Fußball | Regionalliga-Reform Kompromiss zur Aufstiegsregelung, NOFV-Staffel bleibt

Die Präsidenten der Landes- und Regionalverbände haben sich am Donnerstagabend auf eine Empfehlung für den DFB-Bundestag zur Regionalliga-Reform geeinigt.

Der neugewählte DFB-Präsident Reinhard Grindel steht am 15.04.2016 nach seiner Wahl beim Außerordentlichen DFB-Bundestag in Frankfurt am Main (Hessen) vor dem DFB-Logo.
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Diese sieht nach MDR-Informationen vor, dass die Reform vorerst verschoben wird und eine Expertenkommission bis zum Bundestag 2019 ein Modell für eine viergleisige Regionalliga entwickelt. Bis 2020 soll es bei fünf Regionalligen bleiben. Damit wäre ein drohendes Ende der Nordost-Staffel vorerst abgewendet. Der DFB hat die Pläne inzwischen bestätigt.

2019 direkter NOFV-Aufsteiger?

Allerdings soll in der Übergangszeit die Aufstiegsregelung neu gelöst werden. Dafür soll die Anzahl der Absteiger aus der 3. Liga von drei auf vier erhöht werden. Vorgeschlagen wird, dass es insgesamt drei feste Aufsteiger gibt und ein weiterer per Relegation ermittelt wird. Die Regionalliga Südwest und die Staffel des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) erhalten demnach im nächsten Jahr jeweils einen direkten Aufstiegsplatz, der dritte wird per Los ermittelt. Die beiden übrigen Staffelsieger spielen Relegation. Dafür stellen diese Regionalverbände gemeinsam mit dem Südwesten die direkten Aufsteiger in der Saison 2019/20. Der Nordosten müsste dann in die Aufstiegsspiele. Der bisherige zweite Relegationsplatz der Südwest-Staffel fällt weg. Die Regelung muss vom DFB-Bundestag am 8. Dezember beschlossen werden.

DFB-Bundestag 2017
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Wir sind uns aufgrund der Mehrheitsverhältnisse bewusst, dass dieser Antrag ein großes Entgegenkommen der anderen Regionalverbände für den Nordosten darstellt. Wir freuen uns, dass wir am Ende unserer hartnäckigen Bemühungen um eine konstruktive Lösung in der kommenden Spielzeit über einen festen Aufstiegsplatz verfügen und werden unseren Beitrag leisten, bis 2019 eine neue, gemeinsame Regelung zu finden.

NOFV-Präsident Rainer Milkoreit

Keine Zerschlagung wäre Erfolg für NOFV

Für die beim Krisengipfel anwesenden Vertreter des Nordostdeutschen Fußballverbandes Rainer Milkoreit (NOFV-Präsident), Erwin Bugar (Präsident des Fußballverbands Sachsen-Anhalt), Hermann Winkler (Präsident des Sächsischen Fußballverbands) und Siegfried Kirschen (Präsident des Fußballverbands Brandenburg) kann diese Empfehlung als Erfolg gewertet werden.

Eine Zerschlagung der Regionalliga Nordost wäre damit vorerst ebenso vom Tisch wie das von vielen Landesverbänden favorisierte Modell. Das hatte die Beibehaltung aller fünf Regionalligen vorgesehen und den Ligen West und Südwest je einen festen Aufsteiger garantiert. Diese Variante war von der 3. Liga und dem NOFV scharf kritisiert worden.

Zuschauer präsentieren ein Transparent Meister müssen aufsteigen
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red

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 07. Dezember 2017 | 17:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Dezember 2017, 18:30 Uhr

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33 Kommentare

08.12.2017 19:53 Schleimax 33

Tja. Auch das isrät nicht der Weisheit letzter Schluss. Ich bleib bei meiner Meinung:Einteilung der Regionalligen wie von 1994 bis 2000.Übrogens hätte man nach der Einheit die DDR Oberliga mit Berlin und m. M. Nach Bayern als 2.Liga Ost einteilen müssen. Max aus dem Norden

08.12.2017 17:22 Bello 32

Vier Regionalligen, zurück zu alten Zeiten?... wie kreativ!? Und natürlich fusionieren die Regionalligen Nord & Nordosten, tolle Verschlimmbesserung... liebe Regionalliga-Vertreter Nordost.

