Handball | 1. Bundesliga SCM und SC DHfK mit starken Spielzeiten

Die beiden mitteldeutschen Bundesliga-Teams haben in der abgelaufenen Saison zumeist überzeugt. Wir blicken noch einmal auf die Spielzeiten des SC Magdeburg und des SC DHfK Leipzig zurück.

Maximilian Janke (SC DHfK Leipzig) gegen Finn Lemke (SC Magdeburg)
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SC Magdeburg: Viele Höhen, wenige Tiefen

Am 16. November 2016 war ein neuer Tiefpunkt beim SC Magdeburg erreicht. 22:37 verloren die Elbestädter gegen Hannover-Burgdorf, die höchste Heimniederlage in der langen und ruhmreichen Geschichte des SCM. "Wiegert raus" kommentierte ein User auf MDR.de. Wer hätte damals gedacht, dass die Magdeburger am Ende doch einigermaßen zufrieden diese Saison bilanzieren können?

Rekordserie nach Rekordpleite

Doch auf die Rekordpleite folgte eine ebenso rekordverdächtige Serie: Nach einer erwartbaren Niederlage gegen Rekordmeister THW Kiel blieb der SCM bis zum Saisonende in 19 Partien ohne Niederlage, darunter so starke Spiele wie das 35:32 über den späteren Meister Rhein-Neckar Löwen am 18. Spieltag oder das 27:26 gegen Kiel vier Spieltage später. So landete der SCM in der Endabrechnung auf dem fünften Platz und qualifizierte sich damit wie in der Vorsaison für den EHF-Pokal.

Enttäuschung EHF-Pokal

Dort war in dieser Spielzeit früher Schluss als geplant. Zwar erreichte das Team von Trainer Bennet Wiegert das Final Four in Göppingen, kam aber im Halbfinale nicht am Gastgeber vorbei - und das, obwohl sich viele schon auf das Finale gegen die Füchse Berlin vorbereitet hatten. Im DHB-Pokal scheiterte der SCM im Achtelfinale, zu Hause gab es eine knappe Niederlage gegen Favorit Kiel.

Umbruch beim SCM

Es bleibt eine Saison mit vielen Höhen und wenigen Tiefpunkten für den SC Magdeburg. Allerdings verlassen mit Finn Lemke und Jacob Bagersted zwei Leistungsträger den Verein, auch die Abgänge der Urgesteine Fabian van Olphen und Yves Grafenhorst schmerzen. Interessant wird, wie der SCM die vier Spieler in der kommenden Spielzeit ersetzen kann.

SC DHfK Leipzig: Erfolgs-Saison endet mit Abschied

Beim SC DHfK Leipzig endet eine Ära. Vater des Erfolgs: Christian Prokop. Vier Jahre hatte der 38-Jährige an der Seitenlinie das Sagen und formte dabei eine schlagkräftige Truppe. Nach der Eingewöhnungs-Saison im Oberhaus 2015/2016 landeten die Sachsen in diesem Jahr bereits auf einem starken achten Platz.

Prokops Weg zum DHB

Individuell hatte Prokop, nach einem Umbruch im Sommer 2016, kein Spitzenteam zur Verfügung. Mit einer ausgeklügelten Taktik, die vor allem auf Teamgeist und dem Prunkstück Abwehr fußte, gelang es ihm dennoch, eine konkurrenzfähige Mannschaft aufs Parkett zu schicken. Diese Leistung brachte dem SC DHfK nicht nur den soliden einstelligen Tabellenplatz ein, sondern Prokop auch den Trainerposten beim DHB. "Es ist eine ganz tolle Saison, die phantastisch gelaufen ist. Man konnte nicht damit rechnen, dass wir viele enge Spiele für uns so entscheiden und dass wir vor allem noch einmal so eine Heimmacht aufbauen", sagte Prokop nach dem letzten Saisonspiel gegen die Füchse Berlin.

Highlights: Heimsieg gegen Kiel und DHB-Pokal

Der Höhepunkt der Saison war das Erreichen des Final-Four-Turniers im DHB-Pokal. In Hamburg hatten die Sachsen den THW Kiel auch am Rande einer Niederlage, doch eine kurze Schwächephase der Messestädter schickte schließlich den späteren Titelgewinner Kiel mit 35:32 ins Finale. In der Liga lief es rund einen Monat später deutlich besser. Mit 34:25 wurde der Rekordmeister in der Arena Leipzig abgefertigt. DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther nannte diesen Sieg am 30. Spieltag das "dickste Ding des Jahres".

Bestelltes Feld SC DHfK

Ob die kommende Saison auch mit solchen Highlights aufwarten wird, bleibt abzuwarten. Ab 1. Juli übernimmt der bisherige Co-Trainer André Haber den Platz an der Seitenlinie. Zumindest so lange, bis der eigentliche neue Trainer, Michael Biegler, am 1. Januar 2018 von seinen Aufgaben als Frauen-Bundestrainer entbunden ist. Nach vier Jahren an der Seite von Prokop übernimmt Haber eine gut funktionierende Mannschaft. Mit Lukas Binder, Franz Semper und Lucas Krzikalla etablierte das Duo gleich drei Eigengewächse als Stammspieler in der 1. Bundesliga. Diesen Weg wird der SC DHfK sicher auch ohne Prokop weitergehen.

Die Mannschaft des DHfK Leipzig mit Trainer Christian Prokop (2.v.r.) feiert den Aufstieg in die erste Handball-Bundesliga.
Christian Prokop (2. v. re.) feierte unter anderem den Aufstieg in die Bundesliga. Bildrechte: dpa

Über dieses Thema berichtete "MDR aktuell" MDR FERNSEHEN | 11.06.2017 | 21:45 Uhr

ten/cdi

Zuletzt aktualisiert: 16. Juni 2017, 14:01 Uhr

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