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MDR-INFO-Podiumsdiskussion in Dresden : Dynamo, Cottbus und Rostock mit größtem Potenzial

Dynamo Dresden, Energie Cottbus, Hansa Rostock: Diesen Ostvereinen werden perspektivisch die größten Chancen auf einen Aufstieg in die 1. Fußball-Bundesliga zugeschrieben. Die fünf Teilnehmer der MDR-INFO-Podiumsdiskussion zur Zukunft des Ostfußballs in der Dresdner Dynamo-Arena nannten vor allem dieses Trio, dem sie großes Potenzial bescheinigen. RB Leipzig wurde kritisch betrachtet. Mit auf dem Podium saßen der künftige DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig, Jenas Trainer Petrik Sander, Halles Präsident Michael Schädlich und der Marketing-Experte Ralf Koslowski (Infront).

MDR INFO Podiumsdiskussion "Wie weiter mit dem Fußball im Osten?"

Bei einer MDR-INFO-Podiumsdiskussion zur Zukunft des Ost-Fußballs in Dresden sind die ehemaligen Bundesligisten Dynamo Dresden, Hansa Rostock und Energie Cottbus am besten weggekommen. Dem Trio wurden von den Experten die größten Chancen auf die Beletage zugetraut. Bei RB Leipzig sahen die Fachleute ein strukturelles Problem.

Der künftige Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga DFL, Andreas Rettig, schätzt die kommenden Jahre des Ost-Fußballs vorsichtig optimistisch ein. Der Ex-Manager von Köln, Freiburg und Augsburg und künftig einer der mächtigsten Fußballfunktionäre im Land, bescheinigt den Vereinen, große Fortschritte gemacht zu haben. Bei den Zweitligisten sei der Nachteil gegenüber der Konkurrenz aus dem Westen kaum noch zu spüren. Allerdings erinnerte er für den Ostfußball insgesamt an Nachteile, die auch in absehbarer Zeit nicht abzubauen sind: "Nordrhein-Westfalen hat so viele Einwohner wie alle fünf neuen Ländern zusammen. Die Größen- und Stärkeverhältnisse müssen wir schon in Relation setzen."

Skeptisch bei RB Leipzig

Die Aussichten des ambitionierten Regionalliga-Spitzenreiters RasenBallsport Leipzig wurde auf dem Podium kritisch beurteilt. Sollte der Hauptsponsor Red Bull die Lust verlieren, sei das Projekt tot.

Grundsätzlich ernst sieht Petrik Sander, der Trainer von Drittliga-Absteiger Carl Zeiss Jena, die Lage: Der Ostfußball liege am Boden und röchele. Seine Erfahrungen als Erstligatrainer in Cottbus, nun der Neuaufbau in Jena, hätten gezeigt, wieviel zusammenkommt und dazugehören muss, um den Sprung nach ganz oben zu schaffen.

Michael Schädlich, Präsident des Drittligisten Halleschen FC, appellierte an die Politik, den Fußball weiterhin zu unterstützen. Im Osten hätten die Menschen – jenseits der Hochkultur – nach wie vor nicht allzu viele Gründe stolz zu sein. Ein erfolgreicher Fußballverein könne da hilfreich sein und somit auch im sozialen Gefüge eine wichtige Rolle spielen.

MDR INFO Podiumsdiskussion "Wie weiter mit dem Fußball im Osten?"
V. li.: Moderator Sven Kochale, Ralf Koslowski, Petrik Sander, Michael Schädlich, Chrisitan Beeck, Andreas Rettig.

Rettig: Gewalt kein Problem des Ostens

Vor dem Hintergrund der Ausschreitungen im DFB-Pokal vergangene Woche im Umfeld der Begegnung zwischen Hannover 96 und Dynamo Dresden, betonte Andreas Rettig, man dürfte Fans und Gewalt nicht auf den Osten reduzieren: "Im Westen gibt es genau dieselben Probleme."

Christian Beeck, Sportdirektor von Zweitligist Energie Cottbus, wünscht sich eine rechtsstaatliche Handhabe gegen Gewalttäter. Als Vereinsvertreter sei er irgendwann mit seinem Latein am Ende: "Stadionverbote sind irgendwann abgelaufen. Dann stehen die wieder vor der Tür." Die fortwährende finanzielle Bestrafung der Klubs durch DFB und DFL sei jedenfalls keine Lösung des Problems.

Die Frage nach einem Generalrezept für den Ostfußball beantwortete Andreas Rettig mit einem Augenzwinkern: Er schlug Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß als Ostbeauftragten vor: "Dann klappts bestimmt."

Welcher Ost-Klub hat das Zeug für die 1. Fußball-Bundesliga? Mehrere Antworten sind möglich!