08.12.2017 15:03 litfass 31

In diesem Modell haben 4 Regionalligen das Vergnügen, einmalig einen festen Aufsteiger zu stellen (außer der SW mit zweimaligem Recht). Da ist es doch egal, ob der NOFV in der Saison 2018/19 oder 2019/20 einen festen Aufsteiger bekommt. Warum wurde dies für 2018/19 speziell festgelegt und noch dazu als großes Entgegenkommen gefeiert?

08.12.2017 14:40 Leo-Armine 30

Aufstieg per Los - das ist so dermaßen lächerlich, das muß ja vom DFB kommen!
Egal bei welcher Einteilung - es werden immer Derbys "zerrissen". Das sollte auch der NOFV kapieren.
Vor ein paar Jahren war in Meppen auch niemand glücklich, gegen Chemnitz zu spielen. So what?

Jetzt bin ich mal gespannt auf die Klage des Sächsischen Verbandes - Außerdem sollte der NOFV versuchen, den Regionalliga- Meister für den Europapokal zu melden!

08.12.2017 13:23 Unikum"Z" 29

"Wir sind uns aufgrund der Mehrheitsverhältnisse bewusst, dass dieser Antrag ein großes Entgegenkommen der anderen Regionalverbände für den Nordosten darstellt. Wir freuen uns, dass wir am Ende unserer hartnäckigen Bemühungen um eine konstruktive Lösung in der kommenden Spielzeit über einen festen Aufstiegsplatz verfügen und werden unseren Beitrag leisten, bis 2019 eine neue, gemeinsame Regelung zu finden."
NOFV-Präsident Rainer Milkoreit

Das klingt wie ein Bittsteller, der den Erhalt der NOFV-RL feiert wie einen Titelgewinn. Und was kommt 2020? Vielleicht haben die Mannschaften im Osten dann den Spielbetrieb eingestellt.

08.12.2017 10:56 Regionalligameister 28

Relegation ? Los-Entscheid ? Problem erkannt ?

08.12.2017 10:50 Kalle 27

Ich habe meine grundsätzliche Meinung schon in Nr.17 hinterlegt, möchte mich aber in einem Punkt ändern:
Aber warum soll der dritte feste Aufsteiger für die zwei Übergangsjahre ausgelost werden? Hütchenspiel?
Kann nicht der Verein mit dem besten Punktquotienten aufsteigen? Das hätte einen Hauch von Sportlichkeit.

08.12.2017 10:47 Schappio5 26

Die Meister sollten alle aufsteigen! Wozu wird man sonst Meistervwenn ich auf die Gnade des DFB angewiesen bin?

08.12.2017 10:34 Leipziger 25

Kompromiss? Nette Beschreibung für "sich über den Tisch ziehen lassen". De facto bekommt jetzt ein Verband, der 2/3 seiner Relegationsspiele verloren hat, einen Aufstiegsplatz geschenkt. Muss dann jetzt im NOFV auch jedes Dorf einen Verein gründen, der nicht konkurrenzfähig ist, um auf mehr Auftiegsplätze zu kommen? Dann werden eben alle Freizeitmannschaften aufgelöst und in Vereine umgewandelt, schwachsinnige Lösung. Genau jetzt ist die Situation gegen die der SFV vor ein paar Tagen noch großkotzig klagen wollte. Ich bin mal gespannt, was daraus wird oder ob man wieder den Schw*** einzieht. Es gibt nur eine Lösung, wenn man bei 4 Absteigern aus Liga 3 bleiben will: 4 flächenmäßig gleichgroße Regionalligen mit 4 Aufsteigern, völlig egal wie die heißen, Hauptsache etwa gleichgroß.

08.12.2017 10:23 Walter Beiter 24

Unfassbar. Jetzt werden in der 3. Liga Mannschaften spielen, die sich letztendlich durch Losentscheid und nicht sportlich qualifiziert haben. Das ist ja noch viel schlimmer als vorher.