die 3. Liga absteigen.

Gute Nachricht: Drittliga-Spielbetrieb nicht gefährdet

Laut Mitteilung der Anwaltskanzlei sei der Spielbetrieb in der 3. Liga "weiterhin möglich und soll zum Erhalt des leistungssportlichen Handballstandortes Leipzig forciert werden. Das Spielrecht in der 3. Liga ist nach derzeitiger Rechtslage nicht übertragbar", heißt es in dem Schreiben weiter. Ziel sei daher eine Entschuldung der HC Leipzig Bundesliga GmbH durch Umsetzung eines Insolvenzplans in einem eröffneten Insolvenzverfahren. Dafür müsste aber der laufende Spielbetrieb gesichert sein und für die Gläubiger hinreichend Kapital zur Verfügung gestellt werden, hieß es.

"In letzter Sekunde nicht gezahlt" 

Nach Mitteilung der Anwaltskanzlei sei der Lizenzerhalt gescheitert, weil "entgegen verbindlicher Zusagen ein kleinerer Teil an zugesagten Geldern buchstäblich in letzter Sekunde nicht gezahlt" wurde. Bis vergangenen Freitag 23.59 Uhr hatte der HCL 600.000 Euro nachweisen müssen. Das passierte aber nicht.

Die Handball Bundesliga Frauen HBF hatte Leipzig die Lizenz verweigert, der HCL ging dagegen in den Widerspruch. Ein Verfahren vor einem unabhängigen Schiedsgericht hatte Leipzig noch gewonnen. Trainer, Spielerinnen und Angestellte sollen seit Januar kein Gehalt mehr bekommen haben.

Über dieses Thema berichtet "MDR aktuell" MDR HÖRFUNK | Donnerstag, 20. Juli, XX:40 Uhr

dpa/dh

Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2017, 14:33 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

3 Kommentare

21.07.2017 21:16 Peter Hille 3

Solange dieser unglaublich dreiste Hähmer im Verein ist werden wir keine Spiele des HCL mehr besuchen.
Tut uns leid für die ehlichen Sportler, aber was für ein widerlicher Sumpf ist das egentlich und wo sind die Helden, die ihn trockenlegen?

21.07.2017 16:45 Leonard 2

Das ist das Ergebnis jahrelangen Tricksens und Verschweigens. Da wird ein Traditionsverein auf den Müll geworfen.

21.07.2017 11:59 Schade HCL 1

Wenn man zweimal auf irgendwelche Gelder wartet und hofft, dass das Geld auf die Konten kommt und beide Male passiert das nicht, wirkt das extrem unglaubwürdig... (immerhin hatte man nach der ersten Lizenzverweigerung einige Wochen Zeit, zumal man ja vors Schiedsgericht gegangen ist...)

Ich für meinen Teil werde erst wieder zum HCL gehen, wenn KSH nicht mehr im Verein ist!!! Tut mir leid und ich werde es vermissen, aber zumindest ich ziehe meine Konsequenzen Herr Hähner