  • Chemnitzer FC
     
    5 Prozent | 483 Stimmen
  • Energie Cottbus
     
    12 Prozent | 1222 Stimmen
  • 1. FC Magdeburg
     
    5 Prozent | 466 Stimmen
  • Carl Zeiss Jena
     
    6 Prozent | 614 Stimmen
  • Erzgebirge Aue
     
    6 Prozent | 560 Stimmen
  • Rot-Weiß Erfurt
     
    3 Prozent | 323 Stimmen
  • RB Leipzig
     
    16 Prozent | 1621 Stimmen
  • Union Berlin
     
    6 Prozent | 584 Stimmen
  • Hallescher FC
     
    5 Prozent | 467 Stimmen
  • Dynamo Dresden
     
    22 Prozent | 2216 Stimmen
  • Lok Leipzig
     
    3 Prozent | 350 Stimmen
  • Hansa Rostock
     
    8 Prozent | 824 Stimmen
  • FSV Zwickau
     
    4 Prozent | 374 Stimmen
Die Abstimmung ist beendet.

06.11.2012 | 18:59:59 Uhr | 10104 abgegebene Stimmen

Die Abstimmungsergebnisse sind nicht repräsentativ.

Zuletzt aktualisiert: 07. November 2012, 14:16 Uhr

25. RBLasse:
@micky: man sollte das Potenzial von Leipzig nicht mit dem Potanzial von RB Leipzig verwechseln! Das Potenzial der Stadt Leipzig ein Bundesliga Standort zu sein ist ja schließlich sehr hoch. Fertiges WM-Stadion, alte Vereine die seit 20 Jahren in untersten Ligen verbleiben, und eine Stadt bzw. Einzugsgebiet welches das größte und zentralste in Mitteldeutschland ist. Das Potenzial von RB Leipzig ist abhängig von den finanziellen Möglichkeiten - wie bei jedem anderen Verein weltweit. Demnach ist der Einwurf der Teilnehmer, RBL seit in Nöten wenn ihm das Geld entzogen wird, unglaublich Brilliant. Vor allem weil der Ostfussball zeigt dass man sich auch ohne finanzielle Hilfeleistung von Sponsoren, in den beiden obersten deutschen Ligen halten kann.
08.11.2012
18:02 Uhr
24. micky:
@heino: mag schon sein. den feinen Unterschied macht es aber, ob eine Region "gekauft" wird, oder ob es nur um Werberechte (im engeren Sinn) geht. Die Frage, welcher Fußballstandort Potential für langfristigen Profifußball hat, bezieht sich ja gar nicht auf RB Leipzig, sondern auf alle anderen. Warum? Weil nicht davon ausgegangen werden kann, dass morgen CocaCola bei Dynamo Dresden derart einsteigt, wie Red Bull in Leipzig. Ich gebe dir Recht, wenn du sagst, RB ist ein Segen für Leipzig (sry an alle anderen Leipziger Vereine), aber ob das Projekt wirklich rechnerisch aufgeht (ich meine nicht die Bundesliga) wird ganz woanders entschieden. Insofern muss man schon sagen, dass Dresden (kraft Umfeld) und Cottbus (dank Ede Geyer) und Rostock (dank der langen Präsens in Liga 1 und 2) das größte Potential haben. Ohne Red Bull hätte Leipzig schließlich auch das Potential nicht.
08.11.2012
16:37 Uhr
23. Chris:
Schön zu lesen, dass ein Kommentar von mir zu den "Zonen" Vereinsnamen hier weiter aufgegriffen wird und offensichtlich noch mehr diesen Gedanken teilen. Ich sag´s noch einmal deutlich Vereine wie FC Hansa und FC Erzgebirge haben die Zeichen der Zeit erkannt, leider ist das Umfeld mitunter sehr klein oder Selbstdarsteller führen den Verein. Namen wie Energie und Dynamo (wie gesagt, ich bin seit ich denken kann (79´er Baujahr) Dynamo Anhänger) werden im "Westen", hab 8 Jahre in München gelebt, müde belächelt. Man erinnert sich an früher, die EC-Spiele, dann wiegelt man ab und das Wort "Relikt" einer vergangen Zeit fällt immer wieder. SCHAFFT diese Namen ab und es kommen mehr überregionale Sponsoren und Geldgeber. Ich persönlich finde, das selbst ein russischer Multimillionär nicht mehr mit "Lokomotive", "Dynamo" und Konsorten locken lässt. Und DIE haben es ja erfunden!!
08.11.2012
16:36 Uhr
22. Heino:
Jeder Ost-Verein, der zukünftig in der ersten Fußballbundesliga be- stehen will, braucht ein stabiles finanzielles Fundament. Das sehe ich weder bei Dresden, Rostock oder Cottbus. Auch in Zukunft werden die besten Spieler dieser Vereine, bei entsprechenden Angeboten, wo anders spielen. Eine Frage an ihre Experten: Warum sollte denn der Haupsponsor Red Bull die Lust verlieren, wo man gerade dabei ist,die Weichen für eine richtig gute Fußballzukunft für Leipzig zu stellen? Was meinen denn ihre Experten dazu,warum Red Bull für viele Jahre die Namensrechte des Leipziger Vorzeigestadions erworben hat, warum Red Bull eine Fußballakademie in Leipzig aufbaut und warum man generell soviel in das Projekt investiert? Ihre Experten sollten sich mal umschauen, wo Red Bull in der Sport- welt überall erfolgreich ist. Für den objektiven Leipziger Fan, dem es um erfolgreichen Fuß- ball geht, ist RB Leipzig ein Segen.
08.11.2012
12:27 Uhr
21. 69er:
Wo um Gottes Willen ist rbö ein Ostverein. Es ist ein strategisch geführter Haufen um Limo an den Mann zu bringen. Und die Medien helfen dabei kräftig mit, in der Hoffnung vom großen Batzen auch etwas zu bekommen. [...]* * Beleidigung gelöscht - MDR.DE-Redaktion
08.11.2012
09:16 Uhr
20. sandkorn_LE:
zu 8. normalo: Na das wäre ja auch schlimm wenn es die Volkspolizei irgendwo noch gäbe. Ich bin aus LE und kein Fan von Dynamo Dresden. Aber bitte lieber Dresdner. Lasst den Namen DYNAMO in euren Namen. Damit identifizieren sich die Leute bzw. eure Fans. Nur unter den Namen Dynamo Dresden wird es weiter erfolgreichen Fussball in Dresden geben. Zu den Idioten die den Verein schaden muss man nichts sagen. Die gehören weg PUNKT. Mit den anderen 99% der Dynamofans haben diese Chaoten nichts zu tun.
07.11.2012
19:03 Uhr
19. MichaDD:
SCHAFFEN wird es sicher der ein oder andere "Ost-Verein" (Gott welche Diskriminierung über 20 Jahre nach dem Mauerfall) mal in die Bundesliga, aber sich ETABLIEREN wird sich auf Jahrzehnte hin wohl keiner! Als "Fahrstuhlmannschaft" oder mit Glück mal 2-3 Jahre am Stück mehr wird nicht drin sein! Mir wäre eine 2. BL mit 7-10 "Ost-Vereinen" wesentlich lieber als eine 1. BL mit einem Vertreter aus dem Osten (ganz egal wen) der eh nur um den Abstieg mitspielt!
07.11.2012
17:19 Uhr
18. micky:
Cottbus, Dresden - ok seh ich ein! Aue: Liga 2 ist wohl das Maximum. Rostock - die Zahl wird nächste Saison bei Nichtaufstieg so aussehen wie jetzt bei RWE. RWE, Jena, Zwickau, Magdeburg: da haben wohl nur die "wahren Fans" abgestimmt ;) - Potential einfach nicht vorhanden, im Gegenteil holen andere auf... Lok Leipzig: Wer hat die für die Bundesliga nominiert - haha! RB - heißes Thema, aber keine Ahnung, Matteschütz fragen. Union Berlin: muss einfach nur besser als Hertha werden. Chemnitz: bleibt drittklassig. HFC: sie träumen...
07.11.2012
16:57 Uhr
17. Kritiker:
@2 Hannover Fan: Dein Kommentar zeigt wieder mal eindeutig, dass in den (West-)Medien Ausschreitungen der Zuschauer von Mannschaften der 1.Bundesliga (die es jede Woche in irgendeiner Form dort gibt) verschwiegen werden und nur entsprechende Vorkommnisse der "Ost"-Mannschaften reißerisch verbreitet werden. Schade eigentlich. So werden nur (gewollte) Feindschaften gegen "Ost" aufgebaut und keine Freundschaften.
07.11.2012
16:38 Uhr
16. Fan:
Ost-Fussball und Zukunft, träumt weiter. Klar hat der Osten hervorragende Fussballer und Nachwuchskicker, aber die werden rechtzeitig richtig Westen weggekauft. Zählt mal zusammen welche Ossis (Schmelzer, Kroos...) wo spielen - nicht bei Dynamo, Aue, Cottbus etc. Fussball geht mit der wirtschaftlichen Entwicklung im Osten einher und somit sind Grenzen gesetzt. Da man über den Ost-Fussball keine Käseglocke zum Schutz stülpen kann, wird es auf lange Sicht keinen Spitzenfussball im Osten geben. Gestern spielte die U17 gegen Tschechien. Der Beste Deutsche war ein Dresdner, der in Mainz spielt. Also schön weiter träumen und nicht die Hoffnung aufgeben. Bleib Fans eurer Vereine, aber bitte ohne Gewalt!
07.11.2012
16:25 Uhr

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