Handball | Cup in Dessau Vorjahressieger Leipzig scheitert

Handball-Zweitligist GWD Minden hat den Cup in Dessau gewonnen. Im Finale setzten sich die Ostwestfalen vor 2.143 Zuschauern gegen die Füchse Berlin durch.

Dalibor Doder
Mindens Dalibor Doder wird als bester Spieler des Turniers gewählt (Archiv). Bildrechte: IMAGO

Dabei gelang Minden gegen den Bundesliga-Sechsten ein 21:12-Erfolg. Der Turniersieger profitierte davon, dass die Berliner aufgrund der EM in Polen nicht mit dem Stammteam angereist waren. GWD-Trainer Frank Carstens erklärte zum Finalsieg: "Nicht alles hat hundertprozentig funktioniert. Aber wir haben die Probleme gelöst, die sich dargestellt haben." Bester Spieler des Turniers wurde Mindens Dalibor Doder. Der Rückraumspieler sagte: "Mit 36 Jahren der beste Spieler zu werden, ist nicht schlecht." Zudem trat GWD-Linksaußen Charlie Sjöstrand mit vielen Toren positiv in Erscheinung.

EHV Aue holt Rang drei

Das Spiel um den dritten Platz ging an den EHV Aue. Der aktuelle Tabellen-Sechste der 2. Bundesliga bezwang den Erstligisten SC Magdeburg mit 15:13. EHV-Kapitän Eric Meinhardt erklärte nach dem Sieg gegen den SCM: "Wir haben es auch einmal verdient, zu gewinnen. Es ist ein topbesetztes Turnier." Magdeburg war anzusehen, dass mehrere Leistungsträger bei der EM in Polen weilen. Mit dabei war Neuzugang Jens Schöngarth. Der Rückraumspieler war von TuS Nettelstedt-Lübbeck gekommen, um die verletzungsbedingten Ausfälle von Jure Natek und Andreas Rojewski zu kompensieren.

SC DHfK Leipzig wird Fünfter

Leipzig DHfK Trainer Christian Prokop und DHfK Co-Trainer André Haber (v.l.)
Christian Prokop und Co André Haber (v.l., Archiv) Bildrechte: IMAGO

Im Spiel um Platz fünf behielt der Bundesligist SC DHfK Leipzig die Oberhand. Der Vorjahressieger bezwang den Drittligisten Dessau-Roßlauer HV mit 14:9. Nachdem die "Grün-Weißen" in der Vorrunde viele Gegentore hinnehmen mussten, ließen sie gegen den Außenseiter nur neun Gegentreffer zu. Leipzigs Cheftrainer Christian Prokop erklärte: "Wir haben in der Vorrunde sehr gesündigt. Aber das ist die Vorbereitung und ich möchte die Niederlagen nicht überbewerten." Zudem fügte er zur Leistung seines Teams hinzu: "Das ist noch nicht die Power und der Biss, die wir brauchen."

Beim Dessau-Roßlauer HV war Kreisläufer Sebastian Donath trotz der dritten Niederlage im Turnier zufrieden. Er erklärte: "Es macht immer Spaß, gegen bessere Mannschaften zu spielen. Wenn wir schon der Gastgeber sind, müssen wir aber auch alles zeigen."

Vorrunden-Spiele

Carstens rockt mit Minden das Turnier

Frank Carstens
GWD-Trainer Frank Carstens war auch als Spieler für Minden aktiv (Archiv). Bildrechte: IMAGO

Schon zu Beginn zeigte sich, dass die Außenseiter gegen die Favoriten durchaus gute Chancen hatten. Der EHV Aue setzte sich knapp gegen das Team von SC-DHfK-Coach Christian Prokop durch. Trainer Frank Carstens schlug mit Minden zudem seinen Ex-Klub aus Magdeburg mit 15:14 und erklärte: "Da waren die Jungs euphorisiert. Wir verkaufen uns insgesamt mit dem kleinen Kader gut." Das Team, das im Sommer als Tabellen-Sechzehnter aus der Bundesliga abgestiegen war, hat das Ziel Wiederaufstieg. Carstens sagte: "Die zweite Liga ist ein hartes Brot mit vielen Spielen. Jetzt liegen wir voll auf dem Kurs."

Vorjahressieger Leipzig scheitert

Der Vorjahressieger SC DHfK Leipzig verlor auch seine zweite Partie des Turniers. Der Aufsteiger unterlag dem Ligakonkurrenten Füchse Berlin mit 14:16. Trotz vieler Tore von Kapitän Lukas Binder und Rückraumspieler Aivis Jurdzs hatten die "Grün-Weißen" das Nachsehen. Zu oft trafen die Füchse um Linksaußen Bjarki Elisson.

Philipp Weber
SC-DHfK-Spieler Philipp Weber (Archiv). Bildrechte: IMAGO

Leipzigs Rückraumspieler Philipp Weber erklärte im Anschluss: "Es läuft noch nicht alles rund. Man merkt die harte Vorbereitung, die wir durchmachen." Zudem sagte der Aufstiegsheld über die vergangenen Monate: "Sicherlich haben wir eine überragende Hinrunde gespielt. Aber wir müssen jede Woche hart arbeiten und am Wochenende fit sein." Schon jetzt geht sein Blick auf das nächste Pflichtspiel. Am 10. Februar reist er mit Leipzig zu seinem Ex-Klub SC Magdeburg. Weber gab zu: "Es wird vorher die eine oder andere schlaflose Nacht geben."

Magdeburger siegen gegen Ex-Coach Jungandreas

Alexander Saul
Alexander Saul erzielt fünf Tore (Archiv). Bildrechte: IMAGO

Der SC Magdeburg ließ indes gegen den Dessau-Roßlauer HV nichts anbrennen. Das Bundesliga-Team wurde seiner Favoritenrolle gerecht und gewann mit 18:12. Dabei ging der Sieg gegen den Tabellenführer der 3. Liga Nord insbesondere auf Alexander Saul. Der 20-jährige Rückraumspieler warf den Ball stolze fünfmal ins gegnerische Tor. Für die Magdeburger kam es zu einem Wiedersehen mit einem ehemaligen Weggefährten. DRHV-Trainer Uwe Jungandreas leitete von Ende 2013 bis 2014 die Geschicke des SCM.

Der Magdeburger Rückraumspieler Michael Haaß erklärte schon vor dem Spiel um Platz drei: "Frisch sind wir nicht, denn wir haben hart trainiert. Wir sind nicht in einem Top-Zustand, aber ab der nächsten Woche arbeiten wir daran, dass wir spritzig werden." Seinen Teamkollegen Finn Lemke, der mit der deutschen Nationalmannschaft bei der EM in Polen weilt, lobte er: "Er ist schon stark. Er ist der Fels in der Brandung und räumt richtig auf."

Bangen musste der SC jedoch mit Marko Bezjak. Der SCM-Rückraumspieler hatte sich im ersten Spiel verletzt.

Ergebnisse in der Übersicht
Finale
Füchse Berlin - GWD Minden 12:21
Spiel um Platz drei
SC Magdeburg - EHV Aue 13:15
Spiel um Platz fünf
SC DHfK Leipzig - Dessau-Roßlauer HV 14:9
Ergebnisse der Vorrunde in der Übersicht
Vorrunde
Füchse Berlin - EHV Aue 20:15
SC Magdeburg - GWD Minden 14:15
SC DHfK Leipzig - EHV Aue 17:18
Dessau-Roßlauer HV - GWD Minden 14:15
SC DHfK Leipzig - Füchse Berlin 14:16
SC Magdeburg - Dessau-Roßlauer HV 18:12

mkö

Zuletzt aktualisiert: 24. Januar 2016, 19:05 Uhr

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2 Kommentare

24.01.2016 21:02 helmchen 2

Ein geiles Turnier war das in Dessau. Es gab richtig guten Handball zu sehen. Die Teams hatten auch so ziemlich alles mit, was nicht verletzt war. Ein paar wenige Nationalspieler haben gefehlt wegen der EM. Es begann mit zwei faustdicken Überraschungen und endete genau so. GWD schlägt erst Magdeburg und gewinnt völlig verdient das Turnier. Ebenso geil präsentierte sich der EHV Aue, der erst die DHfK besiegte und im kleinen Finale den großen SCM abwatschte. Das war großes Kino. Danke Jungs, Glück auf und alles Gute für die zweite Halbserie.

24.01.2016 18:46 Wiesel 1

http://www.mdr.de/sport/handball/scm-entlaesst-sveinsson-100.